Direkt zum Hauptbereich

Sasori - Grudge Song (Yasuharu Hasebe, Japan 1973)

Nach drei SASORI-Filmen konnte Meiko Kaji den Scorpion noch nicht ruhen lassen, und fand in Hasebe, mit dem sie schon STRAY CAT ROCK: SEX HUNTER! gedreht hatte, einen von ihr präferierten Regisseur für dieses Sequel.

Leider kann der vierte Teil visuell nicht ganz mit den übrigen dreien mithalten, auch wenn man sieht, wie sehr sich Hasebe bemüht, stilistisch Itos Linie weiterzuführen. Auch sind einige Einstellungen für mein Gefühl etwas zu lang geraten.
Positiv fest zu halten ist jedoch eine deutliche Fokusverschiebung auf ein gutes Drehbuch - inhaltlich und politisch wirkt dieser Teil sehr ausformuliert. Der Plot um den ebenfalls durch die Polizeigewalt mißbrauchten politisch-aktiven Studenten, in dem Matsu einen Gefährten findet, trägt zur Qualität der Erzählung einiges bei. Plotentwicklung: eine Sache, die im zweiten Teil etwas kurz kam. Der sich anschließende Part im Gefängnis ist dann wieder sehr herb geraten (Vergewaltigungssequenz der Wärterin durch die Polizisten), um am Ende in einem furiosen Duell unter dem Galgen zu enden. Auch sehr schön ist die auf Kontraste abzielende Musik.

Also: glaubt nicht den Unkenrufen! Jeder der Teile ist mehr als sehenswert - und würden sie alleine stehen und nicht im direkten Vergleich gewertet werden, wäre jeder Film für sich genommen absolutestes Pflichtprogramm.

Dass die Serie jetzt ein Ende hat, ist tatsächlich kaum zu ertragen. Hat sie mir doch noch besser gefallen als etwa LONE WOLF AND CUB oder die HANZO-Reihe.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

The Warped Ones aka The Wild Love-Makers / Kyonetsu no kisetsu (Koreyoshi Kurahara, Japan 1960)

THE WARPED ONES ist die totale Tayozoku-Madness, ein Film über jugendliche Rebellen im Nachkriegsjapan: zwei "juvenile delinquents" kommen aus dem Gefängnis heraus und beginnen direkt mit ihrer Hatz auf Vergnügungen, auf Mädchen, Alkohol und Befriedigung der Primärbedürfnisse. Wenn die Strecke zu weit ist, klaut man eben kurz einen Wagen. Hat man Hunger, klaut man was am nächsten Straßenstand. Die Sonne brennt vom Himmel, der Schweiß steht auf der Stirn, der Jazzbeat treibt voran, die Artikulation geschieht hauptsächlich durch Grunzen, Brüllen, Knurren und sonstige animalische Laute. Wird gegessen, dann wird geschlungen. Gebratene Hühnchen werden zerrissen, Reis wird gestopft. Wasser wird aus der Kanne direkt in den Mund gegossen und läuft über den von Schweißtropfen perlenden, entblößten Körper. Dieser prototypische Suntribe-Film (die man als Vorläufer der "Neuen Welle" in Japan verstehen kann) ist ein einziger, rasender Exzess der Respektlosigkeit. Die beide...

Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...