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Irezumi – Spider Tattoo (Yasuzo Masumura, Japan 1966)

Otsuya (Ayako Wakao), die Tochter eines zu Wohlstand gekommenen Kaufmannes, brennt mit dem kleinen Gehilfen Shinsuke (Akio Hasegawa) durch - es ist die große dramatische Liebe. Shinsuke jedoch hat ein äußerst schlechtes Gewissen seinem Herrn gegenüber, denn dieser hatte ihn wie einen eigenen Sohn aufgenommen. Unterschlupf finden sie bei dem zwielichtigen Gonji, der versucht, die Liebenden zu trennen, Shinsuke ermorden zu lassen und anschließend Otsuya an den Bordellbesitzer Tokubei verkauft. Der läßt ihr eine riesige Spinne mit Dämonenkopf auf den Rücken tätowieren, die männerfressende Spinne - denn Otsuya ist eine äußerst attraktive Frau, die Männer scheinen in ihrer Nähe den Verstand zu verlieren.

Die literarische Vorlage zum Film stammt von Junichiro Tanizaki, das Skript von Kaneto Shindo (ONIBABA, KURONEKO). Was kann man da anderes erwarten, als herausragendes Kino! Masumura gelingt hier ein atmosphärisch dichter, äußerst kompakt wirkender Film, der Figuren zeigt, die ständig am Abgrund wandeln. Umgesetzt in prächtige Bilder, in eine beeindruckende Inszenierung der Körper. Überhaupt scheint dies das Hautthema des Films zu sein, neben Liebe, Begehren und Geld. Wie schon in MANJI – DIE LIEBENDEN, in dem Masumura eine lesbische Liebe portraitierte, ist hier die nackte Haut das zentrale Thema, das Ins-Auge-Fallende. Ob das der halbnackte Rücken der Tätowierten ist, ihr entblößter Bauch im Bett nach dem Liebesspiel, der nackte Rücken ihres Geliebten Shinsuke, an den sie sich mit aller Kraft klammert, oder, eine der schönsten Szenen: als sie zu Beginn im Gasthaus des Gonji den Raum mit betrunkenen und spielwütigen Männern betritt. Barfuß, "wie eine Geisha", tritt sie ein, der prachtvolle Kimono teilt sich ein wenig, der bloße Knöchel wird sichtbar, und nicht nur dem Tätowierer Seikichi verschlägt es die Sprache. Ganz langsam und elegant umrundet sie einmal die Spielenden und die Stimmung der Begehrlichkeit scheint zu explodieren. Doch sie hat alles unter Kontrolle - man sieht es ihr da schon an, es genügt nur der Blick, die Körperhaltung - diese Frau hat die Männer in der Hand. Und der Anblick des Knöchels genügt, um alle Anwesenden in den Wahnsinn zu treiben (und uns ebenso).

Wieder gelingt es Masumura in eindrücklichen Bildern und mit hervorragenden Schauspielern einen intensiven Film zwischen den Polen Arthaus und Erotikdrama zu gestalten, der vom Aufbegehren des Individuums nach Selbstbestimmung erzählt. Gegen gesellschaftliche Konventionen, starre Geschlechterrollen und Unterdrückung.

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Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

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"And the dark is always hungry." (Scott Barley) Scott Barley's apocalyptical drone-room of a film is a fascinating experience. Not only a film to watch, but definitely one to listen to, as the audio is almost as impressive as its pictures. Very often, the images are blurred in the beginning, but with the slightest movements of the camera, the picture does get clearer, more concrete, focused, but sometimes nothing happens at all, too. Nevertheless, the film feels very dynamic - it's a weird state of an inherent Bildspannung , a suspense (and tension that might rip apart) inside of the images themselves that keeps you totally immersed.  Static movement  of the camera might be the term of technique to describe the process of capturing those dreamlike images, which are almost incomprehensive at first, always hard to grasp. As there seems to be no plot, no dialogue, no actors, there are none of the usual narrative anchors that guide us through a film, or movie. O...

Nippon Connection 2016: Being Good (Mipo O, Japan 2015)

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