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One Million Yen Girl (Yuki Tanada, Japan 2008)

Die 21-jährige Suzuko (Yu Aoi) will mit ihrer besten Freundin zusammenziehen, da sie sich als Teilzeit-Jobber keine eigene Wohnung leisten kann. Mit ihren Eltern steht sie nicht auf bestem Fuße, der kleine Bruder kann sie nicht leiden. Als dieses Experiment gründlich schief geht, muß sie einen hohen Schadensersatzbetrag abbezahlen, da sie vom Freund ihrer Mitbewohnerin gelinkt wurde. Wieder eine menschliche Enttäuschung. Fortan beschließt sie, frei von Ort zu Ort zu ziehen, allzu enge menschliche Kontakte zu vermeiden, und erst zurückzukehren, wenn sie eine Million Yen gespart hat.

Tanada weiß zu begeistern mit ihrem zugleich ruhigen, anrührenden und lustigen Film. Er ist phantastisch photographiert, gut rhythmisiert, exzellent gespielt, sehr unterhaltend, feinfühlig, vielschichtig und trotz seiner Länge enorm kurzweilig. Tolle Charakterentwicklungen. Wollte man etwas bekritteln, dann allenfalls, dass die Regisseurin dank ihrer Hauptdarstellerin manchmal sehr auf die Charmedrüse drückt. Der Film ist schon eine ziemliche Yu Aoi - Show. Tanada hat übrigens auch das Drehbuch zu SAKURAN von Mika Ninagawa geschrieben - ebenso ein Film, den man sich tunlichst anschauen sollte.
So hatte sich der Festivaltag für uns stetig gesteigert und mit einem tollen Film abgeschlossen.

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Masahista / The Masseur (Brillante Mendoza, Philippinen 2005)

Brillante Mendozas erste Spielfilmregie verortet ihn sogleich im Independentkosmos des modernen philippinischen, cineastischen Undergrounds. Geringe Budgets und die Digitalkamera eröffnen jungen Filmemachern die Möglichkeit, nicht nur jenseits einer etablierten Filmindustrie, sondern so gut wie jenseits jeder filmischen Szene aktiv zu werden. Ein Status, der sich auch in der Verfügbarkeit der Filme zeigt. So sind die Filme von Brillante Mendoza, Lav Diaz, Raya Martin, KHAVN de la Cruz u. a. nur in Ausnahmefällen auf DVD greifbar (wenn, dann sowieso nur weltweit), oder sie sind mit etwas Glück auf engagierten Retrospektiven und Filmfestivals zu sehen. Im Falle KHAVNs übrigens durchaus auch auf youtube, selbst eingestellt vom Regisseur. Die Filme eint neben den o. g. Kriterien ein Hang zum ästhetischen Radikalismus in Kombination mit einem Blick auf gesellschaftliche Mißstände, welcher gerne mal als "neorealistischer" italienischer Prägung oder als einer im Geiste des "Cin...

Accident / Yi ngoi (Soi Cheang, HK 2009)

Pou-Soi Cheangs erster Film unter Johnnie Tos Produktionshoheit (Milkyway) ist ein hervorragend schneller, straffer und kluger Genreknaller geworden. Ho Kwok-Fai (Louis Koo) hat ein Killerteam um sich geschart (Stanley Fung, Lam Suet, Michelle Ye), das sich auf die Inszenierung von Auftragsmorden spezialisiert hat. Diese laufen stets nach einem Dominosystem ab und erscheinen - da sie so komplex konstruiert wurden - wie tatsächlich Unfälle. Doch plötzlich wird einer des Teams während einer Aktion durch eine Verkettung tragischer Zufälle getötet. Ho entkommt nur knapp. An diesen Zufall will er nicht glauben und wähnt sich selbst das Ziel eines Killerteams. ACCIDENT beginnt enorm stark - und es ist eine Lust, den kreativen Inszenierungen zuschauen zu können. Cheangs in DOG BITE DOG zelebrierter harter Realismus und die ungestüme Wildheit SHAMOs geht ACCIDENT ab, da wurde er wohl von To gebremst. Doch nicht zum Schlechten: der Film ist sehr flüssig und elegant inszeniert, spart aber nicht ...

Fire of Conscience / Fire Dragon / For lung (Dante Lam, Hongkong 2010)

Die beiden Cops Kee (Richie Ren) und Manfred (Leon Lai) beginnen zusammen zu arbeiten, als sich herausstellt, dass ihre Fälle einen gemeinsamen Hintergrund haben. Der Saubermann Kee überrascht dabei plötzlich mit radikalen Methoden, die ihm niemanden zugetraut hätte. Manfred ist sowieso ein harter Hund, seit die böse Unterwelt seine Frau samt ungeborenem Kind auf dem Gewissen hat. Dass Kee einen hinterlistigen Plan ausführt, stellt sich erst heraus, als schon so einiger Blutzoll entrichtet wurde. Dante THE BEAST STALKER Lams neuer Film ist ein verworrenes Etwas: das Skript geht in den ersten beiden Dritteln völlig drunter und drüber, es weiß Aktionen nicht zu gewichten, die gleichzeitigen Ermittlungen in den drei (!) Kriminalfällen bleiben über weite Strecken nicht nachvollziehbar. Stark wird der Film immer in seinen Actionszenen; und da kann man wohl sagen, dass es Lam wie kaum ein anderer schafft, diese von der ästhetischen als auch von der kreativen Seite her unvergleichlich zu insz...