Direkt zum Hauptbereich

Gate of Hell / Jigokumon (Teinosuke Kinugasa, Japan 1953)


Japan währen der Heian-Periode im 12. Jahrhundert: zwei verfeindete Clans bekämpfen sich in Kyoto. Nachdem der loyale Samurai Moritoh ruhmreich gekämpft hatte, erhält er vom Fürsten das Privileg, jeden Wunsch erfüllt zu bekommen. Moritoh bittet um die Heirat mit der schönen Kesa, die jedoch, was Moritoh nicht wußte, bereits mit Wataru verheiratet ist. In Moritoh erwacht ungekannte Wollust und Habgier zugleich, und ihm ist jedes Mittel recht, um die ersehnte Vereinigung herbeizuführen.


Mit einem klassischen Samuraifilm haben wir es hier nicht zu tun, eher mit einem Historienfilm. Das Swordplay hält sich sehr in Grenzen, und wenn Kinugasas Drehbuch ein ordentliches Gemetzel hergäbe, dann springt er einfach zu dessen Ende. Stattdessen: Bilder, Farben, Kostüme. Drama. Wunderbares, saturiertes Technicolor. Die Kimonos sind herausragend. Reduzierte Musik, tolles Framing.


Der Cannes-Gewinner ist also keineswegs ein Action-Flick! Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich diesen visuellen Oberhammer anzuschauen. Das Drama ist keines der Schwerter, aber das der Obsession eines besessenen Mannes, der sich kaum unter Kontrolle halten kann. Kazuo Hasegawas Performance als Moritoh ist wirklich eine Augenweide.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...

Nippon Connection 2016: Ken and Kazu (Hiroshi Shoji, Japan 2015)

Der Konflikt, der in KEN TO KAZU das Leben der Hauptfiguren ruiniern wird, ist der Spagat zwischen dem Lebensentwurf des kriminellen Kleingangsters und dem einer bürgerlichen Existenz. Als Saki schließlich schwanger wird, setzt sie ihren Freund Ken mächtig unter Druck: endlich mit Kazu zu brechen und ein ordentliches Leben zu beginnen. Etwas, was Ken ihr wohl schon mehrfach versprochen hat, aber anscheinend nicht einhalten wollte. Die Spuren seines unsteten und kriminellen Lebenswandels werden ihm während des Films mehrfach entlarvend ins Gesicht geschrieben: Kratzer auf den Wangen, eine blutige Nase, Schwellungen und blaue Flecken von Prügeleien. Und so muss sich Ken entscheiden, ob er eine Familie gründen und es bei den Einkünften aus seiner Autowerkstatt belassen will, oder ob er dem ständigen Drängen des penetrant grenzüberschreitenden, brutalen Kazu nachgibt und weiterhin Drogen verhökert. Doch Ken kommt nicht gegen ihn an, er wirkt eingeschüchtert und scheint zuviel Angst vo...