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Fallen Angels / Duo luo tian shi (Wong Kar-Wai, Hongkong 1995)


Eine junge Frau (Michelle Reis) streift durchs nächtliche Hongkong: sie ist auf dem Weg in das heruntergekommene Hotel, in dem sie sich bei einem Job, und nur für diesen, einrichten. Die Bewegungen sind fließend, schnell, routiniert. Dann kommt er, der Killer (Leon Lai), bereitet sich vor, läßt sich Zeit, dann geht es los. Irgendwo muß immer irgendwer getötet werden. Mit mechanischer Präzision führt er den Auftrag aus, eine heiße Schießerei, Lebensgefahr, Schnelligkeit kommt vor Schönheit. Die Einsamkeit des Langzeitkillers.


FALLEN ANGELS ist der Kinotrip schlechthin. Genre, Bilderrausch, offenes Erzählen. Hier wird nichts erklärt, alles geschieht, irgendwie, ohne begründet zu werden. Die Geschichte formt sich im Laufe des Sehens. Dass es eine Tragödie ist, merkt man erst später. Dazu noch eine Liebestragödie. Denn die Agentin ist in den Killer verliebt, er aber verbietet sich dies. Sie treffen sich nie, alles bleibt anonym, kaltes Geschäft.


Da lernt er die Drifterin kennen. Blonde Locken, Verführung, Aushebelung der rechten Winkel. Und dann der zweite Erzählstrang, in dem die Komödie in den Film kommt, obwohl, das ist vielleicht übertrieben: eine Leichtigkeit zumindest, die die hypnotische Seite ausbalanciert. Takeshi Kaneshiro. Er ist wie geschaffen für diese Figur zwischen albernem Ernst und Irrwitz, Respektlosigkeit, pulsierendes Herz. Der Adrenalinschub für die zweite Hälfte des Filmes. Eine, die mir weniger gut gefällt als der Beginn, hier bricht alles ein wenig auseinander, verwirrt sich. Die gewonnene Klarheit löst sich wieder auf ins Fragment, man weiß nicht, wohin der Film will.


Dieser Film ist auch der Film von Christopher Doyle. Ohne ihn wäre der Film nicht, was er ist. Doyle ist rauschhaft, mutig, originell, kreativ, energetisch. Er ist auch völlig unprätentiös, die Inszenierung geht (noch) nicht auf Stelzen. Er ist der beste Kameramann für diesen Film. Und: FALLEN ANGELS ist vielleicht der beste Film Wong Kar-Wais, er ist, so wie der geniale Vorgänger CHUNGKING EXPRESS - aus dem er hervorgeht -,...: ein Film aus Hongkong.

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However (Hirokazu Koreeda, Japan 1991)

Wonderful early TV documentary by Japanese director Hirokazu Koreeda following two people's path of live to an early death by suicide - one is Mr. Yamanouchi, who works for the Japanese welfare ministry, after giving up his literary ambitions; the other one is Nobuko Harashima, who, as a single child, survived the fire-bombing of Tokyo in WW II but never got her feet on the ground after falling seriously ill. She works on and off as a bar hostess, but gets seriously harrassed by government employees as she applies for social welfare security.
 Two tragic lifes lived "on opposite sides" of the societal system, two people doing their best endlessly struggling - but both ultimately driven to suicide by the Japanese bureaucracy.
 The film title refers to a poem Yamanouchi wrote as a student called "Shikashi ... " / 然し / しかし (meaning However), which is the one his widowed wife reads to the audience during the film. An early Koreeda, definitely worth watching thoug…

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Vor dem Hintergrund erfolgreicher Serienformate wie etwa Narcos auf netflix kann man auch deren Nachahmung von solch südostasiatischen Ablegern verstehen, die im sogenannten Goldenen Dreieck von Laos, Thailand und Myanmar spielen: dort wird traditionell Schlafmohn angebaut, das anschließend zu Heroin verarbeitet wird. Hier nun also ein großchinesischer Blockbuster, der einen seiner erfahrensten Actionregisseure aus Hong Kong ans Ruder lässt: Dante Lam. Der hat nach seinem überragenden Frühwerk und der Leuchtrakete The Beast Stalker seit längerem jedoch eine Flaute: The Viral Factor, Fire of Conscience und Stool Pigeon waren nicht viel mehr als routiniertes Handwerk. Doch dann die Rückkehr auf beinahe altes Formniveau mit dem durchgedrehten That Demon Within und dem sagenhaft dichten Unbeatable mit einem unfassbar guten Nick Cheung in der Hauptrolle. Sein Radrennfahrer-Drama To The Fore (2015) allerdings war wiederum eher etwas für die Tonne. Auch visuell, eigentlich immer eine Stärk…

Für alle sichtbar und dennoch weit weg: Die Ladenhüterin (Sayaka Murata, 2018)

Normalität setzt sich gewaltsam durch, Fremdkörper werden einfach beseitigt. Menschen, die nicht richtig funktionieren, werden entsorgt.
 Nach gut der Hälfte dieses enorm sympathischen Romans findet die eigenbrötlerische Ich-Erzählerin Keiko Furukura zu diesen klaren und harten Worten, die gewissermaßen als Sentenz dem ganzen Roman zugrunde liegen. Und die zugleich eine gesellschaftliche Analyse darstellen, die ebendieser Gesellschaft ein äußerst negatives Zeugnis bescheinigen.
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