Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Wong Kar-Wai" werden angezeigt.

Berlinale: The Grandmaster / Yi dai zong shi (Wong Kar-wai, Hongkong/China/Frankreich 2013)

THE GRANDMASTER, ein Film wie nicht von dieser Welt, einer, der sich merkwürdig, der sich wie eine lange Erinnerungsspur in die Vergangenheit hinein anfühlt, der auf der Lebensgeschichte des Wing Chun-Experten Ip Man (Tony Leung) basiert, dem legendären Lehrer von Bruce Lee. Der Film erzählt vom Kampf zweier Martial Arts-Meister vor dem Hintergrund der Kriegswirren um die japanische Invasion. Zugleich ist der Film aber auch eine Liebesgeschichte (Zhang Ziyi). Ein Film der Gesichter in Groß- und Nahaufnahmen, des Ornamentalen, der entrückten Räume. Ein Film, der vorgeblich historisch erzählt und doch völlig ahistorisch ist in seiner Raumabbildung, in seinem wie von allem losgelösten Erzählfluß. Wobei "erzählen" wortwörtlich zu verstehen ist, denn THE GRANDMASTER ist ein völlig - Entschuldigung - verlabertes Kammerspiel mit eingestreuten Kampfkunst-Sequenzen. Ein cineastisches Erzählen mit den Mitteln der Bilder findet quasi nicht statt. Die Kämpfe sind rasend schnell, e...

There's Only One Sun (Wong Kar-Wai, HK/USA 2007)

Einen hypnotischen Agenten- und Verschwörungsthriller in nur 10 Minuten hat Wong da gedreht, einen Promofilm für den Philips "Ambilight Aurea" Fernseher (welcher freilich nun unsere "Sonne" sein soll). Für die Agentin, deren Auftrag es ist, sich an den russischen Spion (?) heranzumachen aber ist es dieser Mann, der sie zum Umdenken und so beinah die Mission in Gefahr bringt. Der Film vereint viel von dem, was sich der Zuschauer von Wong Kar-Wai verspricht: magnetische Atmosphäre, elegisches Pacing, kräftige, übersaturierte Farben und deren Überblendung, alles in einem futuristischen Retrosetting, festgehalten aus ungewöhnlichen Kameraperspektiven. Am Ende ist da dann doch die Sache mit dem Bildschirm, aber seht selbst . Nach meinem Dafürhalten ein toller Film. Oder ist das jetzt der totale Ausverkauf?

Fallen Angels / Duo luo tian shi (Wong Kar-Wai, Hongkong 1995)

Eine junge Frau (Michelle Reis) streift durchs nächtliche Hongkong: sie ist auf dem Weg in das heruntergekommene Hotel, in dem sie sich bei einem Job, und nur für diesen, einrichten. Die Bewegungen sind fließend, schnell, routiniert. Dann kommt er, der Killer (Leon Lai), bereitet sich vor, läßt sich Zeit, dann geht es los. Irgendwo muß immer irgendwer getötet werden. Mit mechanischer Präzision führt er den Auftrag aus, eine heiße Schießerei, Lebensgefahr, Schnelligkeit kommt vor Schönheit. Die Einsamkeit des Langzeitkillers. FALLEN ANGELS ist der Kinotrip schlechthin. Genre, Bilderrausch, offenes Erzählen. Hier wird nichts erklärt, alles geschieht, irgendwie, ohne begründet zu werden. Die Geschichte formt sich im Laufe des Sehens. Dass es eine Tragödie ist, merkt man erst später. Dazu noch eine Liebestragödie. Denn die Agentin ist in den Killer verliebt, er aber verbietet sich dies. Sie treffen sich nie, alles bleibt anonym, kaltes Geschäft. Da lernt er die Drifterin kennen. Blo...