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Ryôjû / Hunting Rifle (Heinosuke Gosho, Japan 1961)

Ein älterer, erfolgreicher Geschäftsmann verliebt sich in die Cousine seiner sehr jungen Frau. Diese allerdings ertappt die beiden zufällig auf dem Bahnhof, und beschließt, nichts zu sagen. Die zunehmende zwischenmenschliche Vergletscherung nimmt belastende Formen an, als die beiden Lovebirds beschließen, ihre Beziehung zu verheimlichen, den Status Quo aber zu belassen. Die Unmöglichkeit der Situation führt zwangsläufig in die (sehr japanisch anmutende Art der) Katastrophe.

Goshos Adaption der Erzählung "Das Jagdgewehr" von Yasushi Inoue ist schlicht - ich gebrauche das Wort wirklich nicht häufig, hier aber scheint es mir angemessen - ein Meisterwerk. Schauspieler, Bildgestaltung, Farben, Musik, Spannungsbogen und Narration sind umwerfend. Eine ungemein feinsinnige Darstellung einer menschlichen Tragödie. Ob das an der Vorlage liegt? - die hat sicher ihren Anteil am gelungenen Film.

Kommentare

  1. Typisch "mono.micha"! Macht Andeutungen, die den Leser förmlich nach einer Sichtung gieren lassen - der dann aber feststellen darf, wie schier unmöglich es ist, an den Film ranzukommen. :( Pure Boshaftigkeit!

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  2. Gern geschehen. Den Film hatte ich im Japanischen Kulturinstitut gesehen. :)

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  3. Inoues Briefroman "Das Jagdgewehr" habe ich noch in sehr guter Erinnerung. Gibt es in der Verfilmung ähnlich gelungene Perspektivwechsel zu bestaunen?

    Auch wenn mir die literarische Miniatur "Das Jagdgewehr" in seiner emotionalen Theatralik gefährlich nahe am Kitsch gebaut erscheint, gehört diese kurze Köstlichkeit zu meinen absoluten Lieblingsbüchern Inoues.

    Und natürlich stimme ich Whoknows Best zu, dass du ein ganz fieser Misanthrop bist, der sich am blanken Neid seiner Leser ergötzt. ;)

    Zum Ausgleich erwarte ich jetzt wenigstens eine ausführlichere Gegenüberstellung der großartigen literarischen Vorlage und der deinen Worten nach ebenso ansprechenden Verfilmung.

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  4. Anstatt auf eure Boshaftigkeiten auch noch einzugehen, kontere ich lieber mit einem neuen Text, der euch hoffentlich ebenso die Zunge aus dem Hals hängen läßt:

    http://schneeland-mono.blogspot.com/2010/09/rooster-crows-again-niwatori-wa.html

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 (original Poster)

Michael Schleeh
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