Freitag, 24. Juni 2016

Tamasha - Der Zauber in Dir (Imtiaz Ali, Indien 2015)

 
Warum immer dieselbe Geschichte erzählen? So steht es auf dem indischen Filmplakat dieser Romanze von Imtiaz Ali, und das gibt schon sehr schön vor, wohin es in Tamasha geht. Denn die Tagline ist zudem durchaus auf einer Meta-Ebene zu verstehen. Der Film erzählt eine Liebesgeschichte, so wie wir sie kennen und hunderte Male bereits gesehen haben – aber neu, er bricht sie auf, wiederum durch eine Geschichte, die -als fake- die eigentliche wahre Geschichte des Geschichtenerzählers ans Tageslicht bringt. Aber um weniger theoretisch zu bleiben: zwei Menschen begegnen sich auf Korsika – und aus einer Laune heraus, weil das ja langweilig wäre, beschließen sie, fiktive Biographien anzunehmen und alles zu tun, auf was sie Lust und Laune haben. Es soll auch ausdrücklich viel geschwindelt werden. Nur: die wirklichen Namen und die Biographie bleiben unbekannt, und das ist dann so wie beim Karneval: „was in Korsika geschieht, das bleibt in Korsika.“ Augenzwinkern. Ved, gespielt von Ranbir Kapoor, wird beispielsweise zu Don, dem fiktiven, mega-coolen indischen Geheimagenten, dem Shah Rukh Khan in bereits drei Sequels ein Gesicht gegeben und ins kollektive indische Bewußtsein gehievt hat. Sie (als Tara, gespielt von Deepika Padukone) wird zu Mata Hari – und was soll man sagen: sie fühlen sich befreit von allem Ballast, den das konventionell-gesellschaftliche Dasein einem auferlegt. Mit allen überflüssigen Sprachhülsen und Abläufen. Sie verbringen glückliche (und auch hemmungslose) Tage miteinander, und als Tara ihren Pass wiederbekommt – sie hatte ihre „Identität“ sprichwörtlich verloren – reist sie wieder nach Kalkutta und zurück in ihr altes Leben. Allein, sie kann sich mit ihrem Dasein als Businesswoman nicht mehr anfreunden. Ved geht ihr nicht mehr aus dem Kopf, und also beschließt sie, ihn in Delhi aufzuspüren.

Imtiaz Ali hat nun nach einigen Liebesfilmen (z.B. auch in unseren Breiten bekannt: Jab We Met (2007)) gezeigt, dass er zu ungewöhnlichen Ausflügen bereit ist. Denn seine Filme haben immer etwas Ungewöhnliches, Brüche und neue Ansätze, die man mit klassischem Romantikkino aus Bollywood nicht unbedingt assoziieren würde. Oder man denke nur an den aus jedem Ruder laufenden Rockstar von 2011. Besonders augenfällig dann im gedämpfteren aber wirklich großartigen, verstörend schönen Entführungsdrama Highway (2014), der auch auf der Berlinale lief und international breite Anerkennung fand. Auch Tamasha beginnt bereits radikal: auf einer Theaterbühne wird ein futuristisch-retro-dilettantes Theaterstück aufgeführt, bei dem uns ein roboterhafter Pappmaché-Ranbir erzählt, dass das Leben ganz allgemein aus ausgelutschten Routinen besteht und wir alle zu Erfüllungsmaschinen einer entmenschlichten Gesellschaft geworden seien. Also wolle man das Leben einmal anders betrachten: was wäre, wenn die ganze Welt eine Bühne wäre, auf der sich alles abspielen könnte, nach dem sich die Menschen sehnen! 


Michael Schleeh

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Samstag, 18. Juni 2016

Neerja (Ram Madhvani, Indien 2016)


Sonam Kapoor spielt die indische Stewardess Neerja Bhanot, die es mit ihrem heldenhaften Verhalten bei der Flugzeugentführung in Karatchi im September 1986 zu einigem Ruhm gebracht hat, als pakistanische Terroristen den Pan Am Flug Nr. 73 entführten. Obwohl etliche Passagiere ihr Leben verloren, hat sie es mit ihrem mutigen Einsatz geschafft, Hunderten von Menschen das Leben zu retten - nur um dann tragischerweise das eigene zu verlieren. Seither wird Neerja Bhanot wie eine Heilige verehrt und gilt als großes moralisches Vorbild in Indien. NEERJA ist nun die Verfilmung dieser Ereignisse und zugleich - in Ansätzen - ein Biopic über seine Heldin. Und obwohl Sonam Kapoor bislang nicht gerade als Charakterdarstellerin bekannt geworden ist, meistert sie ihre Rolle doch sehr beachtlich. Besonders in den immer wieder eingestreuten Flashbacks, die wirklich großartig in den Film eingepflegt wurden, die den Charakteren den notwendigen Hintergrund geben und sie mit glaubhafter Tiefe ausgestalten, kommt der Zuschauer auch den Figuren emotional näher, als der generische Thriller-Plot zunächst vermuten lassen würde. Da wird auf Neerjas Beziehung zu ihren Eltern eingegangen, zu ihrem Beinahe-Freund, den sie aber immer noch auf Distanz hält, da sie gerade erst aus einer Ehe geflohen ist mit einem Mann, der sie auf verschiedene Arten missbraucht und terrorisiert hat. Dies eine arrangierte Ehe durch ihren Vater, der sich vor Schuldgefühlen windet, als er seine Fehleinschätzung nicht mehr leugnen kann. Großartig auch Shabana Azmi, die Neerjas Mutter spielt, mit einer Souveränität und feinen Grandezza, die aus der Stärke ihres Charakters kommt, und die sie wie von innen zum Leuchten bringt. Ihre ganze schauspielerische Kraft zeigt sich dann spätestens ganz am Ende: da wird es dann auch der letzte Blinde mitbekommen, als sie vor der versammelten Trauergemeinde eine Rede für ihre verstorbene Tochter hält, und die Kamera mehrere Minuten lang ausschließlich sie im Bilde einfängt. Ein großartiger Monolog, fantastisch gespielt.

Weniger gelungen allerdings - neben einigen Momenten der Darstellung der völlig amateurhaft agierenden Polizei- und Sicherheitskräfte, wie auch der Piloten, die die Flucht ergriffen haben (da hat man wohl wieder ein paar Touristen von der Straße weg gecastet), die völlig überfordert und hilflos reagieren - ist die Musik. Häufig dramatisiert sie die Ereignisse etwas zu sehr, vor allem in den Thrillermomenten während der Entführung selbst. In den ruhigen Passagen jedoch wird zumeist der richtige Ton getroffen, zurückhaltend, leicht melodisch oder rhythmisch pulsierend wie ein Herzschlag, der dem Film einen eigenen Bio-Rhythmus zu geben scheint. Die eine oder andere kleine Melodie, die sich auch mal zum Song formen darf (aber kein Song & Dance nirgends, nur einmal ein klein wenig bei einer Party auf einem Kinderspielplatz), setzt sich durch. Insgesamt ist die agile Kamera, die nicht zu verwackelt ist, dicht an den Personen dran, und fängt vor allem in den Stadtbildern und in den Flashbacks äußerst atmosphärische Bilder ein.

Dass man am Anfang schon weiß, wie es am Ende ausgehen wird, tut dem Filmgenuss keinen Abbruch. Mehrere kleinere Detailereignisse überraschen immer wieder den Zuschauer, und die kurzweilige Szenenfolge verleiht dem Film generell ein recht hohes Tempo. Und dann natürlich noch die Ereignisse der Entführung selbst: vier radikale Palästinenser, Mitglieder der terroristischen Organisation Abu Nidal (einer Splittergruppe der PLO), stürmen die Maschine, die in Karatchi zwischengelandet ist, um sie nach Zypern umzuleiten und somit zu entführen. Ziel ist es, verschiedene Kumpane, die in Gefängnissen einsitzen, freizupressen. Dass die Piloten als erste flüchten und das Flugzeug, ihre Crew und ihre Passagiere zurücklassen, ist eine Katastrophe für die Entführer, da sie nun am Boden gefangen sind. Außerdem kann Neerja ihre Pläne durch geschicktes Taktieren immer wieder durchkreuzen und sabotieren. Dadurch gewinnt sie Zeit und kann Konfrontationen hinauszögern, sogar Unfrieden in der Gruppe der Entführer stiften, die keineswegs so homogen und zielstrebig skrupellos ist, wie man das zu Beginn annehmen würde. Eben daraus gewinnt der Film auch einen großen Teil seiner Spannung, wie Neerja es immer wieder gelingt, den Entführern ins Handwerk zu pfuschen. Der Film gerät dann eigentlich zu einem Kammerspiel, das zum Zerreißen gespannt ist. Wie der Sprengstoffgürtel, den die Terroristen an Bord geschmuggelt haben, und all die Waffen, mit denen sie schließlich die Passagiere zu erschießen beginnen, als auch der letzte Funken Geduld aufgebraucht ist. Denn die ganzen Spezialisten, die draußen in sicherem Abstand debattieren und Pressekonferenzen abhalten, sind nicht dazu in der Lage, in dieser Situation souverän zu handeln. Doch das Problem löst sich nicht von alleine. Wie dieser äußerst spannende Film eindrücklich zeigt.

Michael Schleeh

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Montag, 13. Juni 2016

Shaandaar - Schlaflos verliebt (Vikas Bahl, Indien 2015)


Liebeswirren im Prinzregentensaal

Es ist eine Geschichte der Irrungen und Wirrungen, dabei eine leider allzu profane. Es geht - mal wieder - um eine Hochzeit: Die Königskinder zweier indischer Unternehmerdynastien sollen miteinander verheiratet werden. Das Dumme ist nur: Sie ist ihm zu dick, er ist ihr zu doof. Was sie an Pfunden zuviel hat, ist er an Gehirnzellen zu schlank. Darüber kann auch nicht der Sixpack hinwegtäuschen, den er den gesamten Film über ausstellt. Oder besser: Six-and-a-half-Pack, wie er einmal stolz im Film meint, da es der Hedonist nun geschafft habe, noch eine weitere halbe Muskelrolle seinem gestählten Körper anzutrainieren. Der Vater ist nicht weniger debil: Stets fuchtelt er mit einem goldenen Revolver umher und reißt generell wichtigtuerisch die Klappe auf. Und so überzogen das nun scheint, so ist es auch. Man fühlt sich wie in einem Zirkus, bei dem überall Manege ist. Alles Pailletten und immer Ramtamtam.

Oder wie in Downton Abbey, Staffel 1, der Fernsehserie aus England. Auch dort werden zwei verheiratet (zwei Adlige, die sich allerdings nach und nach lieben lernen) - und passenderweise rettet man derart auch noch das bankrotte Anwesen vor dem Ruin. In "Shaandaar" befinden wir uns ebenfalls im nördlichen England (ob auch in Yorkshire weiß ich nicht, es sieht zumindest genauso aus), in einem Downton Abbey frappierend gleichenden Anwesen (allerdings plus Disneyisierung und Zuckerwatte, mit noch mehr Türmchen und Lichterketten und manchmal pinkfarbenen Dächern), und die Hochzeit soll den Untergang abwenden. Die eigentlichen Hauptfiguren allerdings sind das von Alia Bhatt und Shahid Kapoor gespielte Außenseiterpärchen, sie die Halb-Schwester der Braut, Alia, er der charmante Wedding-Manager JJ, mit dem einige Konfusion hervorrufenden Namen Jagjinder Joginder. Der Film nun macht vor keinem Kitsch halt, und stellt seine infantile Cartoonisierung enthemmt zur Schau. Außer verschiedenen schwachbrüstigen Animationssequenzen, die stark in das Reich der Fantasie hinüberspielen, werden verschiedene Gefühlszustände - wie so häufig im Bollywood-Masala-Kino - durch instant Visualisierungen anschaulich gemacht. Als sich die beiden verlieben etwa, braust plötzlich ein Comic-Flugzeug durch den Bildkader und fliegt zwei Herzchenschleifen, verschiedene Glitzermomente werden mit künstlichem Sternchenregen garniert, ein befreiend luftiges Gefühl lässt die gestickten Kolibris von Alias Kostüm auffliegen, als wären es echte Vögel. Was bei S.S. Rajamoulis sagenhaftem Epos "Baahubali" der Höhepunkt einer märchenhaften Stilisierung ist und wie nur konsequent den Sprung des Helden über die Untiefen des Wasserfalls bildmagisch versinnbildlicht, gerät in "Shaandaar" zur kitschigen Impulskapriole eines sich auf das Dekor beschränkenden Films. Denn der modus operandi der Erzählstrategie ist einzig und alleine die Ironie...

[die gesamte Besprechung des Films, der gerade bei Rapid Eye Movies erschienen ist,
 hier in der Filmgazette weiterlesen]

Michael Schleeh
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Freitag, 3. Juni 2016

Nippon Connection 2016: Ken and Kazu (Hiroshi Shoji, Japan 2015)


Der Konflikt, der in KEN TO KAZU das Leben der Hauptfiguren ruiniern wird, ist der Spagat zwischen dem Lebensentwurf des kriminellen Kleingangsters und dem einer bürgerlichen Existenz. Als Saki schließlich schwanger wird, setzt sie ihren Freund Ken mächtig unter Druck: endlich mit Kazu zu brechen und ein ordentliches Leben zu beginnen. Etwas, was Ken ihr wohl schon mehrfach versprochen hat, aber anscheinend nicht einhalten wollte. Die Spuren seines unsteten und kriminellen Lebenswandels werden ihm während des Films mehrfach entlarvend ins Gesicht geschrieben: Kratzer auf den Wangen, eine blutige Nase, Schwellungen und blaue Flecken von Prügeleien. Und so muss sich Ken entscheiden, ob er eine Familie gründen und es bei den Einkünften aus seiner Autowerkstatt belassen will, oder ob er dem ständigen Drängen des penetrant grenzüberschreitenden, brutalen Kazu nachgibt und weiterhin Drogen verhökert. Doch Ken kommt nicht gegen ihn an, er wirkt eingeschüchtert und scheint zuviel Angst vor seinem Kumpel zu haben, um auszusteigen. Wahrscheinlich ist Ken im tiefen Innern einfach nur ein zu netter Kerl für ein derartiges Gegenüber. Selbst dann, als Kazu den eigenen Boss hintergeht und Ken vor den harten Sanktionen Panik bekommt, die sie erwarten, falls die Sache auffliegen sollte. Sein schlechtes Gewissen gegenüber Saki verhindert allerdings auch in dieser Hinsicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt - und so ist die Gefahr groß, dass Ken am Ende mit gar nichts dasteht.

KEN AND KAZU ist ein reiner, geradezu klassischer Indie-Genre-Film, wie man ihn sich schöner kaum vorstellen kann. Hervorgegangen aus einem Kurzfilmprojekt, geschossen mit wackliger Handkamera und in grobkörnigen Bildern, ist es ein Film, der die Kraft und Energie der frühen Filme Shiya Tsukamotos oder Takashi Miikes atmet. Der Film ist rauh, schnell, brutal und zärtlich zugleich. Die Schauspieler sind mit Herzblut bei der Sache, das ist offensichtlich. Er legt den Fokus auf die zwischenmenschlichen Konflikte und macht damit nur bedingt Neues. Das scheint aber auch nicht das Ansinnen zu sein, sondern er setzt eine der Traditionslinien im japanischen Gangsterfilm fort, die im Independent- und Direct-to-Video-Bereich fußt, und die seit gut 10 Jahren völlig vernachlässigt wurde; da die ehemaligen Heroen entweder zu respektierten Regisseuren mit mehr Budget aufgestiegen sind, oder sich anderen Themen zugewandt haben, die mehr in den künstlerischen Bereich hineingehen. KEN AND KAZU könnte man also sehr gut als Retro-Revival-Film bezeichnen, auf eine erfrischende Art sogar, da ihm die ironischen Meta-Witzeleien ähnlicher Filme völlig abgehen. Dieser Film ist erst gemeint und grimmig von vorne bis hinten. Wenige Momente der Idylle, etwa in einer imaginiert weichgezeichneten Familienszene, stehen im krassen Kontrast zur filmischen Realität, die sich in Nebenstraßen, Industriegebieten und Frachthäfen abspielt, bevorzugt bei schlechtem Wetter und in der Nacht. Dazu: bitte immer Zigaretten rauchen.

Der Film stellt der japanischen Gesellschaft kein gutes Zeugnis aus, gleichwohl wir uns hier in einem relativ abgeriegelten Genre-Kosmos befinden. Ein Ausbruch aus diesem Dilemma scheint völlig unmöglich. Das freilich schon lebensbedrohliche Züge angenommen hat. Die einzige Möglichkeit, gut aus der Sache wieder rauszukommen, dürfte nur über die vollkommene Vernichtung des Gegners funktionieren (welche die eigene Position noch zusätzlich kompromittiert). Anschlußstellen zu einem normalen Lebenweg scheinen kaum zu existieren, weshalb er sich auch von seiner Freundin so stark entfremdet hat. Und da fügt sich der Film dann wieder gut ins restliche Festivalprogramm ein, in dem sehr häufig der Abgesang auf eine erodierte japanische Gesellschaft angestimmt wurde. Bis hin zu ihrer völligen Auslöschung in Sion Sonos Dystopie THE WHISPERING STAR (Podcast). Und so hat KEN AND KAZU, dem die völlige Über-Stilisierung eines GONIN SAGA fehlt (Review), eine ästhetische Haftung im Realismus, die dann doch sehr viel mit der/unserer Gegenwart zu tun hat. Auch wenn die Gesellschaftskritik weniger explizit ausgesprochen wird, so ist sie doch das implizite Fundament, auf dem der gesamte Film ruht. Und an der er sich letztendlich reibt, bis der Beton knirscht oder der Wangenknochen birst. Ein toller Film in der Sektion Nippon Visions - und einer, nach dem sich die Augen offenzuhalten lohnt.

Michael Schleeh

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Samstag, 28. Mai 2016

Nippon Connection 2016: Being Good (Mipo O, Japan 2015)


Die koreanisch-stämmige Japanerin Mipo O verbindet in BEING GOOD drei Erzählfäden zu einem Pastiche des alltäglichen Schreckens: versteckte, häusliche Gewalt gegenüber Kindern ist das Thema des engagierten Films. Dass auch in ihrem aktuellen Film die Sozialkritik im Mittelpunkt steht, konnte man sich schon denken, wenn man an ihren Film THE LIGHT SHINES ONLY THERE zurückdenkt, der nicht nur international erfolgreich war (Filmfestivals, Auslands-Oscar-Beitrag 2014), sondern auch auf Platz 1 des jährlichen Filmrankings der renommierten Filmzeitschrift Kinema Junpo landete. Und so denn auch hier: ein Sozialdrama, das emotional vernichtend sich ins Herz des Zuschauers schleicht, ohne dabei in Kitsch abzurutschen oder sich seine Prämisse allzu deutlich auf die Fahne zu schreiben. Es ist ein Film, der an die Substanz geht.

Dabei beginnt der Film recht drastisch: schon in den ersten Minuten wird ein kleines Mädchen von der kaltherzigen Mutter im Wohnzimmer verdroschen, dass sie blaue Flecken davonträgt. Ohne die Szene grafisch auszuschlachten, bleibt die Kamera dennoch bei den Figuren und zumindest im Raum anwesend und gestattet es dem Zuschauer nicht, aus dem Bildraum zu flüchten. Man ist viel länger dort, als man sein möchte. Bemerkenswert an diesem Einstieg ist außerdem, dass hier direkt mit einem Tabubruch begonnen wird. Denn in der Regel ist in der Gattung Film der Mann der klassische Täter, der die Gewalt gegen Frau und Kind ausübt. Hier ist aber der Vater abwesend, jobbedingt im Ausland, und, ja, tatsächlich: es ist die Mutter, die das Kind schlägt. Und zwar so richtig. Ich kann mich nicht erinnern, das schon einmal in einem Mainstream-Film zuvor derart gesehen zu haben. Später wird sich herausstellen, dass auch die Mutter als Kind körperlicher und psychischer Gewalt ausgesetzt war, und nun keine Liebe weitergeben kann. Was den Film zu einer der emotionalsten Szenen führt, zu einer emotional unfassbaren stillen Umarmung, die mehr sagen würde als tausend Worte der Rationalisierung.

Die weiteren beiden Erzählfäden sind aber nicht weniger interessant. Zum einen geht da um einen Jungen mit bipolarer Störung, der als Außenseiter ein einsames Dasein fristet. Einer Großmutter, die ihre Familie beim Feuer in Tokyo verloren hat, bringt er aber große Freude in den Alltag. Und als die Mutter, die sich ständig nur um ihr "schwieriges Kind" kümmern muss, mitbekommt, quasi durch eine Außensicht, dass ihr Sohn zu einem ihr unbekannten Zentrum der Nähe und Liebe werden kann, ist ein anderer großer Moment des Films erreicht. Außerdem: der Schulalltag eines jungen Grundschullehrers, der mit 35 Schulkindern an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit gerät. Fulminant gespielt von Kengo Kora (A STORY OF YONOSUKE, Review), der sich dann, als ob das nicht genug wäre, um einen vernachlässigten Jungen kümmert, dessen plötzliche Abwesenheit schließlich zu einem dramatischen Finale führt. Ein Ende, das interessanterweise offen bleibt - der Film formuliert nicht alles aus, der Zuschauer bleibt sich selbst überlassen, die Geschichte geht weiter im Kopf des Betrachters. Es werden drei Geschichten erzählt aus dem japanischen Alltag, und die Berührungspunkte der Fäden sind hauptsächlich inhaltlicher Natur. Innerhalb des Films sind sie eher assoziativ, oder sie werden auch mal  situativ, etwa auf dem Spielplatz oder im Flur des Schulgebäudes, sowie durch verknüpfendes Lehrerpersonal hergestellt. Obige Umarmung stellt dann auch das positive Zentrum des Filmes dar, denn einen Ausblick bietet BEING GOOD zum Glück ebenso. Der visuell nicht besonders anspruchsvolle Film fokussiert sich in der Hauptsache auf sein inhaltliches Narrativ - und hat im Handumdrehen, wie man das von allen Seiten eigentlich hörte, die Herzen der Festivalbesucher erobert.

Michael Schleeh

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Freitag, 27. Mai 2016

Nippon Connection 2016: Lowlife Love (Eiji Uchida, Japan 2015)

 

Der Independent-Regisseur - das unbekannte Wesen. Von uns Zuschauern hoch verehrt, denn er ist der letzte unbürgerliche Fackelträger der reinen Kunst. So könnte man denken, wenn man naiv an die Sache rangeht. Und Uchida und mit ihm sein großartiger Hauptdarsteller, der ungemein sympathische Kiyohiko Shibukawa, haben nichts besseres zu tun, als uns diese romantische Vorstellung vom wahren Künstler, der an nichts als der radikalen Realisierung seiner Vision interessiert ist, um die Ohren zu schlagen. In Japan wurde der Film hart kritisiert - von innerhalb des Filmbusiness. Ganz einfach deshalb, weil er eine richtige Pestpocke ist, ein Nestbeschmutzer par excellence.

Denn obwohl Indie-Talent Tetsuo vor Jahren mal einen viel diskutierten Film gemacht hat, ist seitdem nichts mehr so richtig zustande gekommen. Oder, um mit der Wahrheit herauszurücken: er ist ein vollkommener Hedonist und Loser, der nur an seinem persönlichen Vorteil interessiert ist. Und dafür ist ihm jede Grenzüberschreitung recht. Er wohnt nur zuhause bei Mutti, leiht sich überall Geld, hält sich mit Porno-Produktionen über Wasser, und beutet seine Schauspieler aus. Seine körperlichen Übergriffe geraten durchaus auch mal in den Bereich der versuchten Vergewaltigung. Er ist dreist, arrogant, ungepflegt. Aber er geht durch den Tag mit einer Chuzpe, die ihm eine Aura der Autorität und Unverwundbarkeit verleiht - welche er freilich gnadenlos ausnutzt. Im Film geht es nun darum, wie er nach dem Casting für sein jüngstes Projekt eine weitere Darstellerin verführen möchte - und diese das nicht zulässt. Und je mehr sie sich verweigert, desto mehr steigert er sich in seine Besitzphantasien hinein. Dafür lässt er sogar die Freundschaft zu seinem "Produzenten" draufgehen, mit dem er die Pornofilme dreht und der in ihn  verliebt ist. Es ist ein heilloses Durcheinander, ein Schlamassel der Eitel- und Abhängigkeiten, in das uns Uchida und sein Produzent Adam Torel von Third Window Films führt. Dieser hatte seine private Schallplattensammlung verkauft, um diese bittere Komödie finanziert zu bekommen. Es ist eine schmutzige Welt von Sex, Ausbeutung und Alkoholexzessen. Es ist die Welt des Independent-Films in Japan.

Oder beinahe. So zumindest die beiden Inszenatoren dieses Films, die beim Q&A auf der Bühne nicht müde werden zu behaupten, dass es solche gnadenlosen Gestalten im Filmbusiness gibt. Wie auch immer, das spielt erstmal für den Film selbst keine Rolle. Dass sich Schauspieler einem Regisseur durchaus mal an den Hals schmeißen, ist wohl bekannt und ausgiebig dokumentiert. Aber dieser nihilistische Blick "hinter die Kulissen" schlachtet schon ein wenig die heilige Kuh dessen, was man immer für hoch und heilig gehalten hatte. Und das ausgesprochen gut gelaunt und kurzweilig. Die Fährnisse dieses "sexbesessenen Kotzbrockens" (Zitat Programmhaft) sind temporeich inszeniert, relativ explizit, körperbetont, und eine wunderbare Gelegenheit, mal durch die schmierigen Seitengassen des ansonsten auf glitzerne Lackfassaden abonnierten Gewerbes nachzugehen. LOWLIFE LOVE ist ein Highlight des Festivals - und wenn dann noch ein Schauspieler wie Denden als abgehalfterter Pinku-Regisseur in einem ausgedehnten Cameo auftritt, dann weiß man, dass man hier nichts falsch machen kann.

Michael Schleeh

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Donnerstag, 26. Mai 2016

Nippon Connection 2016: Gonin Saga (Takashi Ishii, Japan 2016)


Es gibt Kinomomente, die sind so überdeckt von Geraune und unklaren Vorahnungen, dass einen die Ungewissheit, was denn nun zu erwarten sei, fast verrückt machen könnte. Entsprechend ambivalent habe die Vorführung von Takashi Ishiis Yakuza-Klassiker-Fortsetzung GONIN SAGA erwartet. Wird das nun eine langweilige Fortsetzung des heiligen Gangsterfilm-Grals, eine Schändung des eigenen Legendenstatus gar? Oder sollte der Film vielleicht sogar was können? Die Meinungen und die Stimmungslage, die man im Vorfeld aus dem Programm-Macher-Team der Nippon Connection herausdestillieren konnte, war ebenso ambivalent. Und Ishii ist auch kaum zu greifen, ein Regisseur, der schon immer alles gemacht hat: zuletzt etwa wieder Pinku-Erotikfilme mit so vielversprechenden Titeln wie SWEET WHIP (2013) oder NIGHT IN NUDE (2011) - etwas, was so gar nicht ins bierernst genommen werden wollende System des europäischen Filmautorenbegriffs passen will. Und so wurde auch, offen und ehrlich, in der Anmoderation auf die internen Diskrepanzen hingewiesen, die die Programmierung dieses Films ausgelöst hatte. Um es kurz zu machen: Takashi Ishii hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, er hat sie sogar völlig übertroffen.

GONIN SAGA beginnt ganz klassisch nach den Mechanismen des Genres: nach einer kurzen, hektischen, hochgetakteten und episodischen Szenenfrequenz, in der die Vorgeschichte erläutert wird, entfaltet sich nach und nach die nachtdunkle, neonbeleuchtete Großstadt-Geschichte um eine Generation väterloser Yakuza-Kinder, die ebendiese Morde an ihren Eltern nun endlich rächen wollen. Dazu findet sich eine heterogene Gruppe von drei Charakteren zusammen (einer von ihnen ist investigativer Journalist auf der Suche nach einer knalligen Story), die dann noch mit der schönen, mysteriösen Prostituierten Asami gemeinsame Sache machen. Das Ziel: Rache an den Clanbossen, und zugleich: ein Raub von zig Millionen Yen aus den Safes eines kriminellen loan sharks. Um sich danach abzusetzen und den Lebensabend zu versüßen. Bevor natürlich alles, wie es sich für einen Neo-Noir gehört, nach einer spektakulären, finalen Shootout-Szene, in Schutt und Asche versinkt.

Zur Kritik am Film war dann freilich zu hören, dass der Anfang katastrophal unübersichtlich sei, und über Gebühr an den Nerven des sowieso schon psychisch angekratzten Publikums am Ende eines langen Festivaltages zehren würde. Übersehen wird dabei natürlich, ganz abgesehen davon, dass sich das genrebedingt so gehört, dass der Zuschauer in eben genau jene Position der Protagonisten versetzt werden soll, die sich in einem undurchschaubaren Netzwerk aus Gefahren, Verbindungen, Zugehörigkeiten und Abhängigkeiten befinden. Viele Figuren, viele Handlungsstränge, unklare Rivalitäten. Wie soll man das verstehen, rational nachvollziehen? Ganz einfach: man kann es nicht. Es ist auch nicht gedacht, das zu tun. Der Inhalt (die Unübersichtlichkeit) gerinnt zur Form, der Film ist also in seiner Mechanik und Struktur vollkommen schlüssig und sinnig. Zudem: nach etwa der Hälfte der Spielzeit entwirrt sich das Netz etwas mit dem gemeinsamen Ziel des Überfalls auf das Yakuzabüro des Kredit-Wucherers. Er fokussiert sich, entschlackt, und wird immer mehr zu einer geradlinigen Erzählung, die sich in ihren Actionmomenten zu einer Eruption des Körperkinos hinreissen lässt, wie man es aus den allerschönsten Exzessen des Yakuza-Films in den 90ern kennt.

Mit dem Abspann, einem Kameraflug über die nächtliche Tokyo Bay zu tribalistisch-perkussiver Musik, die unheimlich und bedrohlich den Zuschauer bis zuletzt in einem Spannungsverhältnis hält, bis auch das letzte Filmbild von der Leinwand verschwunden ist, setzt der Film einen eindrücklichen Schlußpunkt über die Vergeblichkeit des menschlichen Strebens, der nihilistischen Gewalt, die sich immer gegen sich selbst wenden wird. GONIN SAGA trägt die mythische Geschichtsschreibung des Yakuza-Films fort, geht ganz in ihr auf, und ist somit im besten Sinne ein traditioneller Film, der modernen Varianten, die sich allzu oft in eine Form des selbstgefälligen Meta-Humor flüchten, eine Absage erteilt. Es ist eine wunderbare Zeit fürs Kino in der diese Positionen nebeneinander stehen können: GONIN SAGA neben Takeshi Kitanos RYUZO AND HIS SEVEN HENCHMEN (Review) - beides Filme, die ernst genommen werden wollen, und die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Michael Schleeh

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P.S.: die netten Kollegen von Schöner Denken haben mich nach der Vorführung des Films zu einem nächtlichen Podcast-Gespräch eingeladen, an dem ich gerne teilgenommen habe. Sobald die Episode online ist, werde ich das hier noch verlinken.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Nippon Connection 2016: Oyster Factory / Kakikoba (Kazuhiro Soda, Japan 2015)


Der in New York lebende und aus Tokyo stammende japanische Dokumentarfilmer Kazuhiro Soda legt mit OYSTER FACTORY seinen neuesten Film vor: 2007 war er mit CAMPAIGN noch bei der Berlinale vertreten, weitere Filme liefen auf verschiedenen Festivals. Dieser ist nun der sechste Film in einer Reihe von Dokumentarfilmen, die Soda selbst in den Anfangstiteln als Serie durchnummeriert. Der Regisseur tritt zugleich als Produzent, Skriptwriter, Kameramann und Cutter auf. OYSTER FACTORY ist also ein Leidenschaftsprojekt, das mit wenigen Mitteln finanziert wurde und als Autorenkino durchgehen darf. Sein Platz im Programm der Reihe Nippon Visions ist also durchaus angemessen, obwohl Soda alles andere als ein Debutant ist. Und umso toller, dass er mein Eröffnungsfilm des Festivals war, denn dieser Film ist großartig.

Es war ein wenig der Zufall, der mich in diesen Film trieb: Kiyoshi Kurosawas JOURNEY TO THE SHORE, der eigentliche Eröffnungsfilm des Festivals, war bereits rappelvoll, und ich hatte ihn sowieso bereits gesehen (große Empfehlung, Review). Zeitgleich startete nun allerdings OYSTER FACTORY im etwas kleineren Kino in der Naxoshalle, und die Anwesenden schienen allesamt von ihm fasziniert zu sein. Zumindest verließ kein einziger Zuschauer bei zweieinhalb Stunden Laufzeit den Saal. Bei einem überlangen Dokumentarfilm über industrialisierte Austernzucht in der Inlandsee keine Selbstverständlichkeit. Dieser Film ist - neben seinen offensichtlichen Attraktionen wie der idyllischen Naturschönheit - vor allem enorm kurzweilig. Soda portraitiert drei Familienunternehmen, wie sie ihrem entbehrungsreichen Arbeitsalltag in der kleinen Hafenstadt Ushimado nachgehen. Einer der sympathischen Protagonisten ist dabei selbst ein Flüchtling. Er stammt aus Miyagi und ist ein Vertriebener des Tsunamis von 2011 und der radioaktiven Strahlungsbelastung von Fukushima. Seiner Familie, insbesondere seinen drei Töchtern, die immer wie verrückt und nebenbei durch den Film sich balgen, spielen und tollen, wollte er dieses Schicksal, die mögliche Strahlenkrankheit, ersparen. Als Austernfischer übernimmt er den Betrieb seines ehemaligen Arbeitgebers. 

Da sich aber nun für diesen knochenharten Job keinen Nachwuchs findet, sieht er sich gezwungen, chinesische Leiharbeiter einzustellen. Hier wird der Film nochmals um einige Schichten komplexer, da er innerhalb seines Mikrokosmos große gesamtgesellschaftliche Umwälzungen (des Makrokosmos) wie in einem Brennglas stellvertretend thematisiert. Denn über "die Chinesen" ist niemand glücklich. Ein latenter Rassismus wird deutlich in kleinen Nuancen, die sich überall finden. Zugleich aber die offenherzige Freundlichkeit der Japaner: denn er bestellt einen Wohncontainer für die Leiharbeiter, über den selbst die anwesenden Japaner sagen, dass sie gerne in so einem leben würden. Auch hier kommt übrigens wieder das Thema Fukushima ins Spiel, wenn es in einer Diskussionsschleife um die temporary housings der Tsunami-Opfer geht. Dies ist dann auch die vielschichtige menschliche Qualität, die bei Sodas Film immer wieder thematisiert wird - es ist ein komplexes Wechselspiel aus vielerlei Einflüssen, die den status quo des heutigen Menschen in der Gesellschaft bestimmen. Insbesondere da man hier Einblicke gewinnt in einen Broterwerb, der gerne als hinterwäldlerisch abgewertet wird (wenn man von Tokyo aus auf die Peripherie schaut, wie es einmal im Film heißt). Überhaupt faszinierend ist, mit welcher Präzision und Kenntnisreichheit, ja Spezialistentum alles Arbeiten am Produktionsprozess ausgeführt wird. Hier ist jeder ein großer Könner seines Fachs und der gesamte Betriebsablauf hochkomplex und faszinierend aufeinander eingespielt.

Als roter Faden durch den gesamten Film allerdings bewegt sich eine streunende Katze namens Shiro, also: weiß, die Weiße, die immer wieder überall eindringt und sich nicht abwimmeln lässt. Genauso wie der Regisseur, der auch mit der Kamera in die Leben fremder Menschen eindringt, zu unpopulären Themen Stellung bezieht, keinerlei Idyllisierung vornimmt. Lange Zeit ist OYSTER FACTORY lediglich Abbildung ohne Kommentar, die Bilder sprechen für sich. Erst später, wenn Soda selbst angesprochen wird, die Leute ihn kennenlernen, wird er mit seiner Kamera zunehmend selbst Gegenstand des Films - kulminierend in der Szene, in der die neuen chinesischen Arbeiter schließlich kommen, und die Japaner Angst davor haben, dass die Kamera sie abschrecken könnte. Aber auch da lässt sich Soda nicht unterkriegen und bekommt zugestanden, weiter zu drehen. Kazuhiro Soda in einem übrigens toll fotografierten Film: als die Katze Shiro, die auch mal beißt - als Metapher auf den Filmemacher selbst. Äußerst sehenswert.

Michael Schleeh

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