Direkt zum Hauptbereich

Assault Girls / Asaruto garuzu (Mamoru Oshii, Japan 2009)


Wie oben rechts auf dem DVD-Cover zu sehen ist, kämpfen die ASSAULT GIRLS (und auch ein Assault Boy) gegen riesige Sandwale an, die in etwa so drauf sind wie die TREMORS auf Acid. Doch bis es soweit kommt, muss man erstmal einen etwa 10 Minuten langen typischen Oshii-Prolog über sich ergehen lassen: die Welt nach der Apokalypse, Metropolen und Gewalt, Entmenschlichung, Kriege. Gekämpft wird auf virtuellen Ebenen, so wie auf dieser, in die wir geführt werden.


Die Bilder sind oshiigemäß eine Wucht; trotz des niedrigen Budgets hat er hier, mit viel CGI selbstredend, eine extrem atmosphärische Monster-Mondlandschaft geschaffen, durch die sich die Spieler bewegen wie in einem taktischen Ego-Shooter für 4 Personen. Wird eine Waffe gezogen, leuchten die technischen Daten wie in einem Hologramm über dem Lauf auf. Ein Voice-Over, der Computer, wacht über den Spielablauf und informiert über den Spielerstatus. In diese Richtung.

Zu sehen gibt es dann kernige Sci-Fi-Action mit hübschen Mädels, die trotz staubiger Wüste immer so aussehen, als kämen sie gerade aus der Reinigung. Aber hier ist ja alles virtuell! Zu den großen Würfen möchte ich diesen Output Oshiis nicht zählen, auch wenn ASSAULT GIRLS so etwas wie eine sehr konsequente Fortsetzung des tollen AVALON ist. Dazu ist er – trotz seiner kurzen Spielzeit von nur 70 Minuten – oft eigentlich nur sterbenslangweilig.

Kommentare

  1. Der Film überrascht direkt nach einem etwas langweiligen Start mit wirklich nett anzusehenden CGI-Effekten. Der erwähnte Start allerdings war wirklich langweilig. Knappe 7 Minuten werden schöne Bilder gezeigt, und viel geredet bevor es endlich mal los geht mit dem Film, der leider viel zu kurz ist. 67 Minuten Spielzeit ist einfach eine schlechte Spielfilmlänge.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mad World - Hong Kong's entry for the foreign language Oscar (Wong Chun, 2016)

Wong Chun's debut feature film is not really part of the Hong Kong International Film Festival, but one I did see during my stay here at Mongkok's Broadway Circuit outlet as a regular screening on a sunday morning.

It's a quiet and atmospheric film that is quite beautifully shot and extremely well acted by Eric Tsang (kudos!) and Shawn Yue, his son suffering from bipolar disease. It's a film about fatherhood and responsibilities, about getting old in financially difficult times. They both live in a shared flat with three other parties. No one seems to be able to pay rent anymore in Hong Kong. It's really depressing.

Mad World is definitely worth watching, as it has been screened in Busan and in Toronto. It got mixed reviews overall, but I really don't understand why. There are no loose ends, the plot is fragmented with flashbacks to family history, but that always makes sense and adds to the depth of the characters. I really liked it and recommend…

A Pool without Water / Mizu no nai puuru (Kôji Wakamatsu, 1982)

Überdeutlich ein Film der 80er Jahre: körnige Farbflächen, Neonlicht, Großstadt. Melancholische Synthieflächen zu den Gesichtern von Menschen, die sich in sich selbst zurückgezogen haben. Da ist ein Familienvater, der den Alltag nicht mehr erträgt: er arbeitet bei den Verkehrsbetrieben, steht den ganzen Tag am Eingang zur U-Bahn und muss Fahrscheine entwerten. Auf dem Screenshot oben sieht man seine Hand mit dem Locher, den er in rasender Geschwindigkeit und in panischen Rhythmen zusammenklackert, ein Stakkato zur elegischen Hintergrundmusik. Ein sprechendes Bild ist das: äußerlich scheint er völlig ruhig zu sein und abgetaucht in die Monotonie seiner endlos öden Arbeit - dieses Detail aber offenbart, wie sehr er innerlich aufgeladen ist.
Diese Spannung überträgt sich bald auf die Handlung und findet ein Ventil - mehrfach wird er Zeuge, wie verschiedene Menschen, meist Frauen, Opfer von Rücksichtslosigkeiten, rüpelhaftem Benehmen oder gar körperlicher Gewalt werden. Da ist er dann de…

Nippon Connection 2017: Kohei Taniguchis Independent-Wrestling-Komödie DYNAMITE WOLF (Japan, 2017)

Der kleine Hiroto, oben links außen auf dem Bild, steckt in der Krise: er ist zwar erst in der Grundschule, doch kann er sich partout nicht dafür entscheiden, welchen Freizeit-Kurs er an der Schule belegen soll. Es versucht es mit Fußball, das endet aber dramatisch als Desaster. Da gerät er zufällig in ein Wrestling-Match mit dem berühmten Dynamite Wolf und ist wie elektrisiert: das Spektakel, die Inszenierung, das Toben der Leute vor Begeisterung - ja, da schlägt sein Herz höher und zum ersten Mal lächelt er dann im Film. Seinen Eltern und den Mitschülern erzählt er erstmal nichts von seiner neuen Leidenschaft, ist doch seine einzige Möglichkeit zu trainieren die Bekanntschaft mit einem merkwürdig abgerissenen Gesellen am Flußufer (oben rennend), der mit einer umgebauten Dummy-Sexpuppe als Sparringspartner trainiert. Ob das der richtige Umgang für einen Jungen ist, das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.
 Aber natürlich, so will es das Gesetz des Films: es hätte ihm nichts Be…