Direkt zum Hauptbereich

Jun kissa Isobe / Authentic Café Isobe (Keisuke Yoshida, Japan 2008)


Als Yujiro Isobe, ein Bauarbeiter und liebenswerter, von seiner Frau getrennt lebender Loser eine Menge Geld erbt, entschließt er sich aus einer Laune heraus, ein Café zu eröffnen. Seine verantwortungsbewußte Tochter, die bei ihm aufwächst (und auf ihn aufpaßt), schlägt bei diesem Himmelfahrtsprojekt nur die Hände über dem Kopf zusammen: das kann ja nicht gut gehen!
Doch nach und nach füllt sich das Kaffeehaus, vor allem Dank der hübschen Serviererin Kumiko, die, kurz berockt, die Gäste lockt. Auch ein gut aussehender Schriftstellerjüngling sitzt Tag für Tag an seinem Platz, und ein zartes Pflänzchen der Liebe sproßt in Tochter Sakikos Herzen; plötzlich ist das Kaffeehaus auch zu ihrem Mittelpunkt im Leben geworden. Doch dann kommt alles anders...

Yoshida gelingt eine wirklich wundervoll inszenierte Komödie, die Dank ausgezeichneter Darsteller und extrem gut getimter, häufig leiser, Pointen enorm zu unterhalten weiß. Da das Leben aber keine Sahnetorte ist, schleicht sich zusehends ein ernster Ton in den Film, der dann - völlig überraschend - mit ein paar emotional hammerharten Szenen aufwartet. Umso mehr steigt meine Bewunderung und Verehrung für diesen stilsicheren Film, der es schafft, beinah jedes Klischee zu umschiffen und in seinen Dialogen völlig zu überzeugen weiß. Ein ausgezeichneter Film.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

Sleep Has Her House (Scott Barley, GB 2016)

"And the dark is always hungry." (Scott Barley) Scott Barley's apocalyptical drone-room of a film is a fascinating experience. Not only a film to watch, but definitely one to listen to, as the audio is almost as impressive as its pictures. Very often, the images are blurred in the beginning, but with the slightest movements of the camera, the picture does get clearer, more concrete, focused, but sometimes nothing happens at all, too. Nevertheless, the film feels very dynamic - it's a weird state of an inherent Bildspannung , a suspense (and tension that might rip apart) inside of the images themselves that keeps you totally immersed.  Static movement  of the camera might be the term of technique to describe the process of capturing those dreamlike images, which are almost incomprehensive at first, always hard to grasp. As there seems to be no plot, no dialogue, no actors, there are none of the usual narrative anchors that guide us through a film, or movie. O...

The Warped Ones aka The Wild Love-Makers / Kyonetsu no kisetsu (Koreyoshi Kurahara, Japan 1960)

THE WARPED ONES ist die totale Tayozoku-Madness, ein Film über jugendliche Rebellen im Nachkriegsjapan: zwei "juvenile delinquents" kommen aus dem Gefängnis heraus und beginnen direkt mit ihrer Hatz auf Vergnügungen, auf Mädchen, Alkohol und Befriedigung der Primärbedürfnisse. Wenn die Strecke zu weit ist, klaut man eben kurz einen Wagen. Hat man Hunger, klaut man was am nächsten Straßenstand. Die Sonne brennt vom Himmel, der Schweiß steht auf der Stirn, der Jazzbeat treibt voran, die Artikulation geschieht hauptsächlich durch Grunzen, Brüllen, Knurren und sonstige animalische Laute. Wird gegessen, dann wird geschlungen. Gebratene Hühnchen werden zerrissen, Reis wird gestopft. Wasser wird aus der Kanne direkt in den Mund gegossen und läuft über den von Schweißtropfen perlenden, entblößten Körper. Dieser prototypische Suntribe-Film (die man als Vorläufer der "Neuen Welle" in Japan verstehen kann) ist ein einziger, rasender Exzess der Respektlosigkeit. Die beide...