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Berlinale: Nobody's Daughter Haewon / Nugu-ui ttal-do anin Haewon (Hong Sang-soo, Südkorea 2013)


Hong Sang-soos Wettbewerbsbeitrag zur diesjährigen Berlinale ist eine federleichte Schrulle mit einigen dunklen Tönen. Es geht um die hübsche Studentin Haewon (Jung Eun-chae), die in einer Beziehung zu ihrem verheirateten Universitäts-Professor feststeckt, und die ganz gerne und wohl immer häufiger dem koreanischen Reiswein Soju zuspricht. Überhaupt lassen sich wieder alle bereits bekannten Motive aus Hongs früheren Filmen finden: der Regisseur, der mit seinen Studenten trinkt, eine niedergeschlagene Protagonistin, die in ihrem Leben etwas ändern muss, immer wiederkehrende Locations, die von einer schlichten und nüchternen Kamera eingefangen werden, die plötzlichen Zooms, ein paar unvermittelte Schwenks in einer ansonsten statischen Bildgestaltung. Eine Einfachheit im Bild, die nicht an Schönheit interessiert ist - und die gerade dadurch sehr zu faszinieren vermag.

HAEWON ist auch eine Komödie und eine Farce, die zwischen der Ungewissheit des Traums und der Ungewissheit seiner Figuren, die sich nicht entscheiden können, pendelt. Ganz schlimm hier wieder die Männerfiguren, die sich in Affären verrennen und derart Konflikte heraufbeschwören, die sie nicht lösen können - aus Unfähigkeit und weil sie Waschlappen sind. Eine Vaterfigur gibt es nicht im Film, und Haewons Mutter zieht einen Schlußstrich: sie beginnt ein neues Leben in Kanada. Haewon, die nun "niemandes Tochter" ist, bleibt alleine zurück (so ganz kann man Hong also nicht glauben, wenn er in einem Interview erzählt, er habe den Titel nur deshalb gewählt, weil er sich gut anhört) - und bekommt bald von einem anderen Professor, den sie vor einem Buchladen kennenlernt, ein Angebot, ihm nach San Diego zu folgen, wo er unterrichtet, um ihn dort zu heiraten. Der nette Buchhändler, den sie vorher kennengelernt hatte, ist nur einer der offenen Fäden, die der Film nicht zuende erzählt. Und dann ist der Film einfach irgendwann vorbei. Nachdem sie ihre Affäre beendet hat, sitzt sie wieder mal in der Bibliothek und schläft tief und fest. Man erinnert sich an die skurrile Begegnung mit Jane Birkin, die plötzlich im Film auftaucht, und die Haewon, da sie ihrer Tochter Charlotte so ähnlich sehe, ihre pariser Telephonnummer gibt. Ja, so einfach passieren die Dinge hier. Ein weiterer, sehr schöner Film Hongs.

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