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Into the Faraway Sky / Toku no sora ni kieta (Isao Yukisada, Japan 2007)


Handlungsort: ein Provinznest im ländlichen Japan. Endlose Weizenfelder, sternklare Nächte, die Leute sind hier so (verschroben also), wie sie sind. Der Fluss der modernen Zeiten fließt hier bedeutungslos vorbei. Doch nun soll mitten in diese Idylle hinein ein Flughafen gebaut werden, und da regt sich verständlicherweise erheblicher Widerstand. Ein zwielichtiger Biologe kehrt da extra nach Hause zurück, in sein Heimatdorf, zu seiner Familie, um ihnen unter die Arme zu greifen. Die gemeine Japanische Feldmaus würde durch diesen Betrieb ebenso gestört, wie das ruhige Leben der Menschen in ihrem Winkel. Doch eigentlich geht es vielmehr um eine Lausbubengeschichte, in der sich der örtliche Krawallmacher mit dem (typisch Yukisada) androgyn wirkenden Sohn des Flughafenbeauftragten befreundet, nachdem sie mehrfach aneinandergeraten waren. Fortan haben sie beide immer schmutzige Knie. Erste Liebe, Mädchen, durchgeknallte Zirkusleute russischer Abstammung, hilflose Väter, rabiate Mütter, Sonnenuntergänge, Sternschnuppen. Wir sind hier in einem Land des Fabulierens, in einem Märchenland.

So unzuverlässig wie der Wahrheitsgehat der einzelnen Stränge der Geschichte ist auch der Erzähler, der in der Rahmenhandlung auftritt. Die Heimkehr des Jungen, der den Stewardessen des Flugzeugs auf dem Rollfeld diese Geschichte seiner Jugend erzählt. Auslöser ist keine Madeleine, sondern ein einbetonierter Kinderschuh. Und am Ende fragt er sie augenzwinkernd: na, habt ihr mir das etwa alles geglaubt?

Die Frage stellt sich natürlich auch dem Zuschauer, der dieses sprunghafte Erzählen auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Genres auch ersteinmal als bare Münze nehmen muss. Eine coming-of-age Jugendgeschichte in Verbindung mit einem Ökothriller, der aussieht wie durch die Mühlen von Emir Kusturica gedreht (aber ohne allzu deftig oder gar zu kartoffelig werden, freilich). Das kann in seiner ganzen Länge von 140 kreativ genutzten Minuten schon auch einmal nerven und dann auch ungewollt anöden, wobei das eher die Ausnahme ist. Isao Yukisada (GO, CRYING OUT LOVE, IN THE CENTER OF THE WORLD) ist schon ein Profi des kommerziellen Films geworden, und diese Hügelauf-Hügelab-Geschichte ist letztlich turbulent genug, einen immer bei der Stange zu halten.

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