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Posts mit dem Label "Kinji Fukasaku" werden angezeigt.

Street Mobster / Gendai Yakuza: Hito-kiri Yota (Kinji Fukasaku, Japan 1972)

Kinji Fukasakus Gangsterfilmerzählungen der 60er- und 70er-Jahre werden zumeist als jitsuroku-eiga bezeichnet. Filme, die in einem dokumentarischen Stil gehalten sind, Filme mit wildem Schnitt und häßlichen Alltagsbildern, denen jede Tendenz zur genußhaften Epik ausgetrieben wurde. Hier geht es sehr roh zur Sache und Stilisierungen werden nur in der Ausstellung von Freeze Frames und Zeitlupen geduldet. Und in übergroßen Sonnenbrillen und schicken Anzügen. Im Gegensatz zu amerikanischen Gangsterhelden, die beim Publikum häufig sowohl Faszination, Sympathie und Empathie als auch Abscheu hervorrufen (etwa durch "sympathische" Helden wie Bogart und Edward G. Robinson) und den Zuschauer so in ein moralisches Dilemma stürzen, die einer archetypischen Mythisierung Vorschub leistet, ist Fukasakus Protagonist (Bunta Sugawara) ein Scheusal durch und durch, mit dem man keinerlei Sympathie empfinden kann. Der Mann ist ein Mörder, ein Vergewaltiger und ein Verbrecher, der sich rücksic...

Black Rose Mansion / Kuro bara no yakata (Kinji Fukasaku, Japan 1969)

Der gut situierte Geschäftsmann Kyohei (Eitaro Ozawa) führt in seiner Freizeit einen elitären Herrenclub, in dem nur ausgewählte Gäste Zutritt haben. Eines abends steht ein besonderes Highlight an: die bekannt-berüchtigte Sängerin Ryuko Fujio (Akihiko Maruyama), die perfekte Personifikation einer exotischen Femme Fatale, ist zu Gast, und weiß in wenigen Momenten und mit nur einem Lied die Herren des Clubs zu betören. Da stürmt urplötzlich ein verzweifelter Geschäftsmann herein, stürzt sich auf Ryuko und fleht um ihre Liebe, bettelt um ihre Rückkehr, droht sich umzubringen. Alle sind schockiert: doch die Zeichen sind gesetzt. Hinter dieser seltsamen Frau verbirgt sich ein Geheimnis, und Kyohei selbst, erfolgreich und verheiratet mit einer liebenden Gattin, verfällt der exzentrischen Unbekannten. Fukasaku gelingt mit BLACK ROSE MANSION ein echter Augenschmaus, der sich recht eindeutig bei Film Noir-Motiven bedient. Stilistisch aber gleicht er einem bis ins Psychedelische reichende ...

Blackmail is my Life / Kyokatsu koso Waga Jinsei (Kinji Fukasaku, Japan 1968)

In diesem recht frühen Gangsterfilm von Fukasaku - noch vor den Yakuza Papers oder den Battles without - sieht man bereits dessen typische filmische Merkmale: toughe Jungs in Anzügen und Sonnenbrillen, schicke Autos, freche Mädchen, Swing-, Jazz- und Diskoscore, bunte Farben, abrupte Schnitte, Freeze-Frames, und thematisch die (Klein-)Gangsterwelt. Hier sind es vier Freunde, die einen Erpresserring aufziehen und lustigerweise nicht nur Politiker oder Wirtschaftsbonzen erpressen, sondern auch Bandenbosse. Als sie sich mit einem wirklich großen Tier einlassen wird's naturgemäß brenzlig, und einer der Jungs, "Zero", gibt auch bald den Löffel ab. Einige Schießereien, Autoverfolgungen und Beischlafszenen später kommt es zum Finale mit dann stark dezimiertem Personal; schade, gerade hatte sich eine schöne Liebesgeschichte entwickelt. Das Ende ist dann fukasakuesk bitter, und zieht ein wenig runter. Feiner Film; nicht so schräg und hysterisch wie von Suzuki, noch nicht...