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Snapshot Shorts Vol. 5

L - CHANGE THE WORLD (Hideo Nakata, Japan 2008)

In seiner Öko-Terrorismus-Großtuerei inhaltlich schwachsinnig geraten und langweilig gefilmt. Der Schluß ist konsequenterweise zum Brechen und der Score, wie überhaupt im dritten Teil, nichtssagender, pathetischer Quark. Die Dynamik aus DEATH NOTE Teil 1 ist nicht vorhanden und das eingegangene Riskio aus Teil 2, Dinge falsch zu machen, fehlt völlig bei diesem uninspiriert heruntergekurbelten Sicherheitsgurtfilm.


SLUMDOG MILLIONAIRE (Danny Boyle, GB 2008)

Entweder war das Kamerastativ kaputt, oder der Kameramann vom Danny Boyle hatte nen verspannten Nacken. In diesem Film gibt es nur gekippte Bilder. Ach, und Spaß macht er auch. Und ein bißchen blöd ist er auch. Das ist aber egal, man schaut ihn sowieso nur ein mal.


TOKYO! (Gondry /Carax /Bong, D/Fr/J 2008)

Gelungene Kurzfilmcompilation wenn man gewillt ist, den prätentiösen Carax-Schwachsinn zu überspringen. Gondry macht das skurril übliche und verdreht seine liebenswerte Meta-Geschichte zu einem Beziehungstragödchen über eine hübsche Jungdarstellerin, die sich von aller Welt benutzt fühlt und sich in einen Stuhl verwandelt. Das Ich als Gebrauchsobjekt, sozusagen. Bei Bong (THE HOST) darf ein Hikikomori wieder zurück in die Welt, nachdem er sich in die Pizzalieferantin (Yu Aoi) verkuckt hat. Bezaubernd und schön.


DIE STAHLFAUST /The Invincible Armor (See-Yuen Ng, HK 1977)

Unterhaltsamer Martial-Arts-Klopper mit zunehmend absurden Dialogen in der deutschen Synchro und ordentlichen Kampfszenen. Kann man sich zwischendurch mal ansehen.

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Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...

Two famous female writers from Japan: Yû Miri's 'Tokyo Ueno Station' & Hiromi Kawakami's 'People from my Neighbourhood'

TOKYO UENO STATION is not a straight narrative, but rather a quite experimental novel. As "the plot" unravels in flashbacks - by an obscure, already seemingly dead medium floating around Ueno park, the story of a life of hardship  is slowly being revealed. Of heavy labor, broken families, financial troubles and finally: homelessness. This is not the exotistic Japan you will find on a successful youtuber's channel. The events get illustrated by those of "greater dimensions", like the historical events around Ueno park hill during the Tokugawa period, the Great Kanto earthquake, the fire bombings at the end of WW II or the life of the Emperor. Quite often, Yû Miri uses methods of association, of glueing scraps and bits of pieces together in order to abstractly poetize the narrative flow . There are passages where ideas or narrative structures dominate the text, which only slowly floats back to its central plot. TOKYO UENO STATION is rather complex and surely is n...

Der Heilige (Yoshikichi Furui, Insel Verlag / Japanische Bibliothek, 1993; Original: "Hijiri"『聖』Shinchôsha 1976)

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