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Kandagawa Wars / Kandagawa Inran Senso (Kiyoshi Kurosawa, Japan 1983)


Zwei aufgedrehte Mädels beobachten mit ihren Ferngläsern des Nachts nicht nur die Sterne am Firmament, nein, sondern auch den Wohnblock auf der anderen Seite des Flusses gegenüber. Dort nämlich spielt sich Ungeheuerliches ab: ein junger Mann, der sich für Godard, John Ford, Deleuze und seine Querflöte interessiert, wird von seiner Mutter in regelmäßigen Abständen zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Diese inzestuöse Schweinerei können die beiden nicht mehr länger tolerieren und so planen sie, den Unterdrückten aus seiner Sexhölle zu befreien - um ihn selbst zu besteigen, quasi als Heilmittel.

Dabei haben sie nicht bedacht, dass der junge Herr vielleicht sogar ganz glücklich war mit seinem Muttersöhnchenstatus. Einmal fremdgegangen, will er sich direkt von der Brücke stürzen. Zudem wäre auch im eigenen Bette zu kehren: denn eine der beiden aufgeweckten Freiheitskämpferinnen wird selbst recht ordenlich unterdrückt. Ein ekliger Brillentyp, sowas wie ihr Freund, besteigt sie in unersättlicherweise mehrfach in einer Nacht - einmal macht er neun Striche an die Wand. Und eigentlich hat sie gar keine Lust mehr auf all die einfallslose Mechanik.

Kiyoshi Kurosawas Debutfilm bei Nikkatsu ist ein ziemlich lustiger und irrwitziger Roman Porno - Sexfilm, der, als einstündige Billigproduktion, vor allem mit seinem ekstatisch-hysterischen Plot zu punkten versteht, mit der Darstellung von durchaus skurilen Sexpraktiken, und der sich mit oft völlig unpassender Musik beinah schon einem Splapstick-Film annähert. Und der erst gegen Ende zu einigen brillanten Bildern findet, etwa wenn die Konkurrenten um den Cineasten sich enragiert im Fluss prügeln, schön mit rotem und blauem Kleid, darunter weißes Höschen. Dass man bei einem derartigen Film aus Japan keinen Hardcorecontent erwarten darf, dürfte klar sein. An einer Stelle sieht man sogar die mit Klebestreifen abgeklebten Genitalien, zweimal ist der Schamhaarbereich geblurred. Nun ja, Nikkatsu war vom Film übrigens nicht wirklich überzeugt, da die auch visuell spannenden Szenen zwischen den eigentlichen Hauptmomenten des Films, den Sexszenen, zu interessant geraten seien und von diesen ablenkten. Seinem nächsten Film für das Studio (COLLEGE GIRL: SHAMEFUL SEMINAR, 1984/85) wurde dann sogar die Veröffentlichung versagt. Nachdem er die Director's Company davon überzeugen konnte, den Film zu kaufen, drehte er ein paar zusätzliche Szenen und brachte den Film, dann auch neu geschnitten, als den zumindest dem Namen nach bekannten THE EXCITEMENT OF THE DO-RE-MI-FA GIRL (1985) heraus. KANDAGAWA WARS jedenfalls ist ein unterhaltsamer Genrefilm und ein bisweilen durchaus erotischer Ritt, eine kleine, luftige Schweinerei!

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