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Posts mit dem Label "Masaki Kobayashi" werden angezeigt.

Von Kriegsschuld und Verzweiflung: Masaki Kobayashis THE THICK-WALLED ROOM (1953)

 Japan, vier Jahre nach dem Ende des verlorenen Weltkriegs: ein Erzähler aus dem Off spricht mit ernster Stimme von schlimmen Kriegsverbrechen und verspricht schonungslose Aufklärung. Hinter den Mauern dieses Hochsicherheitsgefängnisses befänden sich die Männer, die sich schlimmster Verbrechen schuldig gemacht hätten. Die Kamera lässt daran keinen Zweifel: bevor wir überhaupt den ersten Gefangenen sehen, haben die schwarz-weißen, hartkontrastigen Bilder bereits ihre Wirkung erreicht. In diesem Szenario der Bedrohung aus unterirdischen Gängen, Gittern, Betonwänden und rechteckigen Linien, scharfen Kanten und bewaffneten Soldaten der amerikanischen Militärpolizei kann sich nur Unvorstellbares abspielen.  Kurz darauf: tragische Musik und vor Schmerzen verzerrte Gesichter der zusammengepferchten Insassen, ein jeder hängt seinen eigenen Alpträumen nach. Heimlich versucht sich einer im Abort zu erhängen. Aber auch am Tage gibt es keine Erlösung: da wird erbarmungslos im Ste...

Die neue Freundin des Sohnes - Masaki Kobayashis Debut-Film YOUTH OF THE SON (1952)

 Wenn man in die Filmgeschichte hineinsticht gibt es immer wieder Momente, die einen völlig verblüffen können. So mag einem Masaki Kobayashis Debut-Film als völlig irre vorkommen, wenn man den Regisseur nur von seinen ernsten, gravitätischen Meisterwerken her kennt, die er dann Anfang der 60er gemacht hat: BARFUSS DURCH DIE HÖLLE und HARAKIRI (den ich für den vielleicht besten japanischen Film überhaupt halte, aber das nur nebenbei). Aber Kobayashis Werk ist viel mehr, deutlich vielgestaltiger, als "nur" diese ernsten Schwarzweiß-Dramen, in denen es der menschlichen Existenz an den Kragen geht und schlichtweg alles auf dem Spiel steht. Oder wie in BARFUSS gleich die komplette conditio humana . Weshalb der englische, internationale Titel THE HUMAN CONDITION nicht nur weniger reisserisch ist, als der deutsche, sondern auch genauer am treffenden Originaltitel ( Ningen no joken ). Hier, in diesem Film, ist die Situation im Vergleich geradezu lächerlich läppisch: es geht um d...

Barfuss durch die Hölle / Human Condition / Ningen no joken (Masaki Kobayashi, Japan 1959-1961)

Die Sichtung dieses monumentalen Filmes habe ich lange Zeit vor mir hergeschoben; zum einen, weil ich einen gehörigen Respekt vor der "Größe" des Werks innerhalb der Filmgeschichte hatte, zum anderen deswegen, da Masaki Kobayashis HARAKIRI einer meiner allerliebsten, zutiefst bewunderten Filmmeisterwerke ist - wodurch natürlich ein gewaltiger Respekt gegenüber dem gesamten Werk Kobayashis entstanden ist, der sich mit den Sichtungen von KWAIDAN oder etwa SAMURAI REBELLION bestätigt hat. Und der Ruhm von NINGEN NO JOKEN ist sowieso legendär. Ein Film also, den man nicht einfach so wegschaut zwischendurch. Leider stellt sich die  Erkenntnis ein, dass man solche Filme dann niemals schaut (ganz ähnlich geht es mir mit Béla Tarr), da man die  Sichtung immer noch einmal auf einen vermeintlich besseren Termin hinausschiebt. Wie auch immer dieser aussehen soll. Damit muß nun Schluß sein, Respekt ist gut, zuviel der Ehrfurcht ist schädlich - Vergötterung kindisch. Ich versuche mich ...