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Pizza (Karthik Subbaraj, Indien 2012)


Den Plot von Pizza wiederzugeben, würde bedeuten, zwangsläufig den Twist zu offenbaren, auf den der Film hinausläuft. Und obwohl ich wahrlich kein Freund von solchen konstruierten Wendungen bin, muss ich sagen: zum Glück gibt es ihn hier. Denn der ist ziemlich intelligent, gibt dem Film eine völlig andere und neue Richtung - und macht ihn wieder deutlich interessanter, als er bis dahin war. Denn der Film hatte sich doch so richtig eingedümpelt und festgefahren, zunächst in seiner Loser- und Liebesgeschichte, dann in einem völlig hanebüchenen, spannungsarmen und klischeebeladenen haunted house - Plot. 

Denn plötzlich widerfährt dem Pizzaboten Michael (Vijay Sethupathi), der zu Hause eine schwangere Frau sitzen hat, die gerade einen Horrorroman schreibt (Anu, gespielt von Remya Nambeesan), genau das, was der herrische Choleriker seiner Geliebten nicht glauben wollte: dass es das Übernatürliche gibt. Bei einer Pizzaauslieferung also wird er von einem Geist heimgesucht. Soweit so gut, und das soll man als Zuschauer auch glauben. Dass dieser tamilische Film aber nur mit seinen Genreelementen spielt - wie er auch am Anfang uns mit einem Film im Film getäuscht hatte - hätte man spätestens dann merken müssen, als Michael aus dem heimgesuchten Haus hinausrennt und es plötzlich donnert, wie in einem alten Hammer-Film. Ich habe mich tatsächlich hinters Licht führen lassen und dachte, wie schlecht jetzt dieser Stilbruch nun wieder kommt! Was bei einem indischen Film, der weniger Wert auf Stringenz legt,  ja nun durchaus keine Seltenheit wäre. So gibt es auch hier übrigens am Anfang ein paar Gesangsnummern und Liebessachen, die in diesem Film eigentlich gar nichts verloren haben. Ein weiteres Problem jedenfalls, das Pizza hat: auf der Strecke bis zum Twist hin ist der Film irgendwann furchtbar öde geworden. Vor allem die Episode, in der Michael im Haus gefangen ist und die das gruslige Highlight des Films darstellt, zieht sich in die Länge wie ranziger Käse auf lauwarmer Pizza. Das passt alles nicht zusammen und es bleibt einem dann auch nichts anderes übrig, als die Ereignisse irgendwann den Halluzinationen des Anti-Helden zuzuschreiben.

Der Film war ein Knüller in Chennai und lief zu Peakzeiten in 600 Kinos. Es hat alle erdenklichen Remakes (bzw. gedubbte Versionen) in den verschiedenen Landessprachen Indiens gegeben, und die Kritiken zum Film waren weitestgehend sehr positiv bis enthusiastisch. Mir persönlich hat er zwar, alles in allem, ganz gut gefallen, und er ist sicher auf der richtigen Seite, aber mir erscheint das Drehbuch doch etwas arg uneben und unfokussiert. Hätte man etwas mehr Zug hineingebracht, vielleicht nochmal zwanzig Minuten gekürzt, dann hätte Pizza tatsächlich der Knaller werden können, für den ihn viele halten.

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