Direkt zum Hauptbereich

Assault Girls / Asaruto garuzu (Mamoru Oshii, Japan 2009)


Wie oben rechts auf dem DVD-Cover zu sehen ist, kämpfen die ASSAULT GIRLS (und auch ein Assault Boy) gegen riesige Sandwale an, die in etwa so drauf sind wie die TREMORS auf Acid. Doch bis es soweit kommt, muss man erstmal einen etwa 10 Minuten langen typischen Oshii-Prolog über sich ergehen lassen: die Welt nach der Apokalypse, Metropolen und Gewalt, Entmenschlichung, Kriege. Gekämpft wird auf virtuellen Ebenen, so wie auf dieser, in die wir geführt werden.


Die Bilder sind oshiigemäß eine Wucht; trotz des niedrigen Budgets hat er hier, mit viel CGI selbstredend, eine extrem atmosphärische Monster-Mondlandschaft geschaffen, durch die sich die Spieler bewegen wie in einem taktischen Ego-Shooter für 4 Personen. Wird eine Waffe gezogen, leuchten die technischen Daten wie in einem Hologramm über dem Lauf auf. Ein Voice-Over, der Computer, wacht über den Spielablauf und informiert über den Spielerstatus. In diese Richtung.

Zu sehen gibt es dann kernige Sci-Fi-Action mit hübschen Mädels, die trotz staubiger Wüste immer so aussehen, als kämen sie gerade aus der Reinigung. Aber hier ist ja alles virtuell! Zu den großen Würfen möchte ich diesen Output Oshiis nicht zählen, auch wenn ASSAULT GIRLS so etwas wie eine sehr konsequente Fortsetzung des tollen AVALON ist. Dazu ist er – trotz seiner kurzen Spielzeit von nur 70 Minuten – oft eigentlich nur sterbenslangweilig.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Masahista / The Masseur (Brillante Mendoza, Philippinen 2005)

Brillante Mendozas erste Spielfilmregie verortet ihn sogleich im Independentkosmos des modernen philippinischen, cineastischen Undergrounds. Geringe Budgets und die Digitalkamera eröffnen jungen Filmemachern die Möglichkeit, nicht nur jenseits einer etablierten Filmindustrie, sondern so gut wie jenseits jeder filmischen Szene aktiv zu werden. Ein Status, der sich auch in der Verfügbarkeit der Filme zeigt. So sind die Filme von Brillante Mendoza, Lav Diaz, Raya Martin, KHAVN de la Cruz u. a. nur in Ausnahmefällen auf DVD greifbar (wenn, dann sowieso nur weltweit), oder sie sind mit etwas Glück auf engagierten Retrospektiven und Filmfestivals zu sehen. Im Falle KHAVNs übrigens durchaus auch auf youtube, selbst eingestellt vom Regisseur. Die Filme eint neben den o. g. Kriterien ein Hang zum ästhetischen Radikalismus in Kombination mit einem Blick auf gesellschaftliche Mißstände, welcher gerne mal als "neorealistischer" italienischer Prägung oder als einer im Geiste des "Cin...

Accident / Yi ngoi (Soi Cheang, HK 2009)

Pou-Soi Cheangs erster Film unter Johnnie Tos Produktionshoheit (Milkyway) ist ein hervorragend schneller, straffer und kluger Genreknaller geworden. Ho Kwok-Fai (Louis Koo) hat ein Killerteam um sich geschart (Stanley Fung, Lam Suet, Michelle Ye), das sich auf die Inszenierung von Auftragsmorden spezialisiert hat. Diese laufen stets nach einem Dominosystem ab und erscheinen - da sie so komplex konstruiert wurden - wie tatsächlich Unfälle. Doch plötzlich wird einer des Teams während einer Aktion durch eine Verkettung tragischer Zufälle getötet. Ho entkommt nur knapp. An diesen Zufall will er nicht glauben und wähnt sich selbst das Ziel eines Killerteams. ACCIDENT beginnt enorm stark - und es ist eine Lust, den kreativen Inszenierungen zuschauen zu können. Cheangs in DOG BITE DOG zelebrierter harter Realismus und die ungestüme Wildheit SHAMOs geht ACCIDENT ab, da wurde er wohl von To gebremst. Doch nicht zum Schlechten: der Film ist sehr flüssig und elegant inszeniert, spart aber nicht ...

Fire of Conscience / Fire Dragon / For lung (Dante Lam, Hongkong 2010)

Die beiden Cops Kee (Richie Ren) und Manfred (Leon Lai) beginnen zusammen zu arbeiten, als sich herausstellt, dass ihre Fälle einen gemeinsamen Hintergrund haben. Der Saubermann Kee überrascht dabei plötzlich mit radikalen Methoden, die ihm niemanden zugetraut hätte. Manfred ist sowieso ein harter Hund, seit die böse Unterwelt seine Frau samt ungeborenem Kind auf dem Gewissen hat. Dass Kee einen hinterlistigen Plan ausführt, stellt sich erst heraus, als schon so einiger Blutzoll entrichtet wurde. Dante THE BEAST STALKER Lams neuer Film ist ein verworrenes Etwas: das Skript geht in den ersten beiden Dritteln völlig drunter und drüber, es weiß Aktionen nicht zu gewichten, die gleichzeitigen Ermittlungen in den drei (!) Kriminalfällen bleiben über weite Strecken nicht nachvollziehbar. Stark wird der Film immer in seinen Actionszenen; und da kann man wohl sagen, dass es Lam wie kaum ein anderer schafft, diese von der ästhetischen als auch von der kreativen Seite her unvergleichlich zu insz...