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Black Test Car / Kuro no tesuto kaa (Yasuzo Masumura, Japan 1962)


Das junge aufstrebende Automobilunternehmen “Tiger” steht kurz davor, den neuen, schnellen und schnittigen Sportwagen „Pioneer“ auf dem japanischen Markt zu platzieren. Die Testphase geht in die letzte Runde. Doch bei einer Hochgeschwindigkeitsfahrt fliegt die mit einem schwarzen Tuch verhüllte Kiste aus der Kurve, zerschellt, explodiert und geht anschließend in Flammen auf. Eine Katastrophe, sollte das bekannt werden. Doch die Spione der Konkurrenz sind nicht tatenlos: mit Mikrophon und Fotoapparat versteckt man sich in den Büschen und Bäumen, um einen Blick auf das neue Modell zu erhaschen. Denn „Yamato“, die bereits etablierte Konkurrenz, will mit ihrem „Mypet“ Sportwagen ein ähnliches Modell auf den Markt lancieren, und sich nicht von ebendiesem verdrängen lassen. Ein erbitterter Wettkampf beginnt…

Im vier Jahre zuvor gedrehten GIANTS & TOYS hatte Masumura schon einmal eine Wirtschaftssatire auf die japanische Nachkriegsgesellschaft gedreht; da allerdings in poppigen Farben, hysterischen Bildern und rasant-jazzigem Score. Nun ist alles anders: hier regiert der Tod. Alles ist schwarz/weiß, hartkontrastig, Film Noir brutal. Der Score, ja, ist jazzig, aber von verstörender Disharmonie geprägt, der sich bis in industriellen Lärm hineinsteigern kann. Und so beginnt der Film: mit dem Unfall und dem brennenden Wagen. Die Testfahrer, über die niemand ein Wort verliert, sind natürlich im Wagen umgekommen. Während die Anfangscredits laufen, sieht man minutenlang das brennende Auto. Die im ersten Drittel noch vernehmbaren leichten Anflüge von Humor, Satire und Ironie werden später völlig aufgegeben im völlig unlustigen Spiel um Macht, Informationen und den Vorsprung vor der Konkurrenz. Der sehr dialoglastige Film, der fast vollständig ohne herkömmliche Action auskommt, bezieht seinen ganzen Impact aus den Verstrickungen der Charaktere, die sich in einem tatsächlich auch tödlichen System verfangen haben, dessen Netz sie selbst weiter stricken. Da wird dann auch über Leichen gegangen, wenn das Wasser bis zum Hals steht.
Die Frauen sind auch in diesem Film zunächst der Wärmepol im Beziehungsgefüge. Doch auch sie werden rücksichtslos benutzt und mißbraucht, in die Prostitution gezwungen, wenn es um die Informationsgewinnung geht - wenn es das "höhere Ziel", an dem der Erfolg der Firma hängt, fordert.

Masumuras moralischer Ansatz ist natürlich überdeutlich. Doch versteht er diese Moral auf sehr unaufdringliche Art zu vermitteln, in Dialogen, die wie ein Pausenzeichen wirken im reißenden Strom des Films. Asahina fragt konsterniert, verzweifelt: „Do we have to kill to protect the company?“ Und Onoda (Hideo Takamatsu) mit dem Totenschädelgesicht, dessen Kind der “Pioneer” ist, antwortet: “Grow up. As long as we win...”
Das Ende am Strand - fern der städtischen Zivilisation (!) -, das Wieder-Zusammenfinden der freiwilligen Outcasts ist ein positives Zeichen. Man kann, wenn man will. Doch ist das keineswegs pathetisch zu verstehen. Die völlig unkitschige Szene funktioniert, denn sie ist Rebellion. Hier finden zwei wieder zusammen, die nun außerhalb stehen und alles verloren haben. Ihre moralische Integrität allerdings haben sie wiedergefunden.

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