Direkt zum Hauptbereich

Phobia / 4bia / See Prang (div., Thailand 2008)

[Regisseure: Banjong Pisanthanakun, Paween Purikitpanya, Youngyooth Thongkonthun, Parkpoom Wongpoom]

PHOBIA ist ein zu jeder Zeit extrem gut aussehender Horrorfilm geworden, der aus vier fast vollständig voneinander unabhängigen Episoden besteht. So unterschiedlich die Episoden, so verschieden die Qualität.



Herausragend aus dem üblichen asiatischen, an den J-Horror angelehnten Sumpf, ist eigentlich nur der mäßig originelle Opener, in dem die Heldin mit Gipsbein an die Wohnung ihres Liebsten gekettet, plötzlich mehrere SMS eines Unbekannten bekommt, und sie sich nach kurzem Zögern auf einen Flirt einläßt, den sie besser unterlassen hätte. Ein erklärendes Ende, das einem Twist gleichkommt, hellt zwar das Dunkel auf, wirkt aber wie der übliche schale Nachklapp. Zuschauer sei dir sicher, hier mußt du nicht mitdenken!



Im dritten Teil, dem Höhepunkt des Films, wähnen sich 3 Freunde vom verunglückten vierten verfolgt. Da die drei Horrorfilmnerds sind, ist die Phantasie sehr ausgeprägt, und lange Zeit ist man unsicher, ob das nun tatsächlich ein Untoter ist, mit dem sie es zu tun haben, oder nur ihre sprühende Phantasie. Mit tollem Ende. Sehenswert.



Weniger gut allerdings sind Teil 2 (Jugendgewalt und viel Hackbrei), sowie der Finalist um eine Angestellte einer Fluglienie, deren einziger Fluggast eine Tote Prinzessin ist, die eben, nun ja, wohl wieder erwacht ist. Leider beginnt der Film ausgesprochen schön, um dann mit platten Schocks und vorhersehbarer Handlung zu langweilen.

Alles in allem also handelsübliche Horrorkost mit einem ganz guten ersten und gelungenen dritten Teil. Das geht schon mal zwischendurch.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mad World - Hong Kong's entry for the foreign language Oscar (Wong Chun, 2016)

Wong Chun's debut feature film is not really part of the Hong Kong International Film Festival, but one I did see during my stay here at Mongkok's Broadway Circuit outlet as a regular screening on a sunday morning.

It's a quiet and atmospheric film that is quite beautifully shot and extremely well acted by Eric Tsang (kudos!) and Shawn Yue, his son suffering from bipolar disease. It's a film about fatherhood and responsibilities, about getting old in financially difficult times. They both live in a shared flat with three other parties. No one seems to be able to pay rent anymore in Hong Kong. It's really depressing.

Mad World is definitely worth watching, as it has been screened in Busan and in Toronto. It got mixed reviews overall, but I really don't understand why. There are no loose ends, the plot is fragmented with flashbacks to family history, but that always makes sense and adds to the depth of the characters. I really liked it and recommend…

A Pool without Water / Mizu no nai puuru (Kôji Wakamatsu, 1982)

Überdeutlich ein Film der 80er Jahre: körnige Farbflächen, Neonlicht, Großstadt. Melancholische Synthieflächen zu den Gesichtern von Menschen, die sich in sich selbst zurückgezogen haben. Da ist ein Familienvater, der den Alltag nicht mehr erträgt: er arbeitet bei den Verkehrsbetrieben, steht den ganzen Tag am Eingang zur U-Bahn und muss Fahrscheine entwerten. Auf dem Screenshot oben sieht man seine Hand mit dem Locher, den er in rasender Geschwindigkeit und in panischen Rhythmen zusammenklackert, ein Stakkato zur elegischen Hintergrundmusik. Ein sprechendes Bild ist das: äußerlich scheint er völlig ruhig zu sein und abgetaucht in die Monotonie seiner endlos öden Arbeit - dieses Detail aber offenbart, wie sehr er innerlich aufgeladen ist.
Diese Spannung überträgt sich bald auf die Handlung und findet ein Ventil - mehrfach wird er Zeuge, wie verschiedene Menschen, meist Frauen, Opfer von Rücksichtslosigkeiten, rüpelhaftem Benehmen oder gar körperlicher Gewalt werden. Da ist er dann de…

Nippon Connection 2017: Kohei Taniguchis Independent-Wrestling-Komödie DYNAMITE WOLF (Japan, 2017)

Der kleine Hiroto, oben links außen auf dem Bild, steckt in der Krise: er ist zwar erst in der Grundschule, doch kann er sich partout nicht dafür entscheiden, welchen Freizeit-Kurs er an der Schule belegen soll. Es versucht es mit Fußball, das endet aber dramatisch als Desaster. Da gerät er zufällig in ein Wrestling-Match mit dem berühmten Dynamite Wolf und ist wie elektrisiert: das Spektakel, die Inszenierung, das Toben der Leute vor Begeisterung - ja, da schlägt sein Herz höher und zum ersten Mal lächelt er dann im Film. Seinen Eltern und den Mitschülern erzählt er erstmal nichts von seiner neuen Leidenschaft, ist doch seine einzige Möglichkeit zu trainieren die Bekanntschaft mit einem merkwürdig abgerissenen Gesellen am Flußufer (oben rennend), der mit einer umgebauten Dummy-Sexpuppe als Sparringspartner trainiert. Ob das der richtige Umgang für einen Jungen ist, das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.
 Aber natürlich, so will es das Gesetz des Films: es hätte ihm nichts Be…