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Violent Cop / Sono otoko, kyōbō ni tsuki (Takeshi Kitano, Japan 1989)

Als sich Takeshi Kitano mit Kinji Fukasaku, der den Film eigentlich drehen sollte, überwarf und dieser den Regieposten abgab, übernahm der völlig regieunerfahrene Hauptdarsteller des Films das Ruder, nachdem ihn der Produzent in lockerem Scherzton gefragt haben soll, ob er das nicht machen wolle. Ein Glücks- und ein Zufall, entstand doch in diesen Wirren der erste "echte" Kitano-Film - mit einer Filmcrew, die äußerst skeptisch war. Auch Kitanos Anweisungen, die Kamera nicht zu bewegen, stieß zunächst auf Unverständnis. Ein Element, das sich stilistisch durch alle Filme des Mannes ziehen wird, und das, ein weiteres Markenzeichen, dazu führt, daß die "Action", die Handlung, häufig Offscreen geschieht. Das Filmbild fängt das Geschehen eben gerade nicht ein, sondern präsentiert dem Zuschauer lediglich das Ergebnis. Dieser lakonische, "trockene" Inszenierungsstil fordert den Zuschauer in seiner Beteiligung und schockiert umso mehr, wenn dann, in einer späteren Szene mit ebensolch emotionsloser Kamera die Gewalttat ins Bild gerückt wird. Da wird dann eben auch nicht künstlich dynamisiert, geschnitten, oder gerummst auf der Tonspur. Die Wirkung auf den Zuschauer wird auf diese Weise potenziert und die Gewalt als "realistisch" wahrgenommen.

VIOLENT COP erscheint mir jetzt nach der Zweitsichtung noch wesentlich gelungener und souveräner, als ich dies beim ersten Sehen wahrgenommen habe. Die Szenen sind exzellent getacktet, der Musikeinsatz häufig kontrapunktisch oder zumindest verstörend ungewöhnlich genutzt, die Montage ist sehr ökonomisch und effektiv. Auch die häufig monierte Langatmigkeit kann ich so nicht bestätigen, schraubt sich der Film doch zusehends in eine Spirale der Gewalt hinein, die gegen Ende dermaßen unkonsumierbar wird, daß einem der Atem stockt. Das Finale ist eine Himmelhundsche Parade-Duellsituation, die den Film nachdrücklich in Genre-Traditionslinien hineinrückt. Nicht zu vergessen: auch dieser Film ist bisweilen enorm humorvoll.

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Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...

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Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

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