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Zero Focus / Zero no shoten (Isshin Inudo, Japan 2009)

Als sich Kenichi kurz nach seiner Heirat mit der jungen Teiko nach Kanazawa aufmacht, um letzte Dinge an seinem alten Arbeitsplatz zu klären, kehrt er nicht mehr zurück. Teiko hält das Warten irgendwann nicht mehr aus, und reist ihm nach. Dort angekommen, gerät sie auf die Spuren mysteriöser Geheimnisse und eine angeschwemmte Leiche könnte ihr Gatte sein. Doch warum sollte er Selbstmord begangen haben?

Inudo (Jozee, the Tiger and the Fish / Maison de Himiko) hat mit seinem Remake des Klassikers von Yoshitaro Nomura von 1961 einen tollen Film abgeliefert: einen durchmixten Genrefilm, einen feministischen Film Noir mit Historienfilm-, Mystery- und Politthriller-Elementen. Extrem vielschichtig, mit toller Bildsprache, fantastischen Darstellern, und überraschenden Wendungen, die aber immer sinnstiftend den Film vorantreiben. Jetzt muß ich mir wohl doch mal das Original, das hier schon geraume Zeit herumsteht, zu Gemüte führen.

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Link
 (original Poster)

Michael Schleeh
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