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Ichi (Fumihiko Sori, Japan 2008)

Eine blinde Schwertkämpferin (Haruka Ayase) hilft einem unbeholfenen Samurai bei einem Angriff mehrerer Gauner aus der Patsche. Der rivalisierende Clan hält ihn daraufhin für einen Helden und stellt ihn als Bodyguard an, doch stellt sich heraus, daß er unfähig ist, sein Schwert zu ziehen. Dies wird durch eine psychische Blockade verhindert, deren Ursprung in der Kindheit liegt. Doch die blinde Samurette ist nicht weit, denn nach und nach hat sich auch ihr Herz für ihn entflammt.

Es wird viel zitiert in diese Film - unzählige Szenen kennt man aus den klassischen und modernen Samuraifilmen. Das ist zunächst ganz spannend, spart der Film doch auch nicht mit überzeichneten Charakteren, die ihn in Richtung Groteske rücken. Mit zunehmender Laufzeit entdeckt der Film allerdings seinen Hang zur poetischen Langsamkeit und kann nur mit Mühe seine überlange, zweistündige Laufzeit beenden. Auch immer deutlicher werden große Schwächen im Rhythmus, die ihn mehrfach ausbremsen, sodaß man teils schon schwer genervt ist bei jeder weiteren Unterbrechung der Haupthandlung. Auch Riki Takeuchis Hackfresse, die erst noch für Zunder sorgt, wird immer mehr zur Karrikatur eines grimmigen Samurais, sodaß man ihn überhauopt nicht mehr ernst nehmen kann. Der Kontrast zur poetischen Elegie, mit der die Liebesgeschichte erzählt wird, könnte größer nicht sein. Und man hofft wenigstens auf die Action. Doch auch der zwanzigste Kampf wird irgendwann langweilig, wenn man nichts sieht, die herausgeschnittenen Actionszenen, die den High-Speed der Kampffinesse simulieren sollen, nur Leichenberge anhäuft. Da wünscht man sich mehr Ballett und Kunstfertigkeit oder auch mal Distanz. Lediglich die unglaublich hübsche Protagonistin hält einen bei der Stange. Der westliche Soundtrack ist ebenfalls öfter mißlungen. Hier paßt irgendwie nichts so richtig zusammen. Eine ziemliche Gurke, also.

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Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

The Warped Ones aka The Wild Love-Makers / Kyonetsu no kisetsu (Koreyoshi Kurahara, Japan 1960)

THE WARPED ONES ist die totale Tayozoku-Madness, ein Film über jugendliche Rebellen im Nachkriegsjapan: zwei "juvenile delinquents" kommen aus dem Gefängnis heraus und beginnen direkt mit ihrer Hatz auf Vergnügungen, auf Mädchen, Alkohol und Befriedigung der Primärbedürfnisse. Wenn die Strecke zu weit ist, klaut man eben kurz einen Wagen. Hat man Hunger, klaut man was am nächsten Straßenstand. Die Sonne brennt vom Himmel, der Schweiß steht auf der Stirn, der Jazzbeat treibt voran, die Artikulation geschieht hauptsächlich durch Grunzen, Brüllen, Knurren und sonstige animalische Laute. Wird gegessen, dann wird geschlungen. Gebratene Hühnchen werden zerrissen, Reis wird gestopft. Wasser wird aus der Kanne direkt in den Mund gegossen und läuft über den von Schweißtropfen perlenden, entblößten Körper. Dieser prototypische Suntribe-Film (die man als Vorläufer der "Neuen Welle" in Japan verstehen kann) ist ein einziger, rasender Exzess der Respektlosigkeit. Die beide...

Nippon Connection 2016: Oyster Factory / Kakikoba (Kazuhiro Soda, Japan 2015)

Der in New York lebende und aus Tokyo stammende japanische Dokumentarfilmer Kazuhiro Soda legt mit OYSTER FACTORY seinen neuesten Film vor: 2007 war er mit CAMPAIGN noch bei der Berlinale vertreten, weitere Filme liefen auf verschiedenen Festivals. Dieser ist nun der sechste Film in einer Reihe von Dokumentarfilmen, die Soda selbst in den Anfangstiteln als Serie durchnummeriert. Der Regisseur tritt zugleich als Produzent, Skriptwriter, Kameramann und Cutter auf. OYSTER FACTORY ist also ein Leidenschaftsprojekt, das mit wenigen Mitteln finanziert wurde und als Autorenkino durchgehen darf. Sein Platz im Programm der Reihe Nippon Visions ist also durchaus angemessen, obwohl Soda alles andere als ein Debutant ist. Und umso toller, dass er mein Eröffnungsfilm des Festivals war, denn dieser Film ist großartig. Es war ein wenig der Zufall, der mich in diesen Film trieb: Kiyoshi Kurosawas JOURNEY TO THE SHORE, der eigentliche Eröffnungsfilm des Festivals, war bereits rappelvoll, und ...