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Sasori - Scorpion (Shunya Ito, Japan 1972)

Nami Matsushima (Meiko Kaji) läßt sich vom gerissenen Polizisten Sugimi als verdeckte Ermittlerin in einer Drogensache anheuern - und auch das Bett darf sie mit ihm teilen. Als er die Bande auffliegen läßt, verrät er seine Geliebte und benutzt sie als Köder. Matsu wird von den Gangstern vergewaltigt. Beim Versuch sich an Sugimi zu rächen, wird sie geschnappt und kommt in den Knast. Dort allerdings wird sie von sadistischen Aufsehern mißbraucht und von rivalisierenden Mitinsassinnen gefoltert, beschimpft und verraten. Sasori sinnt auf den Ausbruch um sich an den Männern rächen zu können, die ihr das angetan haben.

Japan-Exploitation at it's very best. Ein Augenschmankerl jagt das andere, die Inszenierung ist wirklich sensationell kreativ und der Score phantastisch. Die Story trägt in ausreichendem Maße und bietet einen wunderbaren Women-in-Prison-Film, der sich nicht zu schade ist, in jedem ausbeuterischen Schmutztümpel ein Bad zu nehmen. Oben ohne, versteht sich. Und dann gibt es immer wieder diese kleinen Momente voller Aufrichtigkeit, beeindruckender Poesie, in der die Bilderkraft, die Musik und die großartige Meiko Kaji zusammenfinden. Fantastisch.

PS: Alex' Verweis auf diesen Film im Kommentar zu KICHIKU war sehr gut erinnert: ja, da gibt es diesen Blutfleck, der auf dem Laken sich zur roten Sonne der japanischen Flagge weitet, aber auch am Ende fast eine parallele Szene zu obigem Fim; denn beim Schlußkampf oben auf dem Hausdach wirft der sterbende Sugimi das Messer hoch in die Luft und, wie man beim Flug erst sieht, auf die japanische Flagge, die dort weht. Der Selbsthaß auf das eigene Land scheint durchaus vorhanden! Vielleicht sind ja die Japaner die Österreicher Asiens... :-)

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Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...