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Chanbara Beauty / Oneechanbara: The Movie (Yohei Fukuda, Japan 2008)


Die Welt liegt in Trümmern und einige wenige aufrechte Recken wissen sich noch gegen die spastisch daherhumpelnden Zombiemassen durchzusetzen. Ziel ist die Trutzburg eines mad scientist, der mithilfe einer grünen Glibberlösung Lebewesen in Untote verwandeln kann. Das könnte er auch einfacher haben! Doch will er eine Art Frankenstein-Übermensch kreieren, eine Kreatur, die schön, stark, unverwundbar und vor allem: ihm selbst hörig ist. Das Samuraimädchen im Plüschbikini vom Cover findet das nicht gut und schließt sich mit einer Pistolenfrau zusammen, die ein üppiges Dekolletée hat. Ein dicker Tropf darf auch noch mitspielen, wegen der Männerquote.

ONEECHANBARA dürfte so ziemlicher der dümmste Mist sein, den ich dieses Jahr gesehen habe. Nicht weil er vollkommen unglaubwürdig wäre und keine einzige gute oder halbwegs neue Idee auffährt! Er ist vor allem, und das ist das Ärgerliche, sehr sehr lieblos gemacht.

Aus diesem Grund macht der Film auch überhaupt keinen Spaß. Er ist sehr schlecht inszeniert, absolut beschissen ausgeleuchtet und mies choreographiert. Von sehr vielen Kampfszenen sieht man einfach überhaupt nichts, da der Film zu dunkel ist. Ob man damit mangelnde Finesse vertuschen wollte, glaube ich nicht - jemandem, der so dreist ist, so ein Machwerk zu erschaffen, ist alles zuzutrauen. Man hätte einfach mal eine Lampe irgendwohinstellen sollen. Von Spannung natürlich auch keine Spur, von einem Bogen derselben gar nicht zu reden. Der aus Unfähigkeit in Einzelszenen zerfallende Film kann selbst diese einzelnen Häppchen nicht ansprechend gestalten. Mit einer Ausnahme: die Ermordung des Vaters einer der Killergören. Diese Kämpfe sind beinahe ansprechend, der Versuch einer Psychologisierung der Figuren ist lobenswert (wenn auch gescheitert), und der in wenigen Sekunden hergestellt optische Effekt des ausgebleichten Sepiabildes (ja, es ist eine andere Zeitebene, Dämlack!) beinahe so etwas wie ein formaler Exzess in diesem heruntergekurbelten Mist.

Den Film kann man sich natürlich dennoch ansehen, wenn man Komplettist ist. Oder stumpf genug. Oder anspruchslos genug. Als Entgegnung wird man wieder überall lesen können: "Och, ich fand den ganz ok", oder "der will doch nur unterhalten", oder noch schlimmer: "hey, ist halt ein Genrefilm". Leck mich am Arsch: Genrefilm, das ist kein Genrefilm, das ist stumpfster Kommerz ohne Herz. Sonst nichts. Eine leere Hülle die auf dem Splatterzug mitreitet. Es gibt sogar eine Fortsetzung davon. Es ist nicht zu fassen.

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Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...