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Posts mit dem Label "Hong Sang-soo" werden angezeigt.

In Another Country (Hong Sang-soo, Südkorea 2012)

 Im Gegensatz zu Right Now, Wrong Then , bei dem alles am Ende seine Ordnung bekommt, ist es bei diesem Film so, dass in der letzten der drei Varianten die Geschichte in die Katastrophe kippt. Oder diese sich zumindest andeutet. Man denkt, gut, jetzt betrinkt sie sich, die sitzengelassene Frau mit ordentlich Soju und geht dann ins Wasser. Aber von wegen: aus dem Wasser heraus ersteigt ihr Retter: ein lifeguard . Leben gerettet, nun bereits schon wieder an Land. Aus Dankbarkeit und weil es halt plötzlich so kommt, da schaut sie mal in sein Zelt hinein: zwei, drei Flaschen später ist der Todestrieb passé. Vom Thanatos zum Eros. Isabelle Huppert spielt da eine leicht Derangierte, die emotional einiges sortieren muss, weil ihr Mann sie gerade für seine koreanische Assistentin verlassen hat. Andererseits sagt ihr ein Mönch auf den Kopf zu, sie habe sich seit ihrer Kindheit nie verändern müssen. Sie sei ein wenig zu sehr verwöhnt worden vom Leben und hat wohl oft das bekommen, was ...

Berlinale: Nobody's Daughter Haewon / Nugu-ui ttal-do anin Haewon (Hong Sang-soo, Südkorea 2013)

Hong Sang-soos Wettbewerbsbeitrag zur diesjährigen Berlinale ist eine federleichte Schrulle mit einigen dunklen Tönen. Es geht um die hübsche Studentin Haewon (Jung Eun-chae), die in einer Beziehung zu ihrem verheirateten Universitäts-Professor feststeckt, und die ganz gerne und wohl immer häufiger dem koreanischen Reiswein Soju zuspricht. Überhaupt lassen sich wieder alle bereits bekannten Motive aus Hongs früheren Filmen finden: der Regisseur, der mit seinen Studenten trinkt, eine niedergeschlagene Protagonistin, die in ihrem Leben etwas ändern muss, immer wiederkehrende Locations, die von einer schlichten und nüchternen Kamera eingefangen werden, die plötzlichen Zooms, ein paar unvermittelte Schwenks in einer ansonsten statischen Bildgestaltung. Eine Einfachheit im Bild, die nicht an Schönheit interessiert ist - und die gerade dadurch sehr zu faszinieren vermag. HAEWON ist auch eine Komödie und eine Farce, die zwischen der Ungewissheit des Traums und der Ungewissheit seiner ...

Lost in the Mountains (Hong Sang-soo, Südkorea 2009)

Hong Sang-soo dürfte vielen von seinen frühen Filmen her ein Begriff sein: THE DAY THE PIG FELL INTO THE WELL und THE POWER OF KANGWONG PROVINCE. Zwei Filme, über die auch schon einiges geschrieben wurde. 2008 kam der wunderbare LIKE YOU KNOW IT ALL heraus ( über den ich hier etwas gechrieben habe ), und nun finden wir ihn in der exquisiten Gesellschaft von Naomi Kawase und Lav Diaz wieder - nämlich auf der Compilation VISITORS, der "Jeonju Digital Project"-DVD des JeonJu International Filmfestivals, das jedes Jahr drei ausgesuchten Regisseuren die Produktion eines 30minütigen Kurzfilms ermöglicht. Die Themen sind wieder typisch für Hong: Intellektuelle, Liebe, Alkohol. Eine junge Schriftstellerin aus Seoul besucht eine alte Freundin in Jeonju und stellt dabei fest, dass diese eine Beziehung zu ihrem ehemaligen Literaturprofessor, seines Zeichens nun erfolgreicher Schriftsteller und der pikanterweise auch ihr ehemaliger Geliebter ist, begonnen hat. Sie tröstet sich mit ...

Like You Know It All / Jal aljido mothamyeonseo (Hong Sang-soo, Südkorea 2009)

Der erste Film des Marathons ist etwas überlang geraten, steckt dafür aber voll freudebringender Selbstironie. Worum geht's: Hong läßt einen Regisseur, der sich bislang durch unverständliche Kunst- und Arthausfilme ausgezeichnet hat, als Jury-Mitglied eines kleinen Provinzfilmfestivals auflaufen. Dort wird ihm viel Anerkennung entgegengebracht, doch auch erste kritische Stimmen erklingen. Spätestens als sein ehemaliger Studienkollege auftaucht, mit dem er damals eine Produktionsfirma in den Sand gesetzt hat, bekommt das sympathische Bild des Regisseurs (Kim Tae-woo) erste Risse. Nach einer durchsoffenen Nacht laufen die Zwischenmenschlichkeiten dann etwas aus dem Ruder. Man sieht es deutlich, worauf der Film hinaus will: Hong inszeniert den Zirkus, an dem er selbst Teil hat, als Tragikomödie. Ein Regisseur, dem lange und auch langweilige Filme nachgesagt werden, macht einen langen und überhaupt nicht langweiligen Film über ein paar kurze Momente im Leben eines Regisseurs und liefer...