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End of Animal (Jo Sung-hee, Südkorea 2010)


Die schwangere Soon-young verlässt Seoul in einem Taxi, das sie zu ihrer Mutter in die Provinz bringen soll. Während der Fahrt steigt allerdings ein merkwürdiger und arroganter Mann zu, der nicht nur Details aus dem Leben der Protagonistin und des Taxifahrers zu kennen scheint, nein, er prophezeit auch eine Apokalypse, eine Zeit, "in der die Engel herabsteigen". Weißes Licht. Kurz darauf erwacht Soon-young - das Handy ist tot, die Elektrik funktioniert nicht, der Taxifahrer, der Hilfe holen wollte, kommt nicht zurück - und macht sich selbst auf den Weg. Es wird eine Irrfahrt werden, mit dem Ziel der Raststätte, die, obwohl nur wenige Kilometer entfernt, unerreichbar scheint.

Auf diesem Weg begegnen ihr immer wieder Figuren, die selbst gestrandet sind, egoistisch handeln, ihr Fortkommen behindern. Auch dubiosen Hinterwäldlern, die in ihr leichte sexuelle Beute wähnen, muss sie widerstehen. Der Film allerdings ist alles andere als ein verträumtes Märchen. Sein apokalyptisches Szenario ist in naturalistischen Bildern eingefangen, in der das Chaos und die Bedrohung nicht durch offenkundige Verwüstung eingetreten ist, sondern sich im sozialen Raum manifestiert. Es sind die Menschen, die ihre Mitmenschlichkeit - oder auch die Menschlichkeit an sich - verloren haben. Der Film gewinnt seine Bedrohung aus der Verunsicherung, aus der Aushebelung der ansonsten verbürgten Konstanten und kreiert so einen subtilen Schrecken, der sich in seiner Offenheit manifestiert. Und leider sehr viel, oder oder auch sehr wenig bedeuten kann. Nicht zu wissen, woran man ist, kann furchtbar sein. Nur leider läßt einen der Eindruck nicht los, der Film weiß manchmal selbst nicht so genau, was er will. Und dann wird es zäh.

END OF ANIMAL ist einer jener Filme, die, trotz ihres Debut-Status, bereits recht große Bekanntheit erfahren. Nicht nur lief er beim Fantasy Filmfestival in mehreren deutschen Großstädten, sondern auch auf anderen "B-Festivals", z.B. dem "London Film Festival" oder dem dem "San Francisco International Film Festival". Bei uns wird er wohl von Rapid Eye Movies herauskommen - ich drücke die Daumen, gerade weil ich nicht glaube, dass dieser schwierige und dabei doch faszinierende Film ein Renner werden wird.

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 (original Poster)

Michael Schleeh
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