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True Women for Sale / Sing kung chok tse yee: Ngor but mai sun, ngor mai chi gung (Herman Yau, Hongkong 2008)


Übersetzt man den Originaltitel komplett, so lautet er Ich verkaufe nicht meinen Körper, sondern meinen Unterleib. Und damit ist man mittendrin im Drama der Prostituierten von Sham Shui Po, die sich weigern, dem Freier mehr darzubieten, als den Unterleib.
Im Zentrum des Filmes stehen vier Charaktere: die Prostituierte Chung, die sich dank ihres Kokainkonsums die geschrotteten Zähne richten lassen möchte; ein Fotoreporter, der sich ihr an die Fersen heftet, da er dringend eine Story braucht; die Festlandchinesin Lin-Fa, die hochschwanger ihren Gatten bei einem Unfall verliert und nun um ihre Aufenthaltsgenehmigung bangt; sowie der Versicherungsmakler Lau (Anthony Wong), der diesen heruntergekommenen Bezirk durchstreift, um den Ärmsten eine Versicherung aufzuschwatzen. Doch entdeckt er in den Schicksalen der Menschen stets und dummerweis sein Herz, sodaß er selbst ausstehende Zahlungen zu tätigen pflegt.
Anthony Wong konnte nicht nur in TURNING POINT überzeugen, sondern tut es auch hier (wieder). Seine Darstellung des tolpatschigen Geschäftsmanns mit Herz ist äußerst gelungen, er ist das emotionale Zentrum des Films. Überhaupt überzeugt der Film mit einem durchweg leichten Ton, der zwar vor den Unbilden des Lebens nicht zurückschreckt, doch auch auf recht "humanistische" Weise seine Figuren begleitet, und diese gerade nicht als skandalöses Ereignis mißbraucht. Es ist ein Alltag von vielen, mit dem Schicksal von vielen. Schaut man genauer hin, individualisiert man die Tragödien und Komödien, entsteht ein Portrait, das manchmal weh tut, manchmal zum Lachen bringt.

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