Direkt zum Hauptbereich

Sector 7 / 7 gwanggu (Kim Ji-hun, Südkorea 2011)


Auf der Ölbohrplattform ist der Teufel los! Als ob die Stimmung nicht schon schlimm genug wäre - man findet im besagten Sector 7 einfach kein Öl - so schleppt man sich auch noch ungeheure Tiefsee-Schleimmonster ein, die sich rasant vermehren. Zunächst noch ganz putzig, als kleine Glitzerquappen, werden sie überfallartig zu lebensbedrohlichen Gegenern, die in einer Mischung aus Octalus und Alien die Mannschaft rasant dezimieren.


SECTOR 7 ist gerade heraus gesagt: ganz primitiver Monsterspass, der mit der nötigen dumpfen Einstellung rezipientenseitig einige Laune machen kann. Rasant inszenieren können die Koreaner ja, und so finden neben den üblichen Keilereien auch Motorradrennen über die Plattform statt, dann Tiefsee-Tauchspektakel, und freilich gibt es auch wunderbar spektakuläre ölverschmierte Reparaturarbeiten von Tanktop-bekleideten Schönheiten an überdimensionalen Bohrmeißeln zu bestaunen.



Ahn Sung-ki gibt den räsonablen Altherrensouverän; die immer bekannter werdende Ha Ji-won aus PHONE, SEX IS ZERO, und dem Katastrophenfilm HAEUNDAE spielt die engagierte Tanktop-Frau, die auch kräftig zuschlagen kann - außerdem gibt es noch einen debilen Irren und eine Wissenschaftlerin. Alle anderen Charaktere habe ich nach einer Woche bereits vollständig vergessen. Ich vermute, die waren alle Monsterbait. Und so ist SECTOR 7 freilich kein Darstellerfilm, hat kaum eine erwähnenswerte Plotentwicklung (hier ist sowieso alles zusammengeklaut), noch so etwas wie eine Figurenentwicklung. SECTOR 7 ist für "ernsthafte" Kinogänger der leibhaftig gewordene Alptraum und an Unbedeutsamkeit wohl kaum zu überbieten. Obwohl, halt! Er ist der erste koreanische Film in 3D. Nur für's Notizbuch.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

Nippon Connection 2016: Oyster Factory / Kakikoba (Kazuhiro Soda, Japan 2015)

Der in New York lebende und aus Tokyo stammende japanische Dokumentarfilmer Kazuhiro Soda legt mit OYSTER FACTORY seinen neuesten Film vor: 2007 war er mit CAMPAIGN noch bei der Berlinale vertreten, weitere Filme liefen auf verschiedenen Festivals. Dieser ist nun der sechste Film in einer Reihe von Dokumentarfilmen, die Soda selbst in den Anfangstiteln als Serie durchnummeriert. Der Regisseur tritt zugleich als Produzent, Skriptwriter, Kameramann und Cutter auf. OYSTER FACTORY ist also ein Leidenschaftsprojekt, das mit wenigen Mitteln finanziert wurde und als Autorenkino durchgehen darf. Sein Platz im Programm der Reihe Nippon Visions ist also durchaus angemessen, obwohl Soda alles andere als ein Debutant ist. Und umso toller, dass er mein Eröffnungsfilm des Festivals war, denn dieser Film ist großartig. Es war ein wenig der Zufall, der mich in diesen Film trieb: Kiyoshi Kurosawas JOURNEY TO THE SHORE, der eigentliche Eröffnungsfilm des Festivals, war bereits rappelvoll, und ...

HKIFF 2013: A Story of Yonosuke (Shuichi Okita, Japan 2012)

Mitte der 80er kommt der junge Yonosuke nach Tokyo um dort zu studieren. Er ist eine ziemlich schräge Gestalt: groß gewachsen, Wuschelhaare, er hat einen ungewöhnlichen Humor und hat einen einnehmend, offenen Charakter. Einer der zugleich irgendwie schräg ist, rausfällt. 16 Jahre später erinnern sich verschiedene Personen, die alle seine Bekanntschaft gemacht hatten, an ihn, und in übergangslos montierten Rückblicken findet der Film - durch seine unterschiedlichen Perspektiven - neue Blickwinkel auf die Person Yonosukes. Hierfür gibt es auch einen Anlaß, der teilt sich aber erst ganz am Ende des Films mit. Dieser Film, eigentlich eine coming-of-age-Geschichte, ist voller origineller Einfälle, von lautem und leisem Witz, immer durchzogen von einer Spur Ironie und Humor. A STORY OF YONOSUKE ist trotz seiner 160 Minuten extrem kurzweilig, und hat eine völlig ungewöhnliche Narration. Beim ersten Einschub eines sozusagen "zukünftigen Flashbacks", denn die Zeit der Haupthan...