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One Future (Tan Chui Mui, Malaysia 2009)


In ihrem Kurzfilm One Future entwirft die Regisseurin eine dystopische Zukunft: den Menschen ist durch den Staat jede Sorge genommen, alles ist geregelt, jeder ist glücklich. Als sich in einem ungenannt bleibenden Mann ein Problemgefühl einstellt, weil er seine Wohnung nicht mehr betreten kann, muß er dies artikulieren. Und wie in Truffauts Fahrenheit 451 das Lesen von Büchern verboten war, so ist hier das Sprechen nicht erlaubt. Als er dies doch tut, wird er von einer Agentin in Handschellen gelegt und abgeführt.


Dieser problematisch moralische Film ist zwar mit netter, reduzierter Klimpermusik unterlegt, kann aber leider nicht überzeugen. Allzu deutlich trägt er seine gesellschaftskritische Botschaft vor sich her, als dass da etwas Interessantes bliebe, das sich zu entschlüsseln lohnte. Auch die Verwendung eines off-Erzählers, der wie ein Märchenonkel die Handlung kommentiert, verstärkt zwar den utopischen Gehalt der Fiktion, verweist aber zugleich auf die Unzulänglichkeit der Regisseurin, den Film mit Bildern erzählen zu können. Auch das stakkatohafte Aneinandermontieren von Filmstills um eine fragmentierte Realität darzustellen, ist zwar eine schöne Idee im Medium der "bewegten Bilder", die aber leider den Film nicht retten kann. Dieser Kurzfilm ist Teil einer Compilation mit dem Titel 15Malaysia.

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Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

HKIFF 2013: A Story of Yonosuke (Shuichi Okita, Japan 2012)

Mitte der 80er kommt der junge Yonosuke nach Tokyo um dort zu studieren. Er ist eine ziemlich schräge Gestalt: groß gewachsen, Wuschelhaare, er hat einen ungewöhnlichen Humor und hat einen einnehmend, offenen Charakter. Einer der zugleich irgendwie schräg ist, rausfällt. 16 Jahre später erinnern sich verschiedene Personen, die alle seine Bekanntschaft gemacht hatten, an ihn, und in übergangslos montierten Rückblicken findet der Film - durch seine unterschiedlichen Perspektiven - neue Blickwinkel auf die Person Yonosukes. Hierfür gibt es auch einen Anlaß, der teilt sich aber erst ganz am Ende des Films mit. Dieser Film, eigentlich eine coming-of-age-Geschichte, ist voller origineller Einfälle, von lautem und leisem Witz, immer durchzogen von einer Spur Ironie und Humor. A STORY OF YONOSUKE ist trotz seiner 160 Minuten extrem kurzweilig, und hat eine völlig ungewöhnliche Narration. Beim ersten Einschub eines sozusagen "zukünftigen Flashbacks", denn die Zeit der Haupthan...

Fallen Angels / Duo luo tian shi (Wong Kar-Wai, Hongkong 1995)

Eine junge Frau (Michelle Reis) streift durchs nächtliche Hongkong: sie ist auf dem Weg in das heruntergekommene Hotel, in dem sie sich bei einem Job, und nur für diesen, einrichten. Die Bewegungen sind fließend, schnell, routiniert. Dann kommt er, der Killer (Leon Lai), bereitet sich vor, läßt sich Zeit, dann geht es los. Irgendwo muß immer irgendwer getötet werden. Mit mechanischer Präzision führt er den Auftrag aus, eine heiße Schießerei, Lebensgefahr, Schnelligkeit kommt vor Schönheit. Die Einsamkeit des Langzeitkillers. FALLEN ANGELS ist der Kinotrip schlechthin. Genre, Bilderrausch, offenes Erzählen. Hier wird nichts erklärt, alles geschieht, irgendwie, ohne begründet zu werden. Die Geschichte formt sich im Laufe des Sehens. Dass es eine Tragödie ist, merkt man erst später. Dazu noch eine Liebestragödie. Denn die Agentin ist in den Killer verliebt, er aber verbietet sich dies. Sie treffen sich nie, alles bleibt anonym, kaltes Geschäft. Da lernt er die Drifterin kennen. Blo...