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Bin Bulaye Baraati (Chandrakant Singh, Indien 2011)



Eine ganze Horde Kleinganoven, die alle zeitgleich etwas ausgefressen haben, landen unter absurden Umständen in einem gestohlenen Lieferwagen, in dem sich (!) ein Koffer voller Juwelen befindet. Die Gangster sind zwar hinter ihnen her, doch können sie mit Hilfe einiger Tricks (und dem Filmschnitt) der Situation entkommen und landen in einem kleinen Dorf. Dort verkleiden sie sich als Polizisten und retten die unterdrückten Einwohner, die unter der Knute eines korrupten Reichen stehen. Hinter diesem aber steht noch der Oberbösewicht Black Cobra, der ein wenig wie der King aussieht (also Elvis) - nur aus dem Reich der Toten (in schwarz, hochgestellter Kragen, Kajal-Augen und Vokuhila). Diesen müssen die wackeren Helden wider Willen also ebenfalls aus dem Weg räumen, sowie dessen älteren Bruder, der aber aufgrund seiner erwachten homoerotischen Gefühle auf unseren Helden steht.

Wie ich auf indischen Filmseiten lese, versammeln sich in diesem Film einige Komödiengrößen des indischen Kinos. Allerdings hilft das alles nichts. BIN BULAYE BARAATI ist dermaßen platt, man fasst es oftmals nicht. Doof auch, aber eben so doof, dass es wieder kippen kann. Und trotz seiner knappen Spielzeit von 2:20 Stunden recht lang und oft zäh noch dazu. Die Verfolgungsjagden wie auch die Schlägereien sind ziemlich amateurhaft inszeniert, die Dialoge beknackt, die Konflikte simuliert - lediglich die Darsteller machen - abgesehen vom üblichen Chargieren - ihre Sache akzeptabel, die Songs sind nicht übermäßig gelungen, aber dennoch ordentlich. Leider ist der Film auch nicht besonders originell photographiert, was allerdings zum ungelenken Schnitt sehr gut passt. An einem sonnigen Nachmittag, an dem man sich irgendwie die Zeit vertreiben will, kann man den Film eventuell vorbeischweben lassen wie ein warmes, harmloses Lüftchen; wer ernsthaft und konzentrierter schaut, rauft sich ziemlich sicher recht bald die Haare.

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Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...

Nippon Connection 2016: Ken and Kazu (Hiroshi Shoji, Japan 2015)

Der Konflikt, der in KEN TO KAZU das Leben der Hauptfiguren ruiniern wird, ist der Spagat zwischen dem Lebensentwurf des kriminellen Kleingangsters und dem einer bürgerlichen Existenz. Als Saki schließlich schwanger wird, setzt sie ihren Freund Ken mächtig unter Druck: endlich mit Kazu zu brechen und ein ordentliches Leben zu beginnen. Etwas, was Ken ihr wohl schon mehrfach versprochen hat, aber anscheinend nicht einhalten wollte. Die Spuren seines unsteten und kriminellen Lebenswandels werden ihm während des Films mehrfach entlarvend ins Gesicht geschrieben: Kratzer auf den Wangen, eine blutige Nase, Schwellungen und blaue Flecken von Prügeleien. Und so muss sich Ken entscheiden, ob er eine Familie gründen und es bei den Einkünften aus seiner Autowerkstatt belassen will, oder ob er dem ständigen Drängen des penetrant grenzüberschreitenden, brutalen Kazu nachgibt und weiterhin Drogen verhökert. Doch Ken kommt nicht gegen ihn an, er wirkt eingeschüchtert und scheint zuviel Angst vo...