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The Notorious Concubines / Kinpeibai / Chinesischer Liebesreigen / Die sechs Frauen des Ching (Kôji Wakamatsu, Japan 1969)


Wakamatsus erotisches Historienepos THE NOTORIOUS CONCUBINES basiert lose auf einem chinesischen Sittenroman mit pornographischem Inhalt namens Jin Ping Mei (aka The Golden Lotus (US-Titel)) aus der Spätzeit der Ming-Dynastie des 16. Jahrhunderts. Um der Zensur zu entgehen wurde die erzählte Zeit ins 11. Jahrhundert in die Provinz Shandong verlegt, in der ein reicher Apotheker (im Film ein unersättlicher Aristokrat) etliche außerhäusliche Affären pflegt, obwohl auf ihn zuhause bereits sechs Ehefrauen warten. Im Roman werden angeblich über 100 explizite Sexszenen ausgeführt, im Film sind es ein paar weniger, die allerdings einige exploitative Genüsse versprechen. Jedoch, es kommt alles anders. Irgendwie als Kostümfilm angelegt, vermag hier nichts so recht zu überzeugen. Bis auf ein paar Oberweiten ist nichts zu sehen, etwas Blut hin und wieder und unscharfe Orgienszenen. Der moralische Verfall ist also das, was eigentlich schockiert. Oder auch nicht. Fraglich ist, ob die ungeschnittene, ursprüngliche Version expliziter ist.

Das wäre zu hoffen, denn die "Handlung" ist eine Frechheit an filmischer Langeweile, und es nicht wirklich notwendig, diese hier extra auszuführen. Man könnte auch von einem Alibi sprechen. Zu allem Ärger wurde in den Film noch eine Rahmenhandlung integriert, die den Kampf einer Räuberbande gegen die feudalen Truppen erzählt - und obwohl diese ein paar hübsche Bilder bietet mit einigen Galgenszenen, scheint sie sehr wenig mit der eigentlichen Erzählung zu tun zu haben (abgesehen vom Räuberhauptmann und seiner Geliebten). Aber das ist eigentlich auch egal, nach 20 Minuten interessiert diese Abenteuergeschichte sowieso keinen mehr, da der überwiegende Teil des Films im Palast der Unzucht spielt.

Die US-DVD von Something Weird Video ist, wie erwähnt, gekürzt und in einer Orgienszene gegen Ende immer wieder geblurrt - und das, obwohl die Kamera etliche Meter von den Ereignissen entfernt ist. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was hier wohl vertuscht werden sollte. Vielleicht ein männliches Glied, das sich durch die Mantelfalten stiehlt? Denn in diesem radikalen Film der ungezügelten Lust behalten die Männer beim Sex die Klamotten an. Insgesamt besticht die DVD neben den Kürzungen noch durch ein schlechtes Bild und eine gedubbte, ausschließlich englischsprachige Tonspur ohne Untertitel. Ob noch eine Langfassung im O-Ton existiert ist mir allerdings nicht bekannt; und wie immer müssen wir vielleicht sogar froh sein, dass uns diese Version ins digitale Zeitalter gerettet wurde. Diese, eine Auftragsarbeit, die Wakamatsu für Shochiku gemacht hat und die mit Jûzô TAMPOPO Itami in einer Rolle prominent besetzt wurde, muß man nicht wirklich gesehen haben. Zumal in dieser verstümmelten Fassung.

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