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Super, Girls! / Chao Ji Nu Sheng (Jian Yi, China 2007)


Ein Film, kurz mal dazwischengequetscht. Und eine Überraschung!
Der unterhaltsame und doch nüchterne Dokumentarfilm portraitiert zwei, drei Teilnehmerinnen des chinesischen Pendants von „Deutschland sucht den Superstar“ - und das auf eine sehr unaufgeregte Weise: nicht „hinter den Kulissen“, sondern ausschließlich das Private, "der Mensch" steht im Fokus des Films. Naürlich scheiden, um gleich vorneweg mal zu spoilern (was nicht schlimm ist, denn darum geht es im Film überhaupt nicht) die Kandidatinnen alle bereits in einer der Vorrunden aus. Und dann fließen auch Tränen, oder man ist aufgebracht, da man korrupte Schiebereien unterstellt – doch unterkriegen lassen sie sich nicht, und die Mädels warten auf die Contests im nächsten Jahr oder nehmen an einem der anderen der mittlerweile zahlreichen reich + berühmt - Wettbewerbe teil.
Schrecklich, möchte man meinen; denn was geht einen das Schicksal dieser Teenager an? Um es kurz zu sagen: viel. Man bekommt einen sehr direkten, aktuellen Eindruck eines Teils der chinesischen Jugend vermittelt, Menschen mit Träumen und Hoffnungen, die einem auch nahe gehen, Menschen aus Großstädten fern jeder parteistaatlichen Bevormundung, die ganz dem verwestlichten Rummel des Geldverdienens und des Schönseins aufgesessen sind – die aber auch selbstkritisch sind und unglaublich humorvoll sein können, und mit einem Schulterzucken Niederlagen wegzustecken versuchen. Wenn man schon weiß, dass man nicht weit kommen wird, dann werden halt Supergirls-Kugelschreiber verkauft, damit man mal die Mama mal zum Essen einladen kann.
Was man in SUPERGIRLS! sieht, schreckt oft ab; glücklicherweise hat man sich für die Doku aber Mädels rausgesucht, die ziemlich sympathisch sind, die sich etwas Bodenständiges bewahrt haben und völlig unhysterisch zu Werke gehen. Hier wird zum Glück niemals gekreischt.

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Ali's Wedding (Jeffrey Walker, Australien 2017)

Nachdem der talentierte aber leider erfolglose Ali die Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium an der Universität von Melbourne verpatzt hat, bringt er es nicht übers Herz, seinem Vater den Misserfolg einzugestehen. Der Sohn war die große  Hoffnung des muslimischen Klerikers, der das Zentrum der arabischen Community darstellt, und höchstes Ansehen genießt. Dass dessen Rivale nur auf einen Misserfolg Alis hofft, um selbst den Platz des Vaters einnehmen zu können, ist ein Seitenerzählstrang, der einen hochinteressanten Handlungsverlauf innerhalb der Moschee voranschiebt.
 Das sind humoristische und tolle Einblicke hinter die Kulissen, die man nicht jeden Tag bekommt. Jedoch: Ali lügt. Er habe hervorragend abgeschlossen - und wird nun als Wunderkind gehandelt und sieht sich alsbald gezwungen, ein Leben an der Uni vorzutäuschen. Dort läuft er aber nicht nur permanent dem Sohn des Konkurrenten seines Vaters über den Weg, sondern auch der schönen Libanesin Dianne, in die er sich Hals über Kopf…

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Diese Spannung überträgt sich bald auf die Handlung und findet ein Ventil - mehrfach wird er Zeuge, wie verschiedene Menschen, meist Frauen, Opfer von Rücksichtslosigkeiten, rüpelhaftem Benehmen oder gar körperlicher Gewalt werden. Da ist er dann de…