Direkt zum Hauptbereich

The Guard Post 506 (Kong Su-chang, Südkorea 2008)


Nachdem an der entmilitarisierten Zone am Wachtposten 506 ein Massaker stattgefunden hatte, soll der Fall von Major Noh aufgeklärt werden. Seine Vorgesetzten geben ihm dafür genau eine Nacht Zeit. Im weitverzweigten unterirdischen Bunker der Anlage wurde der Soldaten Yoo mit der Axt in der Hand gefunden, um ihn herum ein Blutbad und allenthalben zerstückelte Körper. Was hatte ihn dazu gebracht, diese Tat zu begehen? Und weshalb beginnen bereits die Männer von Detektiv Noh verrückt zu spielen? Da scheinen sich plötzlich die Vorgänge zu wiederholen - ein gefährlicher Aggressionsvirus scheint die Ursache zu sein...

Eine Art Armee-Horrorfilm wird da geboten, weniger stimmungsvoll als THE BUNKER (Rob Green, 2001) leider, dafür ordentlich koreanisch brutal. Ob das nötig gewesen ist, weiß ich nicht - die gorehounds werden ihren Spaß haben. Die Inszenierung ist ansonsten ordentlich, mehr aber auch nicht; ja, teilweise sogar unfreiwillig komisch in den "Zombie-"Momenten, wenn etwa vom Virus entstellte Soldaten gezeigt werden. Die Musik ist durchweg zurückhaltend im Hintergrund, wenn aber vorhanden, dann eher scheußlich altbacken.
Inhaltlich ist die Grundidee durchaus interessant, doch aber durch eine zusätzliche Anhäufung von Subplots sehr unübersichtlich ausformuliert, was im narrativen Ablauf durch eine komplexe Flashbackstrategie noch intensiviert wird. Sich in den Zeitebenen zurechtzufinden ist nicht immer leicht, und wenn man sich verortet hat, muß man sich wieder die Hauptfiguren des entsprechenden Zeitraumes ins Gedächtnis hochladen. So gesellt sich ein Problem zum anderen.

Insgesamt durchaus spannend, allerdings in vielerlei Hinsicht überfrachtet. Zudem verschenkt der Film leider sein atmosphärisches Setting.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Nippon Connection 2017: Kohei Taniguchis Independent-Wrestling-Komödie DYNAMITE WOLF (Japan, 2017)

Der kleine Hiroto, oben links außen auf dem Bild, steckt in der Krise: er ist zwar erst in der Grundschule, doch kann er sich partout nicht dafür entscheiden, welchen Freizeit-Kurs er an der Schule belegen soll. Es versucht es mit Fußball, das endet aber dramatisch als Desaster. Da gerät er zufällig in ein Wrestling-Match mit dem berühmten Dynamite Wolf und ist wie elektrisiert: das Spektakel, die Inszenierung, das Toben der Leute vor Begeisterung - ja, da schlägt sein Herz höher und zum ersten Mal lächelt er dann im Film. Seinen Eltern und den Mitschülern erzählt er erstmal nichts von seiner neuen Leidenschaft, ist doch seine einzige Möglichkeit zu trainieren die Bekanntschaft mit einem merkwürdig abgerissenen Gesellen am Flußufer (oben rennend), der mit einer umgebauten Dummy-Sexpuppe als Sparringspartner trainiert. Ob das der richtige Umgang für einen Jungen ist, das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.
 Aber natürlich, so will es das Gesetz des Films: es hätte ihm nichts Be…

Nippon Connection 2017 ~ Love lost and found in Hakodate: Over the Fence von Nobuhiro Yamashita (2016)

Eine Frau (Yu Aoi) rennt über die Straße, sie streitet sich mit ihrem Begleiter – er soll sich gefälligst mehr um die Kinder kümmern. Plötzlich führt sie einen abgehackten Stakkato-Tanz auf, der, wie man später erfährt, das Balzritual eines (Vogel) Straußes ist. Aus einiger Entfernung betrachtet Joe Odagiri diese absurde Szene und fragt sich  – wie der Zuschauer – ob diese Frau noch alle Tassen im Schrank hat. Er selbst hat Tokio vor ein paar Monaten den Rücken gekehrt, nachdem ihn seine Frau mitsamt der Tochter nach einem tragischen Vorfall bereits vor Jahren verlassen hatte. Nun ist er traumatisiert und arbeitslos und muss an einem Lehrgang zur Schreinerlehre teilnehmen, um weiter Arbeitslosengeld zu beziehen. Mit ihm eine ganze Reihe von Berufsjugendlichen, und diese gründen eine Softball-Mannschaft, da auch die sportliche Fitness vom Staate vorgeschrieben ist. Allerdings stehen sie lieber rauchend in der Ecke und unterhalten sich über alles mögliche, vor allem aber das Leben un…

Nippon Connection 2017: Festivaldiary, Ausrisse

Es ist ein warmer Abend. Wir sitzen zusammen vor der Naxoshalle, während es immer dunkler wird. Ein weiterer Tag der Nippon Connection liegt hinter uns mit all den Filmen, Veranstaltungen, dem Essen, den vielen Begegnungen und endlosen Gesprächen. Man wünscht sich immer den Austausch, während man als Einzelgänger durchs Jahr wandert, angeschlossen an die Gemeinschaft der Gleichgesinnten nur durchs Netz, Twitter und Facebook oder so – hier trifft man sich leibhaftig einmal im Jahr. Und da wird vieles nachgeholt, habe ich den Eindruck. Manche haben ein so großes Mitteilungsbedürfnis, dass der Schwall der Worte im Rauschen des Festivalsounds aufgeht. White Noise Nippon Connection. Man kann sich aber drin treiben lassen, es ist ein gutes Gefühl.

 Der Tag hatte in großer Runde angefangen, beim Bloggerfrühstück in der Naxoshalle. Dankenswerterweise von den Jungs von Schöner Denken organisiert, in Unterstützung durch die Presseabteilung des Festivals. Jeder stellt sich vor, gibt Tipps und …