Direkt zum Hauptbereich

shomingeki no. 25 heute online erschienen!

 

 Heute ist die 25. Ausgabe der legendären Filmzeitschrift shomingeki erschienen. Zum ersten mal online als digitale Version, da die Print-Edition - wie ich höre - zu teuer und aufwändig geworden war. Diesen Schritt, den mittlerweile viele und auch viel größere Filmzeitschriften durchgeführt haben (zuletzt prominent der film-dienst), ist eine plausible Lösung, Erzeugnisse mit vor allem ideellen Charakter weiterhin am Leben zu erhalten. Abgesehen davon, dass der Inhalt damit allen zugänglich und die Verfügbarkeit gesichert wird, verhindert es schlicht das Ende des Projekts (wie zuletzt bedauerlicherweise beim Schnitt).

 In dieser Ausgabe finden sich neben Texten von Bettina Klix verschiedene Texte zu Terrence Malick, der indisch-bengalischen Regisseurin Aparna Sen, zu Anjan Dutt und Olivier Assayas. Außerdem ein Text von mir, was mich außerordentlich freut, zu Yasujiro Shimazus shomingeki-Klassiker Our Neighbour, Miss Yae aus dem Jahr 1934.


 Den Text findet ihr per Direkt-Link hier, zur shomingeki-Startseite geht es hier entlang. Viel Freude beim Lesen der Ausgabe und die besten Wünsche nach Berlin für die weiteren Ausgaben dieser wunderbaren Filmzeitschrift.

Michael Schleeh

***


Beliebte Posts aus diesem Blog

HKIFF 2019 ~ The Fisherman and the Forest (Tomohiko Yokoyama, Japan 2018)

Interessante dokumentarische Arbeit über einen japanischen Austernfarmer im Tohoku-Gebiet, der bei den Verwüstungen im Jahr 2011 durch den Tsunami alles verliert. Es ist kein Wunder, dass im Bereich Dokumentarfilm die Fokussierung auf gerade dieses Thema, die Nuklearkatastrophe und die Folgen des Tsunamis, noch immer zentraler Bestandteil japanischer Filmgeschichtsschreibung sind, da die Folgen des Desasters noch lange nicht ausgestanden sein werden.
 Dieser Film lebt von seinem sympathischen Protagonisten Shigeatsu Hatakayama aus Kesennuma, etwa 200 Kilometer nördlich von Fukushima in der Präfektur Miyagi, der als Austernfarmer sein Auskommen verdient. Sogar Der Spiegel berichtete im Jahr 2011 mit dem Titel: "So löschte die Flut Kesennuma aus", und die Süddeutsche Zeitung zeigte 2016 eine Bilderstrecke, wie es dort "heute wieder" aussieht. Herr Hatakayama legt allerdings selbst Hand an, denn er glaubt an ein gut funktionierendes Ökosystem, das sich gegenseitig b…

The Extreme Sukiyaki (Shiro Maeda, Japan 2013)

Diese post-bubble economy Loser-Ballade ist ziemlich erstaunlich, da es sich bei ihr nicht um eine klassische coming of age story handelt, wie man erwarten könnte, sondern um die Geschichte zweier berufsjugendlicher junger Männer zwischen 30 und 40 Jahren, die mit den Anforderungen des Erwachsenenlebens nicht zurecht kommen (und somit einen Film wie Momoko Andos 0.5mm präludiert). Besonders der zurückhaltende und melancholische Horaguchi (Arata Iura) lässt sich von den Erinnerungen an die längst vergangenen Collegezeiten leiten, und bekommt sein Leben nicht auf die Reihe. Da beschließt er, einfach bei seinem ehemals besten Freund Okawa (Yosuke Kubozuka) vorbei zu gehen, und an die Freundschaft wieder anzuknüpfen. Der hat aber zunächst wenig Interesse daran, fühlt sich überrumpelt, und sowieso bedrängt. Er selbst steckt in einer merkwürdigen Beziehung zu seiner Freundin Kaede, die eher wie eine normale Mitbewohnerin wirkt, und weiß mit seinem Leben nichts anzufangen. Als freeita-Jobbe…

Im Zick-Zack durch den Zombie-Film: ONE CUT OF THE DEAD (Shinichiro Ueda, Japan 2017)

Den Film habe ich vor etwa zwei Wochen gesehen und es ist ganz interessant, was noch in der Erinnerung von ihm übrigbleibt. Und das ist eigentlich recht viel. Was vor allem, wie ich glaube, daran liegt, dass er geschickt mit "Bild-Ankern" arbeitet. Zum Beispiel mit der Pyramide am Ende, die vergisst man nicht so schnell. Genausowenig wie das Haupt-Setting, die verlassene Fabrik. Oder dann den dritten Schauplatz, einen gesichtslosen Büroraum mit 08/15-Mobiliar und wenig Euphorie. Woher die ganze Saftigkeit kommt, wenn ein Film - in der Produktion - dort in dieser nüchternen Tristesse beginnt, ist auch so ein kleines Wunder. Auf der Leinwand ist er dann ja schon eine ganz andere Erfahrung.
Auf letterboxd hatte ich das schon kurz angemerkt: der Film hat ein merkwürdiges, schräges Pacing. Schnell und actionreich am Beginn, dann die Zerstörung der filmischen Illusion und der Aufbau der Backstory, dann Switch zurück und das quasi-live-Making-of. Der Film ist also ein Erzählfilm, …