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Posts mit dem Label "snapshot shorts" werden angezeigt.

Ryôjû / Hunting Rifle (Heinosuke Gosho, Japan 1961)

Ein älterer, erfolgreicher Geschäftsmann verliebt sich in die Cousine seiner sehr jungen Frau. Diese allerdings ertappt die beiden zufällig auf dem Bahnhof, und beschließt, nichts zu sagen. Die zunehmende zwischenmenschliche Vergletscherung nimmt belastende Formen an, als die beiden Lovebirds beschließen, ihre Beziehung zu verheimlichen, den Status Quo aber zu belassen. Die Unmöglichkeit der Situation führt zwangsläufig in die (sehr japanisch anmutende Art der) Katastrophe. Goshos Adaption der Erzählung "Das Jagdgewehr" von Yasushi Inoue ist schlicht - ich gebrauche das Wort wirklich nicht häufig, hier aber scheint es mir angemessen - ein Meisterwerk. Schauspieler, Bildgestaltung, Farben, Musik, Spannungsbogen und Narration sind umwerfend. Eine ungemein feinsinnige Darstellung einer menschlichen Tragödie. Ob das an der Vorlage liegt? - die hat sicher ihren Anteil am gelungenen Film.

Snapshot Shorts Vol. 7

What Time is it There? (Tsai Ming-Liang, Taiwan 2001) -- fantstisch stiller Arthausfilm, der beinah alles Preziose umschifft. Beinah - doch etwas Pathos darf gerne sein, um der Fernenliebe Gestalt zu verleihen. Schön gefilmt und der Film mit dem Aquarium. Bright Future / Akarui Mirai (Kiyoshi Kurosawa, Japan 2003) -- Aquarium, diesmal samt Qualle. Metaphorik à la Kurosawa. Allegorien im Sekundentakt und aufeiandrprallende Bildwelten. Darunter kriecht der creepige Horror. Auch hier: wunderschöne Bilder in einem kaum verständlichen Film. Da sind wohl mehrere Sichtungen nötig. Violence at High Noon / Daylight Phantom Killer / Hakuchu no torima (Nagisa Oshima, Japan 1966) -- Oshima macht das wieder sehr geschickt: in der Tarnung eines Serienkiller-Thriller-Plots verbirgt sich eine Studie über zwischenmenschliche Abgründe, eine Analyse von Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen in "Liebes-"Beziehungen, und ganz politisch: die Erzählung über das Scheitern einer linken, autar...

Snapshot Shorts Vol. 6

The Cat Returns / Neko no ongaeshi (Hiroyuki Morita, Japan 2002) Die zurückhaltende Schülerin Haru rettet einer Katze, die die Hauptstraße überqueren will, das Leben. Das gerettete Tier entpuppt sich als der mit menschlicher Sprache sprechende Katzenprinz Lune und verspricht Haru, daß sie für ihre mutige Tat belohnt werde. Daß sie den Thronfolger im Königreich der Katzen , so der deutsche Titel, ehelichen soll, ist zwar eine große Ehre, doch Haru hat sich ihren Gatten anders vorgestellt. Als sie schließlich entführt wird, da der gestrenge Katzenkönig ein zwar wohlwollender Regent ist, der aber keinen Widerspruch duldet, kann ihr nur eine kleine Truppe, angeführt vom Katzenbaron von Gikkingen, noch zur Hilfe kommen. Temporeiche, witzige, liebevolle, charmante und enorm kurzweilige Angelegenheit aus dem Hause Studio Ghibli, die wie so häufig die Türe aufstößt zu einer Fantasie-Welt, die gar nicht so weit von unserer eigenen entfernt liegen muß. Das zeigt vor allem auch der ernste un...

Snapshot Shorts Vol. 5

L - CHANGE THE WORLD (Hideo Nakata, Japan 2008) In seiner Öko-Terrorismus-Großtuerei inhaltlich schwachsinnig geraten und langweilig gefilmt. Der Schluß ist konsequenterweise zum Brechen und der Score, wie überhaupt im dritten Teil, nichtssagender, pathetischer Quark. Die Dynamik aus DEATH NOTE Teil 1 ist nicht vorhanden und das eingegangene Riskio aus Teil 2, Dinge falsch zu machen, fehlt völlig bei diesem uninspiriert heruntergekurbelten Sicherheitsgurtfilm. SLUMDOG MILLIONAIRE (Danny Boyle, GB 2008) Entweder war das Kamerastativ kaputt, oder der Kameramann vom Danny Boyle hatte nen verspannten Nacken. In diesem Film gibt es nur gekippte Bilder. Ach, und Spaß macht er auch. Und ein bißchen blöd ist er auch. Das ist aber egal, man schaut ihn sowieso nur ein mal. TOKYO! (Gondry /Carax /Bong, D/Fr/J 2008) Gelungene Kurzfilmcompilation wenn man gewillt ist, den prätentiösen Carax-Schwachsinn zu überspringen. Gondry macht das skurril übliche und verdreht seine liebenswerte ...

Snapshot Shorts Vol. 4

End Of Love Simon Chung, HK/China 2009 / Verzaubert Filmfestival Fantastische Aufnahmen aus den Hochhausschluchten Hongkongs eröffnen einen sehr sehr traurigen Film über den 22jährigen Ming und seinen Freund Yan, eine Beziehung, die sich über die Zeit von etwa zwei Jahren hinzieht und durch Höhen und Tiefen geht, konkret: Drogenrausch und Prostitution, Entzug und neue Freundschaften, ein Aufbäumen und ein neuerliches vor den Hund kommen. Dabei alles geerdet und nie ins Skandalon überhöht, aber konzentriert und emotional auf den Punkt inszeniert. Wahnsinnig toller Gitarrenscore. Wahnsinnig traurig. Groß. The Midnight Meat Train Ryuhei Kitamura, USA 2008 Ausgezeichneter Terrorizer, der nicht den Fehler begeht, gegen Ende alles Geschehen in einem rationalisierenden Twist aufzulösen, sondern im Gegenteil selbstbewußt in der vorgelegten Marschroute noch eine Schippe drauflegt. Hat mir bis auf kleinere überzeichnete Ausrutscher (Augenszene) hervorragend gefallen, insbesondere auc...

Snapshot Shorts Vol. 3

Chocolate Prachya Pinkaew, Thailand 2008 Der Ong-Bak-Nachfolger überzeugt durch sympathische Darsteller und üble Fieslinge, atemberaubende Kampfszenen und einen zurückhaltenden Score. Der Plot trägt durchaus über die Spielzeit, lediglich gegen Ende wird es etwas Selbstzweckhaft. Doch da ist man schon längst dem kleinen Wirbelwind verfallen und genießt die Action - was für ein Augenschmaus. Ganz toller Film. Blood: The Last Vampire Hiroyuki Kit akubo, Japan 2000 Die Vampirin Saya hat an Halloween im Jahre 1966 den Auftrag, auf einer US-Airbase vor Tokyo drei Dämonen zur Strecke zu bringen. Zum Glück ist sie eine versierte Schwertkämpferin! Dieser Film begeistert vor allem durch seine umwerfende Dynamik: er ist zu Beginn langsam genug, um die Handlung aufzubauen, und geht dann in der zweiten Hälfte dermaßen zur Sache, daß man sich fühlt, als würde man zum ersten Mal einen Actionfilm sehen. Zur Faszination tragen ein guter Score und enorm detaillierte Hintergründe bei, eine au...

Snapshot Shorts Vol. 2

Shinobi - Heart under Blade Ten Shimoyama, Japan 2005 Romeo & Julia zur Zeit des Tokugawa-Regimes. Ieyasu Tokugawa sieht sein befriedetes Land nur noch durch zwei im Wald lebende Ninja-Clans bedroht und beschließt -gerissen wie er ist- sie sich gegenseitig eleminieren zu lassen. Die 5 besten Kämpfer beider Clans sollen gegeneinander antreten. Nun haben sich natüüürlich die beiden besten Kämpfer Gennosuke und Oboro an einem sprudelnden Bächlein tief in die Augen geguckt,... was allerdings bei den Augen von Yukie Nakama fatale Folgen haben kann, das versteht ein jederMann. Was folgt ist ein pathetisches Martial-Arts-Fantasy-Märchen, das leider weder in der Figurenzeichnung überzeugen kann, noch in den Kampfszenen. Zwar sind diese fast alle als Duelle angelegt, bei denen die Kontrahenten ihre besonderen Fähigkeiten zur Schau stellen können (den Absurditäten sind keine Grenzen gesetzt), doch ist das alles sehr konsumierbar: kein Blut, kein Leid, und ästhetisch völlig verfremdet. ...

Snapshot Shorts Vol. 1

Da ich momentan ziemlich beschäftigt bin und nicht so richtig zum Schreiben komme, trage ich hier jetzt unter dieser neuen Rubrik Filme nach, für die mir die Zeit gefehlt hat, die ich aber nicht unerwähnt lassen wollte. Als da wären: Death Note 2: The last name (Shusuke Kaneko, Japan 2006) -- ist die Fortsetzung des Fantasy-Selbstjustiz-Popcornfilmchens DEATH NOTE , das in seiner schieren Länge von beinah 2 ½ Stunden wenn nicht ermüdend, so doch sehr gedehnt wirkt und mit deutlich zuviel Plotschleifen auffährt. Schon die Entscheidung, das simple Konzept das Death Note-Notizbuch um etliche Regeln zu erweitern, nur um aus dem zweiten Teil ein Katz-und Maus-Spiel machen zu können, scheint mir mißlungen und bläst den Film unnötig auf. Das lenkt alles ab von der zwar skurrilen aber reizvollen Grundidee. Aber damit nicht genug – auch das Potenzial der Einführung eines zweiten Todesgottes wird verschenkt, einmal sogar unfreiwillig komisch. Schade. Ansonsten bleibt positiv festzuhalten, ...