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Posts mit dem Label "Haruki Murakami" werden angezeigt.

Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore I - Eine Idee erscheint (DuMont, 2018)

 Der namenlose Ich-Erzähler, ein in die künstlerische Krise geratener Portraitmaler, zieht sich nach gescheiterter Ehe in die Einsamkeit einer Berghütte zurück: es ist das ehemalige Häuschen des berühmten Malers Tomohiko Amada, der dort ungestört arbeiten wollte. Bald aber wird er von einem mysteriösen Nachbarn gestört, der sich ein Portrait anfertigen lassen will, wie von einem mysteriösen Glöckchenläuten, das nachts immer wieder erklingt und dessen Ursprung sich zunächst nicht erkunden lässt. Mehrere Frauengeschichten halten ihn ebenfalls auf Trab, wie auch ein Malkurs, den er im Städtchen Odawara am Fuß des Berges abhalten muss. Wie in einer Schauergeschichte findet er auch noch das titelgebende Gemälde auf dem Dachboden, das die Ermordung des Commendatore zeigt. Nach und nach macht sich der verhinderte Künstler, der eigentlich auf der Suche nach Ruhe und Einsamkeit war, an die Aufklärung der mysteriösen Ereignisse.  Ein typischer Plot für einen Murakami-Roman: ein...

1Q84, Teil 1&2 (Haruki Murakami, 2010)

 In der Vergangenheit, der Schulzeit liegt das eindrücklichste Erlebnis ihrer Jugend für die beiden Außenseiter Tengo und Aomame: nach der hämischen Attacke eines Mitschülers ist Aomame der schüchterne Tengo beigesprungen. Zum Dank drückt sie ihm für einen kurzen Moment die Hand, ein Erlebnis, das sich dem Jungen für immer ins Gedächtnis einbrennen wird. Etwa zwanzig Jahre später spielt nun die Handlung des Buches 1Q84, das auf George Orwells dystopischen Roman verweist (Q kann in seiner japanischen Aussprache lautlich mit 9 verwechselt werden). Denn in dieser Welt hat sich etwas verändert - als Aomame in einem Stau auf der Autobahn aus dem Taxi steigt und über eine Treppe die Hochtrasse verlässt, ist es, als ob sie über eine Schwelle geht. Plötzlich erscheinen zwei Monde am Himmel, und auch sonst haben sich Details verändert, Verhältnisse verschoben. Minimal, aber unübersehbar. Aomame ist Auftragskillerin und auf dem Weg zu einem Job. Die verschobenen Verhältnisse lassen sie ...

Haruki Murakami : Afterdark (2007).

 Der letzte von mir gelesene Roman Haruki Murakamis war Kafka am Strand . Der hatte streckenweise noch durchaus gefallen können mit seinem ansprechenden Themenmix aus Roadmovie, Adoleszenzthematik und Bibliotheksmystik. Doch starke Abnutzungserscheinungen machten sich breit: man kannte das alles mittlerweile aus zahlreichen Vorgängern. Und das Gefühl, weshalb man einen Murakami liest –also genau dieses ich-will-einen-Murakami-lesen-Gefühl- fühlte sich schon bald taub und leblos an während des Lesens; in etwa so, als ob man Weihnachten feiert und sich auch darauf gefreut hat, aber plötzlich ist doch alles wieder total langweilig und die Geschenke sind so unoriginell, daß man sich fragt, was sich die Leute dabei eigentlich gedacht haben. Schlechte Ausbeute. So ging es mir mit Kafka .  Murakamis Kurzgeschichten habe ich gelernt zu boykottieren - außer denen aus After the Quake bündeln sie das, was ich an Murakami schlecht finde. Schnell hingerotzte Teeniegeschichten für das...