Sonntag, 8. November 2009
Shanghai Baby
Ruhig war's hier in letzter Zeit!- das wird sich hoffentlich in nächster Zeit wieder etwas bessern. Ausreden gelten nicht, ich weiß,... verblasen hat mich trotzdem mein kleiner China-Urlaub. Hier ein schöner Blick auf Shanghai (das soll dann auch genügen):
Mittwoch, 4. November 2009
Haeundae / Tidal Wave (Yun Je-gyun, Südkorea 2009)
Als sich ein Tsunami riesigen Ausmaßes der Küstenstadt Haeundae nähert, will niemand den Unkenrufen der verantwortungsvollen Wissenschaftler glauben schenken: vor allem der Bürgermeister nicht, der sich um den Tourismus sorgt (-> JAWS), sowie die Ex des Seismographen, die gerade Grundstücke in bester Lage verhökert. Von den großen Entwicklungen im Meere bekommt am Strand niemand etwas mit - die Sonne scheint und die Jugend ist mit dem Bewundern halbnackter Körper beschäftigt. Die Ortansässigen, die am Rande der Vergnügungsgesellschaft ihr Dasein fristen, sind eine eingeschworene Gemeinschaft - die als Personal auch im emotionalen Zentrum des Films stehen - und führen einen entschlossenen, wenn auch scheinbar erfolglosen Kampf gegen korrupte Bauunternehmer, die den letzten Meter Baugrund noch mit glitzernden Hotels zupflastern wollen.
In diesem Soziotop sind die Beziehungswege verschlungen - da eine Liebe, dort ein Neider, einer säuft, der andere ist zu faul zum Arbeiten. Doch es kommt, wie man sich denken kann, zur allseitig erwarteten Katastrophe, als zu dramatischen Entwicklungen in Sachen Zwischenmenschlichkeit der Tsunami anrollt.
Hier hat man sich mit US-amerikanischer Tricktechnik beholfen, um der Welle und ihrer Zerstörung ein möglichst eindrucksvolles Volumen zu bescheren - was nur bedingt gelungen ist. Leier können die Tricks und Spezialeffekte nicht immer überzeugen.
Doch egal. Egal?
Ja. Denn mittlerweile ist man überraschenderweise schon so von diesem Film eingefangen worden, von seiner Nähe und Zwischenmenschlichkeit, dass man auf die Effekte pfeift. Und klar, da erinnert man sich an THE HOST, bei dem das ganz ähnlich lief. Statt Monsterfilm -> Familienfilm mit Monsterbeilage. Hier: statt Katastrophenfilm -> Liebesfilm mit Katastrophenbeigabe. Und so steht in der ersten Hälfte ein lustiger, teilweise extrem witziger und slapstickhafter Film einer zweiten Hälfte gegenüber, die urplötzlich in bitteren Ernst umschlägt.
Und mal ganz ehrlich: so wie die koreanischen Filmemacher das machen, so bekommt das niemand, weltweit nicht, hin. Das Zusammenführen von Komik und Tragik scheint mir überhaupt das Signum des neueren koreanischen Films zu sein. Und auch im Falle von HAEUNDAE funktioniert diese Kombination großartig.
Der Katastrophenfilm an sich hat mich nie sonderlich interessiert, höchstens als Bruder im Geiste zu Weltuntergangsszenarien. Dieser Film allerdings hat mir großen Spaß gemacht - vielleicht auch, weil er gar nicht viel mehr will, als zu unterhalten. Dass dann wie nebenbei noch etwas Liebenswertes, Detailreiches und Zwischenmenschliches herausspringt -vor allem in der ersten Hälfte- führte in meinem Wohlfühlzentrum zu gemäßigten, aber durchaus mehr als nur durchschnittlichen Zufriedenheitsreaktionen.
In diesem Soziotop sind die Beziehungswege verschlungen - da eine Liebe, dort ein Neider, einer säuft, der andere ist zu faul zum Arbeiten. Doch es kommt, wie man sich denken kann, zur allseitig erwarteten Katastrophe, als zu dramatischen Entwicklungen in Sachen Zwischenmenschlichkeit der Tsunami anrollt.
Hier hat man sich mit US-amerikanischer Tricktechnik beholfen, um der Welle und ihrer Zerstörung ein möglichst eindrucksvolles Volumen zu bescheren - was nur bedingt gelungen ist. Leier können die Tricks und Spezialeffekte nicht immer überzeugen.
Doch egal. Egal?
Ja. Denn mittlerweile ist man überraschenderweise schon so von diesem Film eingefangen worden, von seiner Nähe und Zwischenmenschlichkeit, dass man auf die Effekte pfeift. Und klar, da erinnert man sich an THE HOST, bei dem das ganz ähnlich lief. Statt Monsterfilm -> Familienfilm mit Monsterbeilage. Hier: statt Katastrophenfilm -> Liebesfilm mit Katastrophenbeigabe. Und so steht in der ersten Hälfte ein lustiger, teilweise extrem witziger und slapstickhafter Film einer zweiten Hälfte gegenüber, die urplötzlich in bitteren Ernst umschlägt.
Und mal ganz ehrlich: so wie die koreanischen Filmemacher das machen, so bekommt das niemand, weltweit nicht, hin. Das Zusammenführen von Komik und Tragik scheint mir überhaupt das Signum des neueren koreanischen Films zu sein. Und auch im Falle von HAEUNDAE funktioniert diese Kombination großartig.
Der Katastrophenfilm an sich hat mich nie sonderlich interessiert, höchstens als Bruder im Geiste zu Weltuntergangsszenarien. Dieser Film allerdings hat mir großen Spaß gemacht - vielleicht auch, weil er gar nicht viel mehr will, als zu unterhalten. Dass dann wie nebenbei noch etwas Liebenswertes, Detailreiches und Zwischenmenschliches herausspringt -vor allem in der ersten Hälfte- führte in meinem Wohlfühlzentrum zu gemäßigten, aber durchaus mehr als nur durchschnittlichen Zufriedenheitsreaktionen.
Sonntag, 1. November 2009
Tactical Unit: No Way Out / Kei tung bou deui: Juet lou (Lawrence Lau, HK 2009)
Und der alles entblößende Monitor des Fernsehers, der böse und übernah die Nacktheit aller zeigt. Rainald Goetz, Abfall für alle
Teil 2 der von Johnny To produzierten PTU-Sequel-Fernsehserie mit Simon Yam und Maggie Siu als Helden geht in die Vollen. Auch Bewegung, Action, Reminiszenzen an das Bloodshed-Genre sind allenthalben auzumachen. Nachtphotographie, Neonreklame, die Temple Street, das Unbehaustsein derer, die sich mir einem Marktstand über Wasser halten, oder einem Brett vor der Tür für die paar Kleinigkeiten und die Waren dann im Hausflur die Wand entlang gestapelt zum Kauf anbieten.
Aber vor allem anderen ist NO WAY OUT eine Tragödie. Die des geistig leicht behinderten Fai (Derek Tsang), seines Zeichens Fußvolk einer Triade, illegaler Zigarettenverkäufer, ständig auf der Flucht vor den Polizeistreifen der PTU und abhängig von der Bezahlungswilligkeit seiner meist nicht gerade zartbesaiteten Kundschaft. Der in Konflikt gerät mit der gegnerischen Lok-Triade, mit dem Hitzkopf Crack (Samuel Pang) als durchdrehendes, auf Hochtouren laufendes Exekutivkommando.
Es ist die Tragödie einer illegalen Festlandchinesin (Wu Li), die sich als Prostituierte verdingt und sich des behinderten Fai annimmt, zwei einsame Seelen, die zueinander finden. Doch als die Polizei Fai als Köder einer ihrer Razzien mißbraucht um die Triaden nach einem weiteren Mordfall auszuheben, werden Fai und die Schöne zwischen den Fronten zerrieben.
Und daß diese Gemengelage nicht gut ausgehen kann, dafür bekommt man schnell ein Gespür. Lau hält vorzüglich das Tempo, setzt ruhige Akzente, operiert mit subjektivem Soundeinsatz und exzellent inszenierten Bildern einer das Tragische entblößenden Kamera. Der Film erreicht so nach und nach eine Intensität, die kaum mehr auszuhalten ist. An ein Happy-End denkt da schon lange keiner mehr. Die Sichtung läßt einen alleine zurück, am Boden, verstört und emotional venichtet. Der Abend ist gelaufen.
Teil 2 der von Johnny To produzierten PTU-Sequel-Fernsehserie mit Simon Yam und Maggie Siu als Helden geht in die Vollen. Auch Bewegung, Action, Reminiszenzen an das Bloodshed-Genre sind allenthalben auzumachen. Nachtphotographie, Neonreklame, die Temple Street, das Unbehaustsein derer, die sich mir einem Marktstand über Wasser halten, oder einem Brett vor der Tür für die paar Kleinigkeiten und die Waren dann im Hausflur die Wand entlang gestapelt zum Kauf anbieten.
Aber vor allem anderen ist NO WAY OUT eine Tragödie. Die des geistig leicht behinderten Fai (Derek Tsang), seines Zeichens Fußvolk einer Triade, illegaler Zigarettenverkäufer, ständig auf der Flucht vor den Polizeistreifen der PTU und abhängig von der Bezahlungswilligkeit seiner meist nicht gerade zartbesaiteten Kundschaft. Der in Konflikt gerät mit der gegnerischen Lok-Triade, mit dem Hitzkopf Crack (Samuel Pang) als durchdrehendes, auf Hochtouren laufendes Exekutivkommando.
Es ist die Tragödie einer illegalen Festlandchinesin (Wu Li), die sich als Prostituierte verdingt und sich des behinderten Fai annimmt, zwei einsame Seelen, die zueinander finden. Doch als die Polizei Fai als Köder einer ihrer Razzien mißbraucht um die Triaden nach einem weiteren Mordfall auszuheben, werden Fai und die Schöne zwischen den Fronten zerrieben.
Und daß diese Gemengelage nicht gut ausgehen kann, dafür bekommt man schnell ein Gespür. Lau hält vorzüglich das Tempo, setzt ruhige Akzente, operiert mit subjektivem Soundeinsatz und exzellent inszenierten Bildern einer das Tragische entblößenden Kamera. Der Film erreicht so nach und nach eine Intensität, die kaum mehr auszuhalten ist. An ein Happy-End denkt da schon lange keiner mehr. Die Sichtung läßt einen alleine zurück, am Boden, verstört und emotional venichtet. Der Abend ist gelaufen.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
BEAST COPS (Dante Lam, HK 1998)
Als sich der Bandenboss Big Brother Fai kurzzeitig aus dem Staub macht, übernimmt frecherweise dessen Ziehsohn Pushy Pin (Patrick Tam) seinen Posten und führt ein hartes Regiment im Vergnügungsviertel. Brother Tung (Anthony Wong), seines Zeichens korrupter und spielsüchtiger Polizist, versteht sich hervorragend darauf, die Machtverhältnisse im Viertel auszubalancieren und so ein illegales, aber dafür stabiles Miteinander zu garantieren. Als ihm ein neuer Chef vor die Nase gesetzt wird (Michael Wong, der Mann mit dem hölzernen Gesicht) muss er diesen erstmal einnorden. Unguterweise zeugt Cheung aber erstmal ein Kind mit der Ex von Big Brother Fai. So destabilisiert sich die Lage zusehends, und als Big Brother plötzlich wieder auftaucht geht die Hackerei mit den Macheten los.
Was sich hier nach viel Handlung anhört, ist es eigentlich gar nicht. Der Film gefällt sich in ausgiebigen Nachtdarstellungen Hongkongs und in der peniblen Portraitierung seiner Charaktere. Insbesondere Anthony Wong muss lobend erwähnt werden, der liefert eine der Rollen seines Lebens. Und auch wenn der Film etwas Anlaufzeit benötigt, im Mittelteil wenig Action zu bieten hat, dann -man vermutet es bereits- kann es nur geballt am Ende kommen. Und so ist es auch: ein grimmiges Schlachfest wird da abgeliefert und zugleich hält Dante Lam die Balance in der der Humor nicht zu kurz kommt. Wie das gemacht wird, über Dialoge und den Musikeinsatz etwa, müßte man sich nochmal genauer ankucken. BEAST COPS ist jedenfalls ein erstklassiger Hongkong-Film.
Was sich hier nach viel Handlung anhört, ist es eigentlich gar nicht. Der Film gefällt sich in ausgiebigen Nachtdarstellungen Hongkongs und in der peniblen Portraitierung seiner Charaktere. Insbesondere Anthony Wong muss lobend erwähnt werden, der liefert eine der Rollen seines Lebens. Und auch wenn der Film etwas Anlaufzeit benötigt, im Mittelteil wenig Action zu bieten hat, dann -man vermutet es bereits- kann es nur geballt am Ende kommen. Und so ist es auch: ein grimmiges Schlachfest wird da abgeliefert und zugleich hält Dante Lam die Balance in der der Humor nicht zu kurz kommt. Wie das gemacht wird, über Dialoge und den Musikeinsatz etwa, müßte man sich nochmal genauer ankucken. BEAST COPS ist jedenfalls ein erstklassiger Hongkong-Film.
Mittwoch, 16. September 2009
Außerasiatische Verirrungen Pt. 5 : TRAS EL CRISTAL / IM GLASKÄFIG (Agustí Villaronga, Spanien 1987)


Der in Spanien untergetauchte KZ-Arzt und Kindermörder Klaus kann auch im Exil seiner verhängnisvollen sadistischen und päderastenhaften Passion nicht abschwören und stürzt sich schließlich verzweifelt vom Dach seines Hauses. Fortan querschnittsgelähmt wird er von der Familie gepflegt und von einer Eisernen Lunge am Leben gehalten. Als der junge Angelo auftritt sein Pfleger zu werden, ändern sich schlagartig die Machtverhältnisse im Haus und ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit kehrt zurück.


IM GLASKÄFIG ist ein wunderbar photographierter Film, dessen Bilder in ein tiefes Nachtblau getaucht sind. Die unheimliche Atmosphäre kontrastiert fantastisch mit dem leicht verwohnten aber doch prächtigen spanischen Herrenhaus, in dem die beiden Frauen, die Gattin Klaus' und die Tochter Rena die einzigen Lichtblicke scheinen. Die tiefen Furchen im Gesicht der Ehefrau und ihr permanentes Rauchen, bei dem sie hinter den Schwaden des Zigarettenrauchs undeutlich wird, deuten schon auf ihr Schicksal hin, das sich in einem gewalttätigen Kampf eruptiv entladen wird.
Der Wahnsinn der Männer führt im Laufe des Spielfilms zu einer krankhaften Form der gegenseitigen Abhängigkeit und gelebtem Sadismus zwischen Lehrer und Schüler, Vater und Sohn, Schänder und Mißbrauchtem, sodaß die Manifestationen der psychen und physischen Wunden teilweise groteske Formen in ihrer bildlichen Entsprechung annehmen. Da erfüllt der Film dann in so manchen Szenen etwas zu sehr sein Soll, in denen er dann beinahe in eine Bühnenhaftigkeit kippt. Doch mindestens der Soundtrack, ein nervenzerreibendes und experimentelles Klanggewitter, hält den Film in der Balance und das Bedrohungslevel konstant.


Auch motivisch ist IM GLASKÄFIG sehr dicht gewebt; eine Zweitsichtung bringt da einiges zutage. Stellvertretend nennen möchte ich das Motiv des Blicks, des Schauens, des Auges. Schon in der allerersten Szene steht es im Mittelpunkt, wenn Klaus den aufgehängten und geprügelten Jungen photographiert. So macht er keine Ganzkörperaufnahme, um etwa den geschundenen Körper zu dokumentieren, sondern er bewegt sich mit dem Objektiv der Kamera ganz nah an das Auge des Kindes heran - mit dem Ziel, den letzten Augenaufschlag, das letzte Blinken vor dem Tod festzuhalten; um so dem Sterben ganz nah zu kommen, beinah um in den Tod selbst einzudringen (eine Parallelisierung der Voyeursszene zwischen uns als Zuschauer und der Filmkamera darf gerne mitgedacht werden). Schaut man den Film unter diesen Vorsätzen, der Angst im Blick des Betrachteten, findet man kaum eine Szene, in der dieses Motiv nicht thematisiert wird, am Offensichtlichsten im gespiegelten, umgelenkten Blick des gelähmten Klaus. Zu diesem Themenkomplex gehört natürlich auch die Thematisierung von Sichtflächen dazu: Scheiben, Fenster, Spiegel, Glasflächen, blinde Fenster, verhangene, die eiserne Lunge usw. usf., ein Thema, das hier den Rahmen sprengt.
In IM GLASKÄFIG gibt es kaum ein Aufatmen, kein Entlassen aus dieser dichten und bedrückenden Welt, diesem tonnenschweren Film- weder innerhalb der Geschichte, etwa durch einen Nebenerzählstrang, noch in der Bildsprache.
Der Film selbst ist ein harter, komprimierter Kristallkäfig aus dem Terror der Abhängigkeiten. Wer bei der Sichtung den Pausenknopf bemüht, bringt sich um die volle Wirkmacht des Filmerlebnisses; und kommentiert doch zugleich, daß dieser Film kaum auszuhalten ist. Eine echte Wucht.
Sonntag, 6. September 2009
Loft (Kiyoshi Kurosawa, Japan 2006)

Die Schriftstellerin Reiko versucht durch die Flucht aus der Großstadt in die Provinz einer bevorstehenden künstlerischen Blockade zu entkommen und landet mitten in einer Geistergeschichte, die nicht zu unwesentlichen Teilen mit einem Kriminalfall verknüpft ist. Denn außer ihr gibt es noch zwei andre
aktive weibliche Wesen in diesem am Waldrand - ein phantastisches, leicht industriell anmutendes Setting - gelegenen Haus: eine tausend Jahre alte Mumie und ihre (un-)tote Vormieterin, eine ebenfalls junge Schriftstellerin, die von ihrem Lektor in dieses Haus gelotst wurde.Kurosawa baut sehr geschickt die Spannung auf: anstatt alle paar Minuten einen Schock sich entladen zu lassen, bricht er die Szene jedesmal einfach ab
und schneidet auf einen anderen Handlungsstrang. Genauso verfährt er mit der Musik: aus einem unterschwelligen Schwelen türmt sich dissonanter Terror, bis dieser kurz vor dem Höhepunkt schlicht verpufft - ein Schnitt, und die Musik bricht ab. Das wirkt mitunter verstörender, als gängige Schemata zu erfüllen.Problematisch allerdings könnte auf so Manchen die bisweilen arg ruhig geratene Stimmung wirken. öfter wirkt der Film etwas lahm, als ob er nicht i
n richtig in Fahrt käme; schließlich ist doch aber klar, daß Kurosawa genau dieses konventionelle Spannungskino zu vermeiden versucht, und sogar durch die oben geschilderten Abbüche regelrecht sabotiert. In seiner meditativen Ruhe ähnelt dieser Film viel eher einem CHARISMA als einem CURE. Ob einem das gefällt, steht auf einem anderen Blatt.
Donnerstag, 20. August 2009
Mr. Sokrates (Jin-won Choi, Südkorea 2005)
Beknackte, anspruchslose Teenie-Gangsterkomödie, die sich ausschließlich mit der Wiederholung von Genrestandards begnügt. Sehr schlimm ist die Schauspielerei der Hauptfigur, deren Wandlung vom Ganoven zum Polizisten einer Läuterung gleichen soll, die im Film aber nur doof behauptet wird; leider ist diese Wandlung dermaßen flach und unglaubwürdig begründet, sodaß man der Handlung halt folgt, aber jeden Glauben an sie verloren hat. Billigste Schiene.
Gegen Ende gesellt sich noch ein schlimmer reaktionärer Ton hinzu, so im Sinne das Gesetz ist das Gesetzt und das ist gut, bzw. willst du lieber als Dieb auf der falschen Seite oder als Polizist auf der richtigen sterben, usw. Da läuft einem der eine oder andere Schauer über den Rücken.
Vom Style her ist alles natürlich wieder koreamäßig völlig gelackt. Sogar die Gefängniszelle hat einen besseren Parkettboden als ich hier zuhause. Da geht man doch gern in den Knast! Kommst du mit?
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