Sonntag, 19. April 2009

True Story of a Woman in Jail: Sex Hell (Koyu Ohara, Japan 1975)

[o.T.: Jitsuroku onna kanbetsusho: sei-jigoku]

Als Mayumi (Hitomi Kozue) die Liebhaberin ihres Freundes ersticht, landet sie im Knast - selbstredend in einem gefürchteten Frauengefängnis, in welchem nicht nur die übelsten Wärter ihr Unwesen treiben, sondern auch die Mitinsassinnen klaren Machtstrukturen unterworfen sind und die Schwachen und ebenso die Neuzugänge erstmal nichts zu lachen haben.

Gewalt, Sex, Folter, Vergewaltigung, Dusch- und Badeszenen, Lesbensex und gynäkologische Experimente: hier bekommt man alles, unterlegt mit funkig-bluesigen Rhythmen von der Tonspur. Nichts besonderes im WIP-Genre also, vor allem da hier sehr deutlich wird, wie Nikkatsu das um nur wenige Jahre jüngere und erfolgreiche Toei-Konzept der SASORI: FEMALE PRISONER SCORPION mit Meiko Kaji in der Hauptrolle zu kopieren versucht, welches aber auch visuell deutlich ambitionierter ist. Die Nachahmung glückt also leider nur bedingt, doch sind die Höhepunkte grotesk genug, der Film von einer sehr goutierbaren Pinku-Länge, daß man bei der Stange bleibt. Das Finale ist überraschend originell und sauber ausgeführt, sodaß man anschließend doch vergnügt und bereichert in sein harmloses Leben zurückkehren kann.