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Es werden Posts vom März, 2017 angezeigt.

In Another Country (Hong Sang-soo, Südkorea 2012)

Im Gegensatz zu Right Now, Wrong Then, bei dem alles am Ende seine Ordnung bekommt, ist es bei diesem Film so, dass in der letzten der drei Varianten die Geschichte in die Katastrophe kippt. Oder diese sich zumindest andeutet. Man denkt, gut, jetzt betrinkt sie sich, die sitzengelassene Frau mit ordentlich Soju und geht dann ins Wasser. Aber von wegen: aus dem Wasser heraus ersteigt ihr Retter: ein lifeguard. Leben gerettet, nun bereits schon wieder an Land. Aus Dankbarkeit und weil es halt plötzlich so kommt, da schaut sie mal in sein Zelt hinein: zwei, drei Flaschen später ist der Todestrieb passé. Vom Thanatos zum Eros. Isabelle Huppert spielt da eine leicht Derangierte, die emotional einiges sortieren muss, weil ihr Mann sie gerade für seine koreanische Assistentin verlassen hat. Andererseits sagt ihr ein Mönch auf den Kopf zu, sie habe sich seit ihrer Kindheit nie verändern müssen. Sie sei ein wenig zu sehr verwöhnt worden vom Leben und hat wohl oft das bekommen, was sie wollte…

The Story of 90 Coins (Michael Wong, China 2015)

Michael Wong ist ein Filmemacher aus Malaysia, der zur Zeit in Peking, China, lebt. Dort ist auch sein romantischer, 10 minütiger Kurzfilm angesiedelt: in einem hippen Ambiente zwischen Luxuswohnung im Neubau und einer schicken Agentur für Modedesign, in der die beiden Protagonisten arbeiten (gespielt von Han Dongjun und Zhuang Zhiqi). Er liebt sie und sie liebt ihn (vielleicht, ja) - aber als er einen Heiratsantrag macht, da ist sie zurückhaltend. Man weiß nicht warum, allerdings scheint es so, als sei sie sehr erfolgreich und gerade mit der neuen Kollektion beschäftigt. Möglicherweise ist es die Arbeit, die ihr den nötigen (geistigen?) Freiraum nicht gewährt. Später stellt man dann fest: vielleicht ist es auch seine Eifersucht, die sie zurückhält, sich "für immer" zu binden.
Er gibt ihr 90 Tage Zeit, zu einem Entschluß zu kommen. An jedem Tag wird sie symbolisch eine Münze von ihm bekommen und nach Ablauf des Zeitraums soll die Summe gemeinsam vertrunken werden; entweder …

Sleep Has Her House (Scott Barley, GB 2016)

"And the dark is always hungry." (Scott Barley)
Scott Barley's apocalyptical drone-room of a film is a fascinating experience. Not only a film to watch, but definitely one to listen to, as the audio is almost as impressive as its pictures. Very often, the images are blurred in the beginning, but with the slightest movements of the camera, the picture does get clearer, more concrete, focused, but sometimes nothing happens at all, too. Nevertheless, the film feels very dynamic - it's a weird state of an inherent Bildspannung, a suspense (and tension that might rip apart) inside of the images themselves that keeps you totally immersed. Static movement of the camera might be the term of technique to describe the process of capturing those dreamlike images, which are almost incomprehensive at first, always hard to grasp. As there seems to be no plot, no dialogue, no actors, there are none of the usual narrative anchors that guide us through a film, or movie. Obviously, th…