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HKIFF: Cold War (Longman Leung & Sunny Luk, Hongkong 2012)


Ein kalt glänzer und stark verwickelter Polizeithriller im Stile der INFERNAL AFFAIRS-Filme, der diesen jedoch nicht mal ansatzweise nahe kommt und Schnittgewitter mit Spannung, Bombast mit Größe verwechselt. Dabei ist es bemerkenswert, mit welcher Konsequenz diese Linie von den beiden Regieneulingen durchgezogen wird, und mit welcher Souveränität der Cast agiert (vorne weg: Aaron Kwok und Tony Leung). Das hält den Film stilistisch durchaus zusammen, jedoch sind die Figuren dermaßen in ihren Funktionen gefangen, dass eigentlich keine einzige dem Zuschauer nahe kommt. Auch in diese Richtung also bleibt der Film ein kaltes Monument der reinen Oberfläche aus Stahl, Glas, Form, Funktion, Sinn und Zweck. Menschliches - auch wenn es immer wieder um Schicksale gehen soll - findet quasi nicht statt. Dass es im Film auch keine einzige irgendwie relevante Frauenrolle gibt, darüber muss man wohl auch geflissentlich hinwegsehen.

Der Thriller über die Korruption in den obersten Etagen der hongkonger Polizeikräfte (Auslöser ist ein gestohlener Einsatzwagen mit extrem teurem Equipment - und das in der "sichersten Metropole Asiens", wie mehrfach betont wird) war einer, wenn nicht der erfolgreichste chinesische Film 2012 in HK, und gilt als ungewöhnlich komplexer Mainstreamfilm. Mich hat er überhaupt nicht überzeugt, wenngleich eine durchaus nicht zu leugnende Faszination von diesem kalten Koloss ausgeht. Auf dem Festival lief der Film in der Sektion HK - Panorama 2012-2013, in der besonders erfolgreiche Filme des letzten Jahres noch einmal gezeigt wurden.

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