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Zatoichi – The Tale of Zatoichi continues/ Zoku Zatoichi monogatari (Kazuo Mori, Japan 1962)

Teil zwei der Reihe führt die Ereignisse aus dem Vorgänger konsequent fort, verwendet dabei teilweise auch bereits bekannte Charaktere. Aber nicht nur Zatoichis Figur scheint tiefgründiger ausformuliert, sondern auch die Anzahl der Schwertkämpfe nimmt zu, der Leichenberg ist deutlich höher.



Das jedoch muß nix heißen. Höher und weiter ist nicht gleich besser. Und ich hatte große Probleme mit diesem allerorts hochgelobten zweiten Teil, denn mir fehlte der "emotionale" Zugang. Denn irgendwie sind diese Geschichten ja alle gleich, oder zumindest sehr ähnlich. Hier passiert eigentlich nix besonderes, nur daß der Held mal wieder auf der Liste steht und sich der Übermacht eines Clans erwehren muß. Auch die Liebesgeschichte zu Tane ist kaum ausformuliert. Nach einigem Grübeln kam ich auch drauf: es fehlt ein wirkmächtiger Gegenspieler.



Zatoichis Bruder ist zwar ein Fiesling, aber doch ein Bruder. Und keine Persönlichkeit wie Hirate aus Teil 1 (oder Yojimbo, the One Armed Swordsman,...). Mit jemandem wie Hirate zu angeln ist halt doch was besonderes. Dies hier war mir nur ordentliche Unterhaltung, leider.

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Shinjuku Mad (Kôji Wakamatsu, Japan 1970)

Der Film beginnt wie ein jazziges Requiem: zu sowohl swingender wie melancholischer Musik läuft die Kamera (wie der Protagonist) durch die Straßen Shinjukus und überall liegen Leichen oder schwerverletzte Jugendliche herum. Ein Gefühl von Vergeblichkeit und Hoffnungslosigkeitg, von Entsetzen macht sich breit. In einem amerikanischen Film wäre das nun die Ausgangslage, und in einem Rückblick würde man sehen, wie es zu diesem Desaster gekommen ist. Nicht so bei Wakamatsu, der von seinen Zuschauern zu wissen erwarten kann, dass man es hier mit den Aufständen der Studenten zu tun hat, die Mitte und Ende der 60er gegen den Staat und das Militär die Stimme und auch ihre Fäuste erhoben, eine Gemeinschaft der Revolte, mit Splittergruppen der Japanischen Roten Armee, oder sonst einer radikalisierten linken Zelle. Vielleicht waren es aber auch nur Künstler oder Hippies, die hier ihr Leben lassen mussten. Vor diesem politischen Hintergrund spielt sich das persönliche Drama eines Vaters ab,...

Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...

Mad World - Hong Kong's entry for the foreign language Oscar (Wong Chun, 2016)

Wong Chun's debut feature film is not really part of the Hong Kong International Film Festival , but one I did see during my stay here at Mongkok's Broadway Circuit outlet as a regular screening on a sunday morning. It's a quiet and atmospheric film that is quite beautifully shot and extremely well acted by Eric Tsang (kudos!) and Shawn Yue, his son suffering from bipolar disease. It's a film about fatherhood and responsibilities, about getting old in financially difficult times. They both live in a shared flat with three other parties. No one seems to be able to pay rent anymore in Hong Kong. It's really depressing. Mad World is definitely worth watching, as it has been screened in Busan and in Toronto. It got mixed reviews overall, but I really don't understand why. There are no loose ends, the plot is fragmented with flashbacks to family history, but that always makes sense and adds to the depth of the characters. I really liked it and...