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Laaga Chunari Mein Daag / Der Weg einer Frau (Pradeep Sarkar, Indien 2007)


Eine intakte Familie mit zwei schönen Töchtern lebt am Ufer des Ganges in einem großen, aber langsam verfallenden Haus in der Stadt Benares. Als ein Filmdreh, der im Haus stattfinden sollte, nicht zustande kommt und das Geld dafür ausbleibt, der Vater einen Herzanfall bekommt, alle Verwandten angeschnorrt sind, schwebt das Unheil über der Familie. Lange kann es nicht mehr dauern, bis sie mit einem Gerichtsurteil aus dem Haus vertrieben werden. Der Vater wirft der ältesten Tochter Badki (Rani Mukerji) vor, kein Sohn zu sein, nicht für die Familie sorgen zu können. Die Schulabbrecherin setzt daraufhin alles auf eine Karte, reist nach Mumbai und versucht, dort Geld zu verdienen. Das gestaltet sich aber ohne Qualifikation als äußerst schwierig. Jedoch warten die Eltern sehnlichst auf das Geld aus Mumbai. Schließlich, nachdem sie mit einem Jobversprechen ins Bett eines Geschäftsmanns gelotst worden ist, und der sie freilich nur ausgenutzt hat, streift sie alle Hemmungen ab und wird eine exklusive Begleitdame, eine Edelprostituierte. Die Familie scheint gerettet, doch diese Rettung ist teuer erkauft.

DER WEG EINER FRAU gibt sich als ein modernes Großstadt- und Familiendrama, das so modern vielleicht gar nicht ist. Abgesehen davon, dass der Plot nichts Neues ist, kann auch die Inszenierung nicht unbedingt überzeugen. LAAGA CHUNARI ist zunächst und vor allem ein auf Hochglanz lackierter Unterhaltungsfilm, der mit sympathischen Darstellern aufwartet und mit seinen 5-6 Songs ordentlich Stimmung macht. Das tatsächliche Drama um den verkauften Körper aber bleibt verborgen im Hintergrund, gerät kaum in den Fokus. Badkis Zweifel und die psychischen Belastungen werden zwar immer wieder thematisiert - auch in der Tatsache, dass sie als gefallene Tochter nun nicht mehr nach Hause zurückkehren kann (denn auch die Nachbarn haben den Geldsegen bemerkt) - jedoch steht ihr Tun in einem größeren Kontext, kommt einem "höheren Ziel" zugute. Eben dem familiären. Etwas, das sie schließlich Dank des Einsatzes und der Liebe ihrer Schwester Chutki (Konkona Sen Sharma) wieder rettet und in den Hafen der Familie zurückgelangen lässt. Anteil daran hat auch ein Mann, der ihr tatsächliches Ich hinter der Fassade zu erkennen versteht. Der schöne Geschäftsmann Rohan Verma (Abishek Bachchan), Bruder des Mannes, der Badkis Schwester zu ehelichen gedenkt. Denn schließlich wird alles aufgedeckt, doch die Familie hält zusammen, die moralische Integrität bleibt gewahrt, da die Ehrenhaftigleit Badkis und ihre Ehrlichkeit höher bewertet werden, als ihr verwerfliches Gewerbe.

Anstatt also ein unter seinen Konflikten tonnenschwer arthousig daherkommendes Parallel-Cinema-Drama zu inszenieren, wird in DER WEG EINER FRAU die stets beschwingte, einfache Lösung anvisiert. Das kommt auch in den Songs zum Ausdruck, die mitsamt den Bildern mitzureissen wissen; allenfalls der Titelsong, in dem es um den "befleckten Schleier" (so auch der Originaltitel des Films) geht, wirkt etwas spröde. Ein Film also, der verharmlosend an seinen Konflikten vorbeiinszeniert ist, der als reiner Unterhaltungsfilm mit sanfter Tränendrüsengarantie und tollen Schauspielerleistungen aber dennoch großen Spaß macht und es versteht, den Zuschauer für sich einzunehmen.

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