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Shôwa Karesusuki / Der Polizist und seine Schwester (Yoshitarô Nomura, Japan 1975)

Harada (ein Polizeibeamter) lebt in Tokyo mit seiner Schwester in einer kleinen Wohnung nah den Bahnschienen. Die Kinder vom Lande, früh verlassen von den Eltern, mußten sich selbst durchschlagen; umso erfreulicher, daß sie es nun aus eigener Kraft zu bescheidenen Verhältnissen geschafft haben. Jeden Morgen fahren sie gemeinsam in die Stadt. Er geht ins Präsidium, Noriko in die Schneiderschule. Fröhlich winkt er ihr zum Abschied, wie er sich Richtung Stadtzentrum wendet, sie lächelt zurück. Auf der obersten Stufe jedoch wendet sie sich um, geht zurück, und streunt den Rest des Tages durch die Megalopolis.

Die Kamera findet tolle Bilder der Menschenmassen, und wie sich nach und nach das Schicksal dieser beiden herausschält, da ist deutlich, daß hier noch tausende Geschichten erzählt werden könnten. Noriko läßt sich mit zwei üblen Typen ein, und ihr Bruder kommt zufällig dahinter. Als er ihr den Umgang mit ihnen verbieten will, zeigt sie sich wenig einsichtig. Alles Zureden hilft nichts. Er beginnt, ihr heimlich zu folgen. Hinein in ein Liebeshotel etwa, wo sie sich zum Schäferstündchen mit dem schleimigen Nakagawa trifft. Im weiteren Verlauf spitzt sich die Handlung zu, bis plötzlich der Liebhaber tot am Boden liegt: und Noriko scheint schuldig zu sein. Die Beziehung der beiden Geschwister steht vor einer harten Prüfung.

Für das Drehbuch war Großmeister Kaneto Shindo (Edo Porn, Battle of Okinawa, Onibaba) verantwortlich, und -ganz im Ernst: was hier Hideki Takahashi (Irezumi ichidai und Elegy of Violence, Seijun Suzuki; Friendly Killer, Teruo Ishii) als Harada abliefert ist ganz großes Darstellerkino. Der Mann hat eine Präsenz, der füllt den ganzen Film damit. Und daß aus dem Großstadt-Darstellerkino ein kleiner feiner Thriller wird, das hat der Spannung auch nicht geschadet.

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