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Megane / Brillen / Glasses (Naoko Ogigami, Japan 2007)


Als eine junge, gestresste Professorin ihren Frühjahrsurlaub auf einer kleinen Insel zu verbringen gedenkt, ist sie bei Ankunft in ihrer Ferienpension überrascht: außer ihr gibt es keine anderen Gäste in dieser Idylle. Die Frage nach dem warum, klärt sich schnell: es gibt hier absolut nichts zu tun. Die Menschen verbringen ihre Zeit mit Morgengymnastik am Strand, gutem Essen und ansonsten mit ausgiebigem Dahindämmern. Also etwa stundenlang auf das Meer zu schauen, zu angeln (obwohl an dieser Stelle noch nie ein Fisch angebissen hat), und faszinierend lecker aussehendes, geraspeltes Eis zu essen. Die Dame ist verzweifelt, will sie ihren Urlaub doch auch "nutzen" - und außerdem rückt ihr, der Sozialphobikerin, der Familienanschluß zu sehr auf den Pelz.

Regisseurin Ogigami fragt mit diesem sehr ruhigen Film wie nebenbei danach, was man vom Leben erwartet, mit was man zufrieden ist, wo man seinen Platz in der Gesellschaft findet. Da ähnelt MEGANE sehr dem Vorgänger KAMOME SHOKUDO, in der die Protagonistin als Exilantin ein kleines Lokal in Finnland aufgemacht hatte. MEGANE ist jedoch noch etwas ruhiger, dabei betörend stilsicher und vor allem in seinem lakonischen Humor unglaublich charmant. Nicht nur wachsen einem die Charaktere ans Herz, die langen Einstellungen und minimalen Kamerabewegungen verdeutlichen dem Zuschauer auch auf formaler Ebene die Gemächlichkeit der Ereignisse, welche so erst den Blick frei machen für die Schönheit der alltäglichen Dinge.

Michael Schleeh

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