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Posts mit dem Label "Nordkorea" werden angezeigt.

Meine Brüder und Schwestern im Norden (Cho Sung-hyung, Deutschland/Nordkorea 2016)

 Ist es nicht furchtbar öde, sich immer wieder in seinen eigenen Vorurteilen bestätigen zu lassen? Und gerade das – übrigens nur scheinbar – hermetisch abgeriegelte Nordkorea ist ein Paradebeispiel für die Mechanismen der westlichen Meinungsmachermaschinerie, die Böseste aller Nationen und das bedrohlichste aller politischen Systeme immer wieder aufs Neue mit denselben Bildern zu skandalisieren und vorzuführen. Militär-Paraden, herausgeputzte Panzer, im Gleichschritt marschierende Soldaten und Soldatinnen, leere Supermarkt-Regale, Hungersnöte, das graue Pjöngjang. Nordkorea – das Land, in dem niemand lächelt. Vor dieser Folie kann man sich selbst ganz wunderbar als Fackelträger der Freiheit inszenieren und, das ist auch klar, da erscheint die eigene korrupte Gesellschaft ganz wie von selbst als das Paradies auf Erden. Der Mensch glaubt eben, was er glauben will. Und sollten es noch so ausgelutschte Klischees und Stereotypen sein. Sollte man ihm diese Freiheit nehmen? Als Do...

Im Strahl der Sonne (Vitaly Mansky, 2016)

Es hätte ein Dokumentarfilm über „das echte Nordkorea“ werden sollen, so Regisseur Vitaly Mansky im Interview. Geworden ist Im Strahl der Sonne dann ein Film über die Selbst-Inszenierung eines Landes, in dem laut Parteiorder immer die Sonne aufgeht. Denn, auch die kleine Sin-mi weiß natürlich, dass dies im Osten geschieht. Und aus diesem Grund beginnt der Film am frühen Morgen in der nagelneuen Luxus-Wohnung des dokumentierten Familienlebens: die Mutter zieht die Vorhänge beiseite und läßt das Licht herein. Auf der schwarzen Leinwand erscheint das erste Filmbild. Die Fiktion beginnt. Da dem Regisseur alles vorgegeben wird, was und wen und wie er filmen darf, zeichnet Im Stahl der Sonne nun aus, dass Mansky eben den Spieß umdreht und genau jene Inszeniertheit des Dargestellten zum Thema seines Filmes macht – und sie somit entlarvt als das, was sie ist: Schauspiel. Das sind Filmszenen, die er angeblich heimlich außer Landes brachte, um so seinem Film einen neuen roten Faden zu g...

A Traffic Controller on Crossroads (?, Nordkorea 1986)

Ein wenig berührendes Drama - aber immerhin, ein wenig tut es das schon - um eine Verkehrspolizistin in Pyöngyang, die, neu in ihrem Job, alles ganz genau nimmt. So nimmt sie direkt einen Lastwagenfahrer hoch, der sich durch ungehöriges Schnellfahren bemerkbar macht. Als sie dann aber merkt, dass er der Lieferant für die eigene Waschmaschine ist, die Frau Mutter bestellt hat, überlegt sie, ihn davonkommen zu lassen; weil: schlechtes Gewissen (die Kreuzungen im Filmtitel sind also durchaus auch metaphorisch zu verstehen - Pflicht versus Gewissen, eventuelle romantische Verwicklungen usw.). Da gerät sie aber mit der Vorgesetzten aneinander, die, ebenfalls ein scharfer Hund, vor allem um die Sicherheit auf den Straßen besorgt ist. Da gibt es kein Pardon. Letztlich ist dies aber ein Film über die Sicherheit auf den Straßen Nordkoreas. Ein Lehrfilm. Etliche Male wird über verschiedene Verstöße debattiert, die entsprechenden Straßenschilder werden sogleich eingeblendet, verschiedene ...