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Sasori - Scorpion (Shunya Ito, Japan 1972)

Nami Matsushima (Meiko Kaji) läßt sich vom gerissenen Polizisten Sugimi als verdeckte Ermittlerin in einer Drogensache anheuern - und auch das Bett darf sie mit ihm teilen. Als er die Bande auffliegen läßt, verrät er seine Geliebte und benutzt sie als Köder. Matsu wird von den Gangstern vergewaltigt. Beim Versuch sich an Sugimi zu rächen, wird sie geschnappt und kommt in den Knast. Dort allerdings wird sie von sadistischen Aufsehern mißbraucht und von rivalisierenden Mitinsassinnen gefoltert, beschimpft und verraten. Sasori sinnt auf den Ausbruch um sich an den Männern rächen zu können, die ihr das angetan haben.

Japan-Exploitation at it's very best. Ein Augenschmankerl jagt das andere, die Inszenierung ist wirklich sensationell kreativ und der Score phantastisch. Die Story trägt in ausreichendem Maße und bietet einen wunderbaren Women-in-Prison-Film, der sich nicht zu schade ist, in jedem ausbeuterischen Schmutztümpel ein Bad zu nehmen. Oben ohne, versteht sich. Und dann gibt es immer wieder diese kleinen Momente voller Aufrichtigkeit, beeindruckender Poesie, in der die Bilderkraft, die Musik und die großartige Meiko Kaji zusammenfinden. Fantastisch.

PS: Alex' Verweis auf diesen Film im Kommentar zu KICHIKU war sehr gut erinnert: ja, da gibt es diesen Blutfleck, der auf dem Laken sich zur roten Sonne der japanischen Flagge weitet, aber auch am Ende fast eine parallele Szene zu obigem Fim; denn beim Schlußkampf oben auf dem Hausdach wirft der sterbende Sugimi das Messer hoch in die Luft und, wie man beim Flug erst sieht, auf die japanische Flagge, die dort weht. Der Selbsthaß auf das eigene Land scheint durchaus vorhanden! Vielleicht sind ja die Japaner die Österreicher Asiens... :-)

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Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

The Warped Ones aka The Wild Love-Makers / Kyonetsu no kisetsu (Koreyoshi Kurahara, Japan 1960)

THE WARPED ONES ist die totale Tayozoku-Madness, ein Film über jugendliche Rebellen im Nachkriegsjapan: zwei "juvenile delinquents" kommen aus dem Gefängnis heraus und beginnen direkt mit ihrer Hatz auf Vergnügungen, auf Mädchen, Alkohol und Befriedigung der Primärbedürfnisse. Wenn die Strecke zu weit ist, klaut man eben kurz einen Wagen. Hat man Hunger, klaut man was am nächsten Straßenstand. Die Sonne brennt vom Himmel, der Schweiß steht auf der Stirn, der Jazzbeat treibt voran, die Artikulation geschieht hauptsächlich durch Grunzen, Brüllen, Knurren und sonstige animalische Laute. Wird gegessen, dann wird geschlungen. Gebratene Hühnchen werden zerrissen, Reis wird gestopft. Wasser wird aus der Kanne direkt in den Mund gegossen und läuft über den von Schweißtropfen perlenden, entblößten Körper. Dieser prototypische Suntribe-Film (die man als Vorläufer der "Neuen Welle" in Japan verstehen kann) ist ein einziger, rasender Exzess der Respektlosigkeit. Die beide...

HKIFF 2013: A Story of Yonosuke (Shuichi Okita, Japan 2012)

Mitte der 80er kommt der junge Yonosuke nach Tokyo um dort zu studieren. Er ist eine ziemlich schräge Gestalt: groß gewachsen, Wuschelhaare, er hat einen ungewöhnlichen Humor und hat einen einnehmend, offenen Charakter. Einer der zugleich irgendwie schräg ist, rausfällt. 16 Jahre später erinnern sich verschiedene Personen, die alle seine Bekanntschaft gemacht hatten, an ihn, und in übergangslos montierten Rückblicken findet der Film - durch seine unterschiedlichen Perspektiven - neue Blickwinkel auf die Person Yonosukes. Hierfür gibt es auch einen Anlaß, der teilt sich aber erst ganz am Ende des Films mit. Dieser Film, eigentlich eine coming-of-age-Geschichte, ist voller origineller Einfälle, von lautem und leisem Witz, immer durchzogen von einer Spur Ironie und Humor. A STORY OF YONOSUKE ist trotz seiner 160 Minuten extrem kurzweilig, und hat eine völlig ungewöhnliche Narration. Beim ersten Einschub eines sozusagen "zukünftigen Flashbacks", denn die Zeit der Haupthan...