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Izakaya yurei / Die Geisterkneipe (Takayoshi Watanabe, Japan 1994)


Sotaro (Kenichi Hagiwara) besitzt ein kleines Lokal in Yokohama. Am Sterbebett seiner Frau verspricht er -die ewige Liebe- nie wieder zu heiraten. Seine Frau nimmt ihn beim Wort, und sagt voraus, als Geist wiederzukehren, sollte er sein Versprechen brechen. Als sein Bruder ihm später ein wunderhübsches Mädchen vorstellt, kann er dann doch nicht widerstehen, und heiratet dieses. Das Glück währt natürlich nur kurz, denn die betrogene Tote kehrt tatsächlich als Geist zurück.

Der Film beginnt wunderbar ernst, mit schönen Bildern und originellen Ideen. Um etwa den Schwur zu besiegeln, zwingt ihn seine kranke Frau dazu, sie in den Zeigefinger zu beißen; was er natürlich sehr gerne tut. Nach ca. 20 min Laufzeit nehmen dann die humorigen Elemente zu, und spätestens mit der Geistererscheinung mit wehenden Haaren, ganz wie in Tsui Harks A CHINESE GHOST STORY, wird der Humor in seinen Pointen auch ausgelassen und wild, manchmal auch ein wenig dämlich. Dennoch wird das immer wieder geerdet durch einen liebevollen Einblick in das Alltagsdrama der kleinen Leute. Nach meinem Dafürhalten fällt die zweite Hälfte also etwas ab, was aber niemanden davon abhalten sollte, sich diesen tatsächlich schönen Film anzusehen.

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Labyrinth of Cinema (Nobuhiko Obayashi, Japan 2019) ~ im Rahmen der Nippon Connection 2020

Ein meisterlicher Schwanengesang des kürzlich verstorbenen, japanischen Ausnahmeregisseurs Nobuhiko Ôbayashi, der mit einer irren Plotkonstruktion das Ende des Kinos (aka. des letzten Kinos in seiner Heimatstadt Onomichi) mit den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs vor allem auf Okinawa kurzschließt - und der die japanischen Kriegsverbrechen thematisiert, die dort stattgefunden haben. Gräueltaten, die allzu häufig unter den Tisch gekehrt werden. Nur um dann im Finale mit der Schauspieltruppe nach Hiroshima zu springen, um seine Erzählung mit dem Atombombenabwurf zu beschließen. Dazwischen packt er nicht weniger als so gut wie die gesamte japanische Filmgeschichte von der Stummfilmzeit bis zum Zweiten Weltkrieg. Sadao Yamanaka und Yasujiro Ozu sitzen im Lehnstuhl und unterhalten sich im Jenseits über ihre Filme und die "gescheiterten" Karrieren, wobei die berühmt gewordene Sentenz nicht fehlen darf, Ozu selbst sei nur ein "Tofu-maker" eines Alltagskinos, da

Tora-san: Our Lovable Tramp / Otoko wa tsurai yo / Tora-San 1 (Yoji Yamada, Japan 1969)

Nach zwanzig langen Jahren des Umherstreifens kehrt Torajiro (Kiyoshi Atsumi) nach Hause zurück: nach Shibamata, einem Vorort von Tokyo. Seine Schwester Sakura (Chieko Baisho) lebt mittlerweile bei Onkel und Tante, da die Eltern verstorben sind. Dort wird er mit offenen Armen empfangen, auch wenn alle wissen, was er für ein Herumtreiber ist. Sakura steht kurz vor der Hochzeit mit dem Sohn eines reichen Industriellen. Somit wäre für ihre Absicherung gesorgt. Zum gemeinsamen Essen mit dessen Eltern nimmt sie Tora als Begleitung mit; das allerdings war ein Fehler: in fantastisch kopfloser Weise betrinkt er sich und ruiniert mit seiner gespielten weltläufigen Gesprächsführung die Zusammenkunft - er verstößt in jeder Form gegen die gebotene Etiquette. Wie er auch im Folgenden, wenn er sich in die Brust wirft, um etwas für andere zu regeln, ein pures Chaos schafft und alles durcheinander bringt. Der Film allerdings ist keine reine Komödie. Denn Tora werden die Verfehlungen vorgehal

Eighteen Years, to the Sea / 十八歳、海へ (Toshiya Fujita, Japan 1979)

 Toshiya Fujita (Regisseur von z.B. den LADY SNOWBLOOD-Filmen oder STRAY CAT ROCK: WILD JUMBO ) liefert hier einen typischen japanischen End-70er-Jahre Genrebeitrag ab, in dem sich "Junge Wilde" in ihrem ganzen übersatten Ennui dermaßen anöden, dass sie auch mal dieses Ding mit dem Doppel-Liebestod ausprobieren wollen. Existenziellere Nöte gibt es kaum, sie sind sogar in ihrer Abschlußklasse ganz vorne auf der Liste. Die Eltern haben alle Geld, aber man kann es sich leisten, es nicht annehmen zu wollen.  Also geht man in Kamakura ins Meer, legt sich mit einer Bikergang an, nimmt Schlaftabletten (aber immer nur eine) und erhängt sich zum Spaß mit einem Seil, das schon ganz verrottet ist und auf jeden Fall reißt.  Ansonsten gibt es viel unbeholfenen Sex, der schnell in Gewalt ausartet, einmal auch in eine (fürs Genre obligatorische) Vergewaltigung, an deren Ende das Opfer den Täter sogar noch bittet, sich zukünftig um die Schwester zu kümmern.  Es ist alles wunderbar absurd, un