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Like You Know It All / Jal aljido mothamyeonseo (Hong Sang-soo, Südkorea 2009)


Der erste Film des Marathons ist etwas überlang geraten, steckt dafür aber voll freudebringender Selbstironie.

Worum geht's: Hong läßt einen Regisseur, der sich bislang durch unverständliche Kunst- und Arthausfilme ausgezeichnet hat, als Jury-Mitglied eines kleinen Provinzfilmfestivals auflaufen. Dort wird ihm viel Anerkennung entgegengebracht, doch auch erste kritische Stimmen erklingen. Spätestens als sein ehemaliger Studienkollege auftaucht, mit dem er damals eine Produktionsfirma in den Sand gesetzt hat, bekommt das sympathische Bild des Regisseurs (Kim Tae-woo) erste Risse. Nach einer durchsoffenen Nacht laufen die Zwischenmenschlichkeiten dann etwas aus dem Ruder.

Man sieht es deutlich, worauf der Film hinaus will: Hong inszeniert den Zirkus, an dem er selbst Teil hat, als Tragikomödie. Ein Regisseur, dem lange und auch langweilige Filme nachgesagt werden, macht einen langen und überhaupt nicht langweiligen Film über ein paar kurze Momente im Leben eines Regisseurs und liefert zugleich ein kleines, ausschnitthaftes Szene-Portrait.
Im zweiten Teil des Films reist besagter Regisseur auf eine Insel zu einem Gastvortrag an einer Filmhochschule. Dort gibt es ebenfalls eine große Sauferei und ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Universitätsprofessor, einem Maler. Auch hier wieder: Szene, Intellektuelle (oder was man dafür hält), Irrungen der Liebe. Und immer wieder: Vorwürfe. An Ku, was er alles hätte tun sollen, unterlassen hat, wo er hätte eingreifen müssen. Der Regisseur, der als Einzelgänger seine Kunst erschafft, erscheint uns als lediglich bedingt sozialfähiges Wesen - so in etwa, ganz klar wird das nicht. Hong läßt Raum zur Interpretation. Leerstellen. Der moralische Vorschlaghammer ist sein Ding nicht, was ja extremst lobenswert ist.

Ordentlich ist auch die Kameraarbeit, das Tempo, der Musikeinsatz. Nur das ständige Heranzoomen an die Figuren aus den medium shots nervt irgendwann. Eine neue Perspektive findet sich so, haha, nicht. Dank der Ironie und der Selbstreferentialität des Filmes bleibt mir also nur zu sagen: anschauen, LIKE YOU KNOW IT ALL ist ein ziemlich toller Film geworden.

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