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Am Dasein verzweifeln: Ryuichi Hirokis Pinkfilm-Hommage KABUKICHO LOVE HOTEL (Japan, 2014)


 Ryuichi Hiroki lässt in einem Stundenhotel in Tokyo eine ganze Menge junger Leute aufeinander treffen, die alle mit ihren beschädigten Biographien zurecht kommen müssen. Ein Pärchen (oben auf dem Poster), er der Manager des Etablissements, sie eine aufstrebende Sängerin (Atsuko Maeda von AKB48) verkrachen sich dann ziemlich, als sie mit einem Produzenten ins Bett steigt um einen Plattenvertrag zu bekommen. Während zeitgleich herauskommt, dass er sie seit Jahren angelogen hat, was seine eigene Arbeitsstelle in diesem Stundenhotel anbelangt. Beide stammen ursprünglich aus Sendai und sind Flüchtlinge der Tsunami- und Atomkatastrophe von Fukushima. In Tokyo versuchen sie neu anzufangen. Und stehen doch mit einem Bein am Abgrund.

 Hiroki, der übrigens selbst aus Sendai stammt, hatte schon immer einen Hang zu Außenseitern, Ausgestoßenen und stillen Eigenbrötlern. Zumindest, wenn es sich nicht um seine ultrakommerziellen Filme handelt. Dieser hier, der auch eine ernüchternde Hommage an den Pinku Eiga ist, den japanischen Erotikfilm, führt ihn zurück zu seinen eigenen Wurzeln, als er selbst noch in der Branche tätig war. Es ist ein ziemlich toller Film geworden: nachtdunkel, betörend, verstörend und todtraurig. Aber die Figuren lassen sich nicht unterkriegen.

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Michael Schleeh

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