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Posts mit dem Label "Naomi Kawase" werden angezeigt.

Koma (Naomi Kawase, Japan 2009)

Ein junger Großstädter koreanischer Abstammung reist in den Bezirk Koma in Nara, um eine Schriftrolle seines verstorbenen Großvaters dem rechtmäßigen Besitzer zurückzubringen. Die Erfüllung dieses letzten Wunsches hat dann aber zur Folge, dass er die etwas verquere Hatsuko, die Tochter der Familie, kennenlernt, die ihm mythische Geschichten von Berggeistern und ihrer hingebungsvollen Liebe erzählt. Von Hatsuko scheint eine seltsame Faszination auszugehen... Wie kaum ein(e) andre(r) Regisseur(in) versteht es Naomi Kawase, arthousige Filme zu drehen, die so wunderbar schwebend leicht und balastfrei daherkommen (allenfalls Hong Sang-soo fällt mir da noch ein). Mit Handkamera und selbstredend ohne extradiegetische Musik kreiert sie die ihr eigene Kawase-Atmosphäre, die eine tiefe, ruhige, beinahe schon meditative Stille ausstrahlt (die sehr faszinierend ist und nie manieristisch wirkt), und die dennoch eine Spannung unter der Oberfläche vermittelt, die einen gebannt am Film kleben läß...

Sharasojyu / Shara (Naomi Kawase, Japan 2003)

Als Shuns Bruder beim Fange-Spielen und durch-die-Gassen-Rennen plötzlich verschwindet, bricht der Ernst in den Film ein. Außerdem will das bevorstehende Basara-Fest organisiert werden, in dessen Komitee Shuns Vater den Vorsitz inne hat. Die hübsche Nachbarstochter hat es auf Shun abgesehen und versucht diesen aus seiner Schüchternheit herauszulocken. Soweit die nüchternen Fakten. Gefilmt wir dieser Alltag in Nara mit extrem langen Einstellungen. Die Vermeidung des Schnitts ist Stilmittel der Autorin Kawase: minutenlang begleitet die Kamera die Protagonisten oder fängt auch mal klassisch anmutende japanische Petitessen ein - eine schöne Blume am Wegesrand, schwenken wir mal hin! Das Fehlen von Filmmusik und Beleuchtung ist obligatorisch, und am Ende sehen wir die Regisseurin selbst in der Rolle der Hochschwangeren, die ein Kind zur Welt bringen wird. So vermengen sich dokumentarisch anmutende Aufnahmen mit einem extrem künstlichen, besser: künstlerischen Stil, der uns scheinbar ...