Direkt zum Hauptbereich

An Empress and the Warriors / Das Königreich der Yan (Ching Siu-Tung, China 2008)




Kurz und knapp: Sehr einfältiges Historienepos, das in lächerlichem Kitsch erstickt. Selbst die Kampfszenen sind wirklich schwach choreographiert und machen nur auf Bombast (und leben vom Schnitt). Ein paar Sequenzen im nächtlichen Wald, die an A CHINESE GHOST STORY erinnern, können den Film bei weitem nicht retten. Donnie Yen spielt gewohnt hölzern.


Kelly Chen grinst ab und an etwas einfältig, vor allem wenn sie verschämte Gefühligkeit dazustellen versucht, und beim Auftritt des fiesen Mordkommandos mit Gruselmaske ertönt urplötzlich orientalische Musik. Die Abschlussszene, die sich auf der unfassbar dilettantisch computergenerierten Brüstung der Festung abspielt, gibt einem dann den Rest: Madame schaut entschlossen in den Sonnenuntergang und hält einen peinlichen Aufbruchsmonolog in Sachen Motivation. Diese Szene wird eigentlich nur noch vom Flug der Liebenden im Fesselballon übertroffen. Wahnsinn. Das war ja mal gar nix.

Kommentare

  1. hört sich nach einem film an, der genau für mich als trashliebhaber gemacht wurde :)

    AntwortenLöschen
  2. Dann solltest Du auf deine Kosten kommen! :-)

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Nippon Connection 2017: Kohei Taniguchis Independent-Wrestling-Komödie DYNAMITE WOLF (Japan, 2017)

Der kleine Hiroto, oben links außen auf dem Bild, steckt in der Krise: er ist zwar erst in der Grundschule, doch kann er sich partout nicht dafür entscheiden, welchen Freizeit-Kurs er an der Schule belegen soll. Es versucht es mit Fußball, das endet aber dramatisch als Desaster. Da gerät er zufällig in ein Wrestling-Match mit dem berühmten Dynamite Wolf und ist wie elektrisiert: das Spektakel, die Inszenierung, das Toben der Leute vor Begeisterung - ja, da schlägt sein Herz höher und zum ersten Mal lächelt er dann im Film. Seinen Eltern und den Mitschülern erzählt er erstmal nichts von seiner neuen Leidenschaft, ist doch seine einzige Möglichkeit zu trainieren die Bekanntschaft mit einem merkwürdig abgerissenen Gesellen am Flußufer (oben rennend), der mit einer umgebauten Dummy-Sexpuppe als Sparringspartner trainiert. Ob das der richtige Umgang für einen Jungen ist, das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.
 Aber natürlich, so will es das Gesetz des Films: es hätte ihm nichts Be…

Nippon Connection 2017 ~ Love lost and found in Hakodate: Over the Fence von Nobuhiro Yamashita (2016)

Eine Frau (Yu Aoi) rennt über die Straße, sie streitet sich mit ihrem Begleiter – er soll sich gefälligst mehr um die Kinder kümmern. Plötzlich führt sie einen abgehackten Stakkato-Tanz auf, der, wie man später erfährt, das Balzritual eines (Vogel) Straußes ist. Aus einiger Entfernung betrachtet Joe Odagiri diese absurde Szene und fragt sich  – wie der Zuschauer – ob diese Frau noch alle Tassen im Schrank hat. Er selbst hat Tokio vor ein paar Monaten den Rücken gekehrt, nachdem ihn seine Frau mitsamt der Tochter nach einem tragischen Vorfall bereits vor Jahren verlassen hatte. Nun ist er traumatisiert und arbeitslos und muss an einem Lehrgang zur Schreinerlehre teilnehmen, um weiter Arbeitslosengeld zu beziehen. Mit ihm eine ganze Reihe von Berufsjugendlichen, und diese gründen eine Softball-Mannschaft, da auch die sportliche Fitness vom Staate vorgeschrieben ist. Allerdings stehen sie lieber rauchend in der Ecke und unterhalten sich über alles mögliche, vor allem aber das Leben un…

Nippon Connection 2017: Festivaldiary, Ausrisse

Es ist ein warmer Abend. Wir sitzen zusammen vor der Naxoshalle, während es immer dunkler wird. Ein weiterer Tag der Nippon Connection liegt hinter uns mit all den Filmen, Veranstaltungen, dem Essen, den vielen Begegnungen und endlosen Gesprächen. Man wünscht sich immer den Austausch, während man als Einzelgänger durchs Jahr wandert, angeschlossen an die Gemeinschaft der Gleichgesinnten nur durchs Netz, Twitter und Facebook oder so – hier trifft man sich leibhaftig einmal im Jahr. Und da wird vieles nachgeholt, habe ich den Eindruck. Manche haben ein so großes Mitteilungsbedürfnis, dass der Schwall der Worte im Rauschen des Festivalsounds aufgeht. White Noise Nippon Connection. Man kann sich aber drin treiben lassen, es ist ein gutes Gefühl.

 Der Tag hatte in großer Runde angefangen, beim Bloggerfrühstück in der Naxoshalle. Dankenswerterweise von den Jungs von Schöner Denken organisiert, in Unterstützung durch die Presseabteilung des Festivals. Jeder stellt sich vor, gibt Tipps und …