Direkt zum Hauptbereich

Sasori - Grudge Song (Yasuharu Hasebe, Japan 1973)

Nach drei SASORI-Filmen konnte Meiko Kaji den Scorpion noch nicht ruhen lassen, und fand in Hasebe, mit dem sie schon STRAY CAT ROCK: SEX HUNTER! gedreht hatte, einen von ihr präferierten Regisseur für dieses Sequel.

Leider kann der vierte Teil visuell nicht ganz mit den übrigen dreien mithalten, auch wenn man sieht, wie sehr sich Hasebe bemüht, stilistisch Itos Linie weiterzuführen. Auch sind einige Einstellungen für mein Gefühl etwas zu lang geraten.
Positiv fest zu halten ist jedoch eine deutliche Fokusverschiebung auf ein gutes Drehbuch - inhaltlich und politisch wirkt dieser Teil sehr ausformuliert. Der Plot um den ebenfalls durch die Polizeigewalt mißbrauchten politisch-aktiven Studenten, in dem Matsu einen Gefährten findet, trägt zur Qualität der Erzählung einiges bei. Plotentwicklung: eine Sache, die im zweiten Teil etwas kurz kam. Der sich anschließende Part im Gefängnis ist dann wieder sehr herb geraten (Vergewaltigungssequenz der Wärterin durch die Polizisten), um am Ende in einem furiosen Duell unter dem Galgen zu enden. Auch sehr schön ist die auf Kontraste abzielende Musik.

Also: glaubt nicht den Unkenrufen! Jeder der Teile ist mehr als sehenswert - und würden sie alleine stehen und nicht im direkten Vergleich gewertet werden, wäre jeder Film für sich genommen absolutestes Pflichtprogramm.

Dass die Serie jetzt ein Ende hat, ist tatsächlich kaum zu ertragen. Hat sie mir doch noch besser gefallen als etwa LONE WOLF AND CUB oder die HANZO-Reihe.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...

Die Nippon Connection 2016 - Japanisches Filmfestival Frankfurt

Was ich nie vergessen werde: wie im Frühjahr 2013, an einem für die Jahreszeit viel zu heißen Tag, die ganzen Leute, mit denen man sich getroffen hat, dann gemeinsam ins Filmmuseum Frankfurt hinabgestiegen sind um sich im kühlen, dunklen Kino von einer Bikergang überfahren zu lassen. In meiner Erinnerung ist im ganzen Film kein einziger normal ausgesprochener Satz gefallen, alles wurde gebrüllt oder geschrien, über das Röhren der rauchenden Auspuffe hinweg, über das Wegspritzen des Drecks und des Steinbelags, Gummispuren auf dem Asphalt hinterlassend und man selbst war eingehüllt in eine Nebelwolke aus Abgasen und Ekstase. Der Film hieß CRAZY THUNDER ROAD, sein Regisseur Sogo Ishii. Einführung: Tom Mes. Ein selten aufgeführter Mega-Klassiker der japanischen Filmgeschichte, der so genannten "Punk Years", gezeigt in der Retrospektive Eccentric and Explosive - the cinema of Sogo Ishii . Dieser Film war nur einer der Höhepunkte dieses Festivals, da gab es noch viel andere. U...

Thittam Irandu (2021) ‘திட்டம் இரண்டு’ Directed by Vignesh Karthik

Thittam Irandu is a south Indian Tamil police procedural mixed with a nice love story that turns sour as the female detective investigates in a murder case and consecutively digs into the life of her new boyfriend . It is a very dark and atmospheric police procedural, with a hefty overstuffed script - but also with too many fade outs and accumulated scenes that make it almost impossible to find an organic flow in the long  run. It's getting quite annoying as it loses its 'natural rhythm' further down the road, if there's anything like that in filmmaking. Thittam Irandu could have been a lot better aswell with a little more effort especially in the sound department for there are endless repetitions of filler music. Wouldn't have been bad if it took care of the endless plot meanderings at the end aswell. But, there's good acting throughout, so I won't complain too much. Thittam Irandu is enjoyable for most of the running time, even though it starts to dra...