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Samurai *Gerupftes Huhn*: Takashi Miikes Manga-Adaption BLADE OF THE IMMORTAL (Japan, 2017)


 Der Film beginnt mit Verve und einer Eleganz wie ein Film vom Säulenheiligen Kihachi Okamato: hartkontrastige Bilder in schwarz-weiß fügen sich zu einer Oper des stählernen Totschlags. Diese Schwerter sind so scharf wie keine anderen zuvor - die Leichen drapiert wie in einer Choreographie von Akira Kurosawa. So ist der Samurai, der zum Ronin geworden ist, auch ein Bodyguard for hire ein Yojimbo. Diese Anspielung ist sicherlich bewusst gewählt. Und so klassisch dieser Film beginnt, so modern geht es weiter. Wie in einem New Wave - Film entblättert sich der Plot erst nach und nach, wenig wird erklärt. Übersicht stellt sich erst mit der Zeit ein. Dann die Farbenexplosion und die Manga-Adaption, die sich vor allem in den exotischen Waffen und der exaltierten Figurenzeichnung offenbart. Das ist ziemlich toll, wie das alles hier zusammengeführt wird.




 Manji-san ist der zerzauste, unsterbliche Wurm-Samurai (Takuya Kimura), der wie ein zerrupftes Huhn durch diesen Film rennt und sich wie ein großer Bruder um Rin Asano kümmert (gespielt von Jungstar Hana Sugisaki, der Tochter aus HER LOVE BOILS BATHWATER) und sich ihrer Rache annimmt - denn sie gleicht seiner ermordeten Schwester aufs Haar.

 BLADE OF THE IMMORTAL ist zunächst ein Stationendrama, in dem sich der moralische Konflikt spät, dafür aber eindringlich einstellt. Wie so oft kommt es auf die Hintergründe einer Tat an, will man diese bewerten. Kennt man sie nicht, rennt man allzu schnell auch in das eigene Verderben. Und vor allem stellt sich die Frage: wie sehr lohnt sich eine Rache, wenn dafür unzählige Menschen sterben müssen; und eventuell sogar auch die, welche auf dem Weg dorthin neu ans Herz gewachsen sind?

Hier der Podcast zum Film:


Michael Schleeh

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